Israel

Annäherung an Afrika

Der israelische Premier Benjamin Netanjahu traf bereits 2017 auf den Präsidenten von Uganda, Yoweri Museveni. Foto: Government Press Office

Mit dieser Annäherung haben wohl die wenigsten gerechnet. Während seiner Afrikareise verkündete der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu, er habe sich mit dem Vorsitzenden des Souveränen Rates der afrikanischen Nation Sudan, Abdel Fattah al-Burhan, getroffen. Beide hätten sich darauf verständigt, die Beziehungen zwischen Jerusalem und Khartoum zu normalisieren.

Unmittelbar nach dem Treffen teilte das Netanjahus Büro mit: »Es wurde vereinbart, eine Kooperation zu beginnen, die zu einer Normalisierung der Verbindung zwischen den Staaten führt«. Der Ministerpräsident glaube daran, dass sich das Land im Nordosten Afrikas in eine »positive Richtung bewegt«.

Netanjahu war nicht selbst in den Sudan gereist, sondern hatte sich mit al-Burhan in Uganda getroffen, das er am Montag besucht hatte. Der Sudanese, der als de-facto-Staatsoberhaupt seines Landes gilt, war nach Uganda gereist, um sich mit Netanjahu zu treffen. Nach Angaben von israelischen Medien dauerte die Zusammenkunft zwei Stunden.

Netanjahu tweetete im Anschluss, es sei ein historisches Treffen gewesen

Netanjahu tweetete im Anschluss, es sei ein historisches Treffen gewesen. »Er versucht, seinem Land zu helfen, durch einen Modernisierungsprozess zu gehen und es aus der Isolation herauszuholen.« Er habe darüber auch die US-Regierung informiert.

Liste Angeblich war die ungewöhnliche Zusammenkunft von den Vereinten Arabischen Emiraten organisiert worden. Ziel sei es gewesen, den Sudan von der Liste der »Terrornationen« zu löschen. Das Land hatte seine Verbindungen zum Iran 2015 beendet und sich sunnitisch-muslimisch geprägten Nationen wie Saudi-Arabien angenähert.

Als Folge des Treffens könnte es schon bald möglich sein, dass israelische Fluggesellschaften über das afrikanische Land fliegen dürfen. Außerdem sucht die Regierung in Jerusalem schon lange eine Lösung für die sudanesischen Flüchtlinge, die sich in Israel aufhalten, und will sie zurück in ihre Heimat bringen lassen. Viele stammen aus Krisenregionen in dem Land und sind von Tod und Folter bedroht. Die Genfer Konvention verbietet eine Abschiebung.

Palästinenser Die Palästinenser sind über das Treffen alles andere als erfreut. Der palästinensische Chefunterhändler Saed Erekat kommentierte, dass man sich »aggressiv dagegen ausspricht«. Es sei ein Messerstich in den Rücken der Palästinenser und ein Entfernen vom arabischen Konsens und der arabischen Friedensinitiative.

Ugandas Präsident Yoweri Museveni hatte bei dem Besuch von Netanjahu und dessen Frau Sara erklärt, es überlege, seine Botschaft nach Jerusalem verlegen. Präsident Museveni führte aus, dass »es mit Sicherheit einen Teil Jerusalems gibt, der in Israel liegt«. Daran habe sich nichts geändert: »Wir werden es untersuchen.« Netanjahu antwortete darauf: »Ich habe einen Vorschlag: Sie öffnen Ihre Botschaft in Jerusalem und wir unsere in Kampala.«

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