Ägypten

Trauer um den »Pharao-Präsidenten«

Trauer über den Tod des ehemaligen Präsidenten Hosni Mubarak in Ägypten. Foto: Flash90

Ägypten

Trauer um den »Pharao-Präsidenten«

Hosni Mubarak starb 91-jährig in Kairo

von Sabine Brandes  26.02.2020 15:26 Uhr

Der ehemalige ägyptische Präsident Hosni Mubarak ist am Dienstag im Alter von 91 Jahren in Kairo gestorben. Am Mittwoch ist er mit militärischen Ehren beigesetzt worden.

Der jetzige Präsident Abdel Fattah al-Sisi rief zu einer dreitägigen Staatstrauer auf. Auch die israelische Regierung drückte ihre Trauer über den Tod des Mannes aus, der den israelisch-ägyptischen Frieden drei Jahrzehnte lang mit bewahrte.

Riesenland Mubarak war ein 24-jähriger Pilot, als das ägyptische Militär König Faroukh 1952 stürzte. Später wurde er Vize von Präsident Anwar Sadat. Als der nach seinem historischen Besuch in Jerusalem während einer Militärparade in Kairo ermordet wurde, stand Mubarak an seiner Seite und übernahm die Macht.

In drei Jahrzehnten wandelte er sich vom unscheinbaren Politiker zum »Pharao-Präsidenten«, überlebte mehrere Attentate und regierte mit eiserner Hand. Er sorgte aber auch für Ordnung in dem riesigen Land, das von Armut geprägt ist. Und er gab seinem Volk die Wahl: Mubarak oder das Chaos.

Nach den Massenprotesten von 2011 wurde er dennoch aus dem Amt gejagt, und die Muslimbruderschaft wurde an die Regierung gewählt. Mubarak wurde anschließend für den Tod von 239 Demonstranten und das Chaos im Land verantwortlich gemacht und zu lebenslanger Haft verurteilt. 2017 jedoch wurde er entlassen, nachdem ihn ein Berufungsgericht von fast allen Anklagepunkten freigesprochen hatte.

Mubarak war zuletzt 1995, zur Beerdigung von Premierminister Yitzhak Rabin, nach Israel gereist.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sandte sein Beileid vom israelischen an das ägyptische Volk. »Ich möchte auch meine persönliche Trauer zum Ausdruck bringen. Präsident Mubarak war mein guter Freund.« Mubarak war zuletzt in Israel zur Beerdigung von Premierminister Yitzhak Rabin im Jahr 1995 gewesen.

Lebenswerk Auch Präsident Reuven Rivlin kondolierte dem ägyptischen Volk, seiner Frau Suzanne und den beiden Söhnen. »Präsident Mubarak war ein echter Sohn Ägyptens und ein treuer Diener seines Volkes. Sein Lebenswerk hat immens zur Entwicklung des Landes und der Stabilität der gesamten Region beigetragen.« Weiter schrieb Rivlin, er hoffe, dass sein Erbe uns alle zu einer besseren Zukunft führen werden.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Der Chef der Arbeitspartei, Amir Peretz, äußerte sich ebenfalls: »Mubarak wird als mutiger Anführer in Erinnerung bleiben, der sich für die Stärkung des Friedensvertrages zwischen Israel und Ägypten einsetzte. Er unterstützte auch die Normalisierung der Verbindung zwischen moderaten arabischen Staaten und Israel«. Der Frieden zu Ägypten habe seine Hochs und Tiefs gehabt. »Aber das ist immer einem Krieg vorzuziehen.« Mubaraks Kritiker wie Nachfolger hätten das verstanden.

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  28.06.2026

Interview

»Es braucht eine umfassende Kampagne«

Der israelische Diplomat Akiva Tor beklagt, dass das angeschlagene Image seines Landes die nationale Sicherheit des jüdischen Staates gefährdet

von Sabine Brandes  27.06.2026

Nahost

Amerikas Rückzug

Die USA lassen Israel fallen und versuchen plötzlich, den Iran zu bestechen. Eine gefährliche Situation für den Judenstaat – aber auch eine Chance, sich neu zu erfinden

von Rafael Seligmann  27.06.2026

Jerusalem

50. Jahrestag: Israel gibt Geheimdokumente zu Entebbe frei

Am 27. Juni 1976 entführten Terroristen eine Air-France-Maschine nach Uganda. Fünf Jahrzehnte später stellt das israelische Staatsarchiv die Regierungsdokumente zur militärischen Befreiung bereit

von Hans Dahne  26.06.2026

Washington D.C.

Gespräche zwischen Israel und Libanon verlängert

Die USA drängen die beiden Staaten darauf, die Verhandlungen nicht ohne Ergebnis zu beenden. Deshalb sollen die Delegationen heute erneut zusammenkommen.

 26.06.2026

Medien

»Alle Juden haben genug von dir!« Trump soll Netanjahu angeschrien haben

Auslöser für den Streit war einem neuen Buch zufolge ein israelischer Angriff auf Hamas-Führungsmitglieder in Doha

 26.06.2026

Jerusalem

Sa’ar will Anerkennung des Armenier-Genozids

Der israelische Außenminister will eine entsprechende Resolution zunächst im Kabinett einbringen. Anschließend soll sie der Knesset zur Abstimmung vorgelegt werden

 26.06.2026

Jerusalem

Isaac Herzogs Hubschrauber muss notlanden

Die Hintergründe

 26.06.2026

Meinung

Wie Israel zum Juden unter den Staaten gemacht wird

Antisemitismus zeichnet sich dadurch aus, dass er keine empirischen Grundlagen braucht, um zu existieren - weder in der UN noch anderswo

von Jacques Abramowicz  25.06.2026