Jerusalem

US-Delegation reist zu Botschafts-Umzug an

Vor dem neuen US-Botschaftsgebäude im Jerusalemer Stadtteil Arnona Foto: Flash 90

Israel bereitet sich auf eine turbulente Woche vor. Am Sonntag landete die amerikanische Delegation für die Botschaftseröffnung auf dem Ben-Gurion-Flughafen. Mit dabei sind der stellvertretende Außenminister John Sullivan, Finanzminister Steve Mnuchin, zwölf Mitglieder des Kongresses sowie die Tochter des US-Präsidenten, Ivanka Trump, mit ihrem Ehemann Jared Kushner, der als Regierungsberater in Nahost-Angelegenheiten fungiert.

Die USA werden am Montag die Botschaft nach Jerusalem verlegen – wenn auch zunächst symbolisch. Das Büro des Botschafters wird umziehen, die hauptsächliche Arbeit indes wird nach wie vor in Tel Aviv erledigt. Donald Trump hatte im Dezember Jerusalem als Israels Hauptstadt anerkannt.

eröffnung Vor der offiziellen Eröffnung wurde am Sonntagabend vom israelischen Außenministerium eine Gala zu Ehren des Umzuges veranstaltet. Der amerikanische Botschafter in Israel, David Friedman, meinte, dass »Geben und Nehmen nicht der Grund für den Umzug sind, sondern vielmehr amerikanische Interessen«. Die Botschaftsverlegung war von den Palästinensern, vielen arabischen Staaten, doch auch von europäischen Regierungschefs scharf kritisiert worden.

Viele internationale Vertretungen in Israel hatten daraufhin erklärt, nicht an der Eröffnung teilnehmen zu wollen. Einige gaben technische Gründe an, andere kämen aus Prinzip nicht, hieß es.

Dazu gehören neben Deutschland auch Polen, Schweden, Australien, Mexiko und Russland. Donald Tusk von der Europäischen Union betonte seitens der EU das Bekenntnis und die Verpflichtung zur Zweitstaatenlösung für Israelis und Palästinenser. Jerusalem sollte erst nach einer Einigung zwischen den beiden Parteien offiziell zur Hauptstadt erklärt werden.

ausschreitungen Währenddessen bereiten sich die israelischen Sicherheitskräfte auf wachsende Unruhen der Palästinenser in Gaza, an der Grenze des Streifens, im Westjordanland und in Jerusalem vor. Die Verkündigung der Anerkennung Jerusalems durch Trump hatte bereits zu gewalttätigen palästinensischen Ausschreitungen geführt.

Einen Tag nach der offiziellen Botschaftsverlegung, am Dienstag, begehen die Palästinenser den 70. »Nakba-Tag«, der an ihre Vertreibung während des Unabhängigkeitstages erinnert. Zudem beginnt der muslimische Fastenmonat Ramadan.

Besonders im Zusammenhang mit den seit Wochen andauernden blutigen Protesten am Grenzzaun zwischen Gaza und Israel rechnen Armee und Polizei mit einer Eskalation der ohnehin angespannten Situation. In den vergangenen Wochen sind 40 Palästinenser bei Auseinandersetzungen mit der Armee getötet worden, Tausende wurden verletzt.

Zehntausende könnten am Dienstag am Grenzzaun gewalttätig demonstrieren und versuchen, auf die israelische Seite zu gelangen, befürchten Experten.

Am Wochenende war die Gewalt dort eskaliert. Palästinensische Extremisten hatten den humanitären Grenzübergang Keren Shalom abgebrannt. Dabei wurde nach Angaben der Armee großer Schaden angerichtet. Der Grenzübergang bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Die IDF macht die Terrororganisation Hamas verantwortlich.

Gadi Eisenkot spricht an einem Rednerpult vor einer israelischen Flagge

Israel

Eisenkot will Israel aus der Krise führen

Nach dem Auftrag zur Regierungsbildung ruft der frühere Generalstabschef zu einer Notstandsregierung auf und streckt allen Parteien die Hand aus

 08.11.2026

Kuscheltiere und Puppen auf dem Rabin-Platz, eine Puppe ist mit einem Seil gefesselt

Ariel

Kinderkrippe des Grauens

Drei Betreuerinnen wird systematische Gewalt an Babys und Kleinkindern vorgeworfen. Die Polizei spricht von einem der schwerwiegendsten Missbrauchsfälle der vergangenen Jahre

von Sabine Brandes  08.11.2026

Krieg gegen den Iran

Die Mullahs schossen Raketen – Bat Yam schickt die Rechnung

Die israelische Stadt will Schadensersatz in Millionenhöhe von Teheran. Für die Zustellung der Klage musste der Bürgermeister einen iranischen Vertreter durch die Straßen von Manhattan verfolgen

von Sabine Brandes  08.11.2026

Israels Präsident Izchak Herzog

Nach der Parlamentswahl

Israels Präsident beauftragt Eisenkot mit Regierungsbildung

Dem Oppositionspolitiker Eisenkot fehlen 13 Mandate für eine eigene Regierungsmehrheit. Arabische oder ultraorthodoxe Parteien könnten ihm helfen. Doch beide Optionen bergen großes Konfliktpotenzial

 08.11.2026 Aktualisiert

Befreiung von der Schuld: Wenn Claudia Roth plötzlich wie Björn Höcke klingt

Eine Einordnung von Georg M. Hafner

 07.11.2026

Berlin

Merz fordert Ausreise bei Judenhass unter Muslimen

Bei einem Empfang jüdischer Sportler äußert sich der Kanzler deutlich zum Antisemitismus unter muslimischen Einwanderern

 07.11.2026

Nach den Wahlen

Streit um Regierungsbildung in Israel eskaliert

Israels amtierender Ministerpräsident Netanjahu fordert eine breite Koalition unter Einschluss der Rechtsextremisten. Oppositionspolitiker Eisenkot weist das Angebot umgehend als PR-Manöver zurück

 07.11.2026

Interview

Kann Israel ohne Amerikas Waffen bestehen?

Der Politikwissenschaftler Jonathan Rynhold erklärt, was ein Ende der US-Militärhilfe für Israels Sicherheit bedeuten würde und wie sich das Verhältnis zu Washington in Zukunft entwickeln könnte

von Sabine Brandes  07.11.2026

Jerusalem

Israels Präsident vergibt Auftrag zur Regierungsbildung

In Israel beginnt der Countdown zur Regierungsbildung. Präsident Herzog vergibt den Auftrag wahrscheinlich an den Oppositionspolitiker Eisenkot

 07.11.2026