Tourismus

Ukraine schließt Grenzen – auch für jüdische Pilger

Die Wallfahrt nach Uman ist ein Höhepunkt im Leben vieler chassidischer Juden – in diesem Jahr fällt sie für die meisten aus. Foto: imago/Ukrinform

Von wenigen Ausnahmen abgesehen dürfen Ausländer bis einschließlich 28. September nicht in die Ukraine reisen. Die Regierung in Kiew erließ am Mittwoch einen entsprechenden Erlass. Die Grenzschließung tritt am 29. August in Kraft und trifft vor allem Touristen, welche bislang trotz der Corona-Pandemie weiter ins Land einreisen konnten. In den vergangenen Wochen war es zum einer zweiten Corona-Welle in der Ukraine gekommen.

WALLFAHRT Von dem Bann betroffen sind auch Zehntausende religiöse Juden, die am jüdischen Neujahrsfest nicht wie traditionell üblich an das Grab des Rabbiners Nachman von Bratzlaw nach Uman werden besuchen können.

https://youtu.be/E7wpMRCXF6w

Die Regierungen Israels und der Ukraine hatten zuvor dazu aufgerufen, wegen der Pandemie von der Wallfahrt und den damit verbundenen Massenzusammenkünften abzusehen. Der israelische Minister für Wohnungswesen, Jaakov Litzman (Vereintes Torah-Judentum), hatte das als »Schlag ins Gesicht von Zehntausenden Bratslav-Anhängern« kritisiert.

GESCHEITERT Ein Versuch von Präsident Wolodymyr Selenskyj, gemeinsam mit Rabbinern eine Lösung speziell für die Wallfahrt nach Uman zu finden, war zuvor gescheitert.

Jeweils zum jüdischen Neujahrsfest Rosch Haschana, das in diesem Jahr am Abend des 18. September beginnt, pilgern üblicherweise Zehntausende Juden nach Uman. Der dort begrabene Rabbiner Nachman (1772–1810) ist ein Mitbegründer des Chassidismus, einer ultrareligiösen Strömung des Judentums. kna/mth

Iran

Krieg auf Eis gelegt

Die direkte Konfrontation zwischen Israel und dem Mullah-Regime ist gestoppt. Doch die Spannungen in der Region bleiben unverändert hoch

von Sabine Brandes  11.06.2026

Knesset

Armeedienst und Torastudium sollen gleichgestellt werden

Trotz des Widerstands der Opposition und einiger Koalitionsmitglieder geht der kontroverse Gesetzesvorschlag durch die erste Lesung

von Sabine Brandes  11.06.2026

Gesellschaft

Erste Frau in IDF-Eliteeinheit Sayeret Matkal

Seit 2024 dürfen auch Frauen in die geheimnisvolle Einheit aufgenommen werden. Nun hat erstmals eine Israelin die harte Aufnahmeprüfung bestanden

von Sabine Brandes  11.06.2026

Jerusalem

Bericht: Regierung will Hunderte Millionen für 61 Siedlungen bereitstellen

Nach Informationen des Journalisten Barak Ravid will das Kabinett noch heute über einen Plan abstimmen, der die praktische Umsetzung der Projekte im Westjordanland ermöglichen würde

 11.06.2026

Meeressäuger

Pottwale vor der Küste Ashdods gesichtet

Der Fund gelingt einem Wisschenschaftlerteam, kurz bevor es seine Forschungsfahrt wegen iranischer Angriffe abbrechen muss

 11.06.2026

Berlin

Dieter Nuhr erhält den Leo-Baeck-Preis

Der Kabarettist ist mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet worden. Zentralratspräsident Josef Schuster würdigte den Kabarettisten für seinen entschiedenen Einsatz gegen Antisemitismus

von Detlef David Kauschke  10.06.2026

Leo-Baeck-Preis

»Seine Arbeit hat rettende Relevanz«

Ahmad Mansour lobte in seiner Laudatio auf Dieter Nuhr den Mut und die intellektuelle Unbestechlichkeit des Kabarettisten. Eine Dokumentation

von Ahmad Mansour  10.06.2026

Rede

»Sie beweisen Zivilcourage und folgen mit ihrem Mut dem Beispiel von Leo Baeck«

Zentralratspräsident Schuster hob bei der Vergabe des Leo-Baeck-Preises Dieter Nuhrs ebenso fairen wie kompetenten Blick auf den jüdischen Staat hervor

von Josef Schuster  10.06.2026

Berlin

»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

von Dieter Nuhr  10.06.2026