Israel

Terroranschlag in Ra’anana

Sicherheitskräfte am Tatort in Ra’anana Foto: copyright (c) Flash90 2024

Es geschah in den frühen Nachmittagsmittagsstunden. An gleich mehreren Orten griffen zwei Palästinenser in der zentralisraelischen Kleinstadt Ra’anana Zivilisten an. Mit Messern und gestohlenen Fahrzeugen gingen sie dabei auf die Passanten los, verletzten die 79-jährige Edna Bluestein dabei so schwer, dass sie kurz darauf im Krankenhaus verstarb. Der Zustand einer weiteren Person, einem 66-jährigen Mann, ist zur Stunde noch kritisch.

Ein 34-jähriger Mann sowie ein 16-jähriger Junge wurden mit schweren Kopfverletzungen in Krankenhäuser eingeliefert. Die Attentäter hatten die beiden gezielt mit dem Auto überfahren. Alle anderen Opfer, darunter sechs weitere Kinder und Jugendliche, haben unterschiedlich schwere Verletzungen davongetragen.

Bei den Attentätern handelt es sich offensichtlich um zwei Männer, Muhammad sowie Ahmed Zaidat, 44 beziehungsweise 24 Jahre alt. Laut Avi Bitton, dem Polizeichef der Region, stammen beide aus Hebron im Westjordanland und arbeiteten illegal in Ra’anana. Beide konnten von den Sicherheitskräften mittlerweile lokalisiert und verhaftet werden. Von der Beteiligung weiterer Personen an dem Terroranschlag ist derzeit nicht die Rede.

Fahrzeug gewechselt

Laut Polizei gingen die zwei Palästinenser folgendermaßen vor: Zuerst stach einer der beiden Terroristen eine Frau nieder, während der andere ein Auto stahl, um damit an mehreren Orten die sogenannten Rammattacken durchführen. Dreimal wechselten sie dabei das Fahrzeug.

Ein Augenzeuge berichtete der Tageszeitung »Maariv«, dass die Straße »ungewöhnlich ruhig« war, als er dann hörte, wie zwei Autos ineinander krachten. »Ich war mir sicher, dass es ein Autounfall war«, so Eden Alfi gegenüber den Journalisten.

»Eine andere Person, die bei mir war, bemerkte die Situation und rief >ein Angriff, ein Angriff<. Danach habe ich den Terroristen gesehen. Ich sah, wie er auf einen etwa 60 Jahre alten Mann einstach. Der Mann stürzte und der Terrorist rannte weg.«

Rasches Eingreifen

»Zunächst war unklar, ob es sich um einen Terroranschlag oder einen Vorfall mit einem Fahrzeug handelte«, erklärte auch Israels oberster Polizeichef Kobi Shabtai am Montag in einer ersten Stellungnahme. »Nach dem raschen Eingreifen der Polizei von Kfar Saba wurde uns jedoch klar, dass es sich um zwei Terroristen und zwei verschiedene Tatorte handelte.

Wie das Büro des Bürgermeisters von Ra‘anana nach dem Anschlag mitteilte, wurden sofort die Schulen in dem Gebiet der Stadt abgeriegelt und Eltern aufgefordert, ihre Kinder nicht aus dem Haus zu lassen.

Statistik

Knapp 111.000 Holocaustüberlebende leben in Israel

Sie sind alt und sie werden weniger: Heute leben noch etwa 111.000 Holocaustüberlebende in Israel. Fast ein Drittel von ihnen ist über 90 Jahre alt, fast zwei Drittel von ihnen sind Frauen

 15.04.2026

Nahost

Iran droht USA mit Angriffen

Die USA blockieren Schiffe mit Ziel iranischer Häfen. Teheran droht mit Konsequenzen für die fragile Waffenruhe

 15.04.2026

Studie

Israelische Forscher sehen Zusammenhang zwischen Corona-Infektion und Lungenkrebs

Das Spike-Protein des Coronavirus könnte nach Angaben der Autoren schädliche Prozesse im Lungengewebe auslösen

 15.04.2026

Streit

Israel wirft Südkoreas Präsidenten vor, Massaker an Juden zu verharmlosen

Lee Jae-Myung zog einen Vergleich zwischen einem angeblichen Vorgehen Israels gegen palästinensische Kinder und dem Holocaust. Das Jerusalemer Außenministerium bezeichnet dies als »inakzeptabel«

 15.04.2026

Meinung

Wie die UN indirekt den Holocaust relativieren

Die kürzlich angenommene Resolution zur Aufarbeitung des transatlantischen Sklavenhandels ist ein Akt des geschichtspolitischen Revisionismus

von Jacques Abramowicz  15.04.2026

Jerusalem

Mossad-Chef: Einsatz gegen Iran erst mit Regime Change beendet

»Unsere Mission ist noch nicht beendet«, sagt David Barnea

 15.04.2026

Diplomatie

Prosor kritisiert israelischen Minister wegen Merz-Schelte

Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich hatte dem Bundeskanzler nach dessen Kritik an der Siedlungspolitik vorgeworfen, Juden vorschreiben zu wollen, wo sie leben sollen

 14.04.2026

Umfrage

Große Mehrheit jüdischer Israelis unterstützt Fortsetzung des Krieges gegen Hisbollah

Befragt wurden Bürger auch zu den Streitkräften und der Regierung von Benjamin Netanjahu

 14.04.2026

Nahost

Historische Verhandlungen zwischen Israel und Libanon

Zum ersten Mal seit mehr als 40 Jahren führen Beirut und Jerusalem direkte Gespräche auf politischer Ebene. Können sie zu einem Durchbruch im aktuellen Konflikt führen?

von Amira Rajab, Cindy Riechau  14.04.2026