Nachruf

Trauer um Israels ehemalige First Lady Reuma Weizman (99)

Reuma Weizman sel. A. Foto: Picture-Alliance / Photoshot

Nachruf

Trauer um Israels ehemalige First Lady Reuma Weizman (99)

Nach dem Holocaust kümmerte sie sich in Hamburg um jüdische Waisenkinder. Von 1993 bis 2000 war Reuma Weizman Israels Präsidentengattin

von Sara Lemel  15.04.2025 11:34 Uhr

Israels ehemalige First Lady Reuma Weizman ist im Alter von 99 Jahren gestorben. Der israelische Staatspräsident Isaac Herzog schrieb in einem Post auf der Plattform X, seine Frau Michal und er trauerten um eine »jahrzehntelange Freundin der Familie«. Weizman war von 1993 bis 2000 Israels First Lady. Reumas Ehemann, der ehemalige Präsident Eser Weizman, war bereits vor 20 Jahren verstorben.

Ihre Lebensgeschichte sei »mit der Geschichte ihres Volkes verwoben«, schrieb Herzog in der Mitteilung. Geboren wurde sie als 1925 in London als Tochter von Rachel und Zvi Schwartz, die zu den Gründern der Arbeiterpartei Mapai und der Juristischen Fakultät an der Hebräischen Universität in Jerusalem gehörten. Ihre Schwester Ruth war mit dem legendären israelischen General und Politiker Mosche Dajan verheiratet. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg kümmerte Reuma Weizman sich in Hamburg um jüdische Kinder, die den Holocaust überlebt hatten. Das Schicksal dieser Kinder, die in der Villa Warburg untergebracht waren, wurde in dem Doku-Drama »Die Kinder von Blankenese« (2010) gezeigt. Ziel sei es gewesen, die Kinder nach Palästina zu bringen, damals noch britisches Mandatsgebiet, teils auf illegalem Weg, erzählte Reuma Weizman später.

Sie selbst war als Kleinkind mit ihren Eltern dort eingewandert. Nach Staatsgründung 1948 kehrte sie zurück nach Israel, wo sie auch ihren späteren Ehemann Eser Weizmann traf. 

»Reuma hatte ein tiefes Mitgefühl für die Schwachen, sie sah stets diejenigen vor Augen, die Hilfe, Aufmerksamkeit und ein besonderes Maß an Zuwendung und Einfühlungsvermögen benötigten«, hieß es in der Würdigung von Präsident Herzog.

Diplomatie

Prosor kritisiert israelischen Minister wegen Merz-Schelte

Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hatte dem Bundeskanzler nach dessen Kritik an der Siedlungspolitik vorgeworfen, Juden vorschreiben zu wollen, wo sie leben sollen

 14.04.2026

Umfrage

Große Mehrheit jüdischer Israelis unterstützt Fortsetzung des Krieges gegen Hisbollah

Befragt wurden Bürger auch zu den Streitkräften und der Regierung von Benjamin Netanjahu

 14.04.2026

Nahost

Historische Verhandlungen zwischen Israel und Libanon

Zum ersten Mal seit mehr als 40 Jahren führen Beirut und Jerusalem direkte Gespräche auf politischer Ebene. Können sie zu einem Durchbruch im aktuellen Konflikt führen?

von Amira Rajab, Cindy Riechau  14.04.2026

Ramallah

Fatah-Funktionär bietet Terror-Häftlingen Entscheiderrollen an

Tayseer Nasrallah spricht von einer »echten und ernsthaften Vertretung der palästinensischen Gefangenen«. Dabei handelt es sich auch um Täter, die wegen tödlicher Terroranschläge gegen Israelis verurteilt wurden

 14.04.2026

Jom Haschoa

Erinnerungen im Wohnzimmer

Am Holocaustgedenktag kommen in Israel Menschen bei »Sikaron Ba‘Salon« zusammen, um Überlebenden zuzuhören

von Sabine Brandes  14.04.2026

Automatisierter Handel

»Geistiger Schaden«: Bnei Brak will Verkaufsautomaten nachts schließen

Stadtrat Rabbiner Ze’ev Lipschitz, der die Änderung eingebracht hatte, spricht von ökologischen, körperlichen und vor allem »spirituellen« Schäden durch Automaten

 14.04.2026

Jerusalem

Israel begeht den Jom Haschoa im Zeichen des Krieges – Netanjahu kritisiert Europa

Der Kontinent leide an »tiefer moralischer Schwäche«, sagt der Ministerpräsident

 14.04.2026

Nahost

Darüber sprachen Merz und Netanjahu

Kurz vor direkten Gesprächen von israelischen und libanesischen Vertretern greifen zwei deutsche Regierungsmitglieder zum Telefonhörer. Wer mit wem spricht und wie Berlin auf die Gespräche blickt

 13.04.2026

Ungarn

Netanjahu gratuliert Wahlsieger Magyar – und lobt Orban

Israels Premier: »Orban ist ein wahrer Freund Israels, der fest an der Seite Israels stand angesichts ungerechter internationaler Verleumdungen«

 13.04.2026