Israel

Terror in Bnei Brak

Beim dritten Anschlag in Israel binnen einer Woche sind am Dienstagabend fünf Menschen getötet worden. Ein Mann eröffnete den Angaben zufolge in Bnei Brak bei Tel Aviv gezielt das Feuer auf Passanten. Nach Medienberichten soll es sich um einen palästinensischen Terroristen gehandelt haben, der von der Polizei neutralisiert wurde. 

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Der Bürgermeister von Bnei Brak rief die Einwohner nach dem Anschlag auf, ihre Häuser nicht zu verlassen. Es gab zunächst Spekulationen über mögliche weitere Attentäter. Am Ort des Geschehens waren zahlreiche Rettungswagen und Polizeikräfte zu sehen. Ein Mitarbeiter des Rettungsdienstes Zaka sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Anblick vor Ort sei »erschütternd« gewesen. »Ich habe vier Tote auf der Straße gesehen.« Er habe einen Mann mit Schussverletzungen behandelt, sagte der Sanitäter.

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Unter den Opfern sind Behördenangaben zufolge auch zwei ukrainische Gastarbeiter im Alter von 32 und 23 Jahren. Die ukrainische Botschaft in Tel Aviv bestätigte diese Information am Mittwochmorgen. Außerdem starben bei dem Anschlag ein 32-jähriger Polizist und zwei Familienväter im Alter von 36 und 29 Jahren.

beratungen Israels Regierungschef Naftali Bennett sagte vor Beginn von Sicherheitsberatungen mit Verteidigungsminister Benny Gantz sowie Militärs und Polizei: »Israel ist mit einer mörderischen arabischen Terrorwelle konfrontiert.« Man werde entschlossen und »mit eiserner Faust« gegen den Terror vorgehen.

Damit sind binnen einer Woche elf Israelis bei Anschlägen ums Leben gekommen. Erst am Sonntag waren bei einem Anschlag in der Küstenstadt Hadera zwei Polizisten und beide Attentäter getötet worden. Bei den Tätern handelte es sich um israelische Araber aus dem Norden des Landes. 

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Vor einer Woche waren bei einem weiteren Terroranschlag in Beer Sheva im Süden Israels vier Menschen getötet worden, zwei Männer und zwei Frauen. Der Attentäter, ein Beduine aus der Negev-Wüste, wurde von Passanten erschossen. Es war einer der schwersten Anschläge mit israelischen Opfern der vergangenen Jahre.

terrorwelle Der israelische Oppositionsführer Benjamin Netanjahu schrieb am Dienstag bei Twitter, es sei »ein trauriger und schwerer Abend«. Israel befinde sich »auf der Höhe einer gefährlichen Terrorwelle, wie wir sie seit Jahren nicht mehr erlebt haben«. Er forderte ein entschlossenes Vorgehen, »um den Bürgern Israels Ruhe und Sicherheit zurückzubringen«.

Im Westjordanland und Gazastreifen sowie im Libanon kam es nach dem Anschlag in Bnei Brak zu spontanen Freudenfeiern von Palästinensern.

Das Auswärtige Amt in Berlin zeigte sich schockiert und verurteilte die Tat. »Alle, die Verantwortung tragen und Einfluss haben, müssen diese Gewaltakte klar verurteilen, damit die Gewalt nicht noch weiter eskaliert. Dies gilt umso mehr, um eine Gewaltspirale während der anstehenden Feiertage für Juden, Muslime und Christen zu verhindern«, erklärte das Ministerium. Auch der EU-Außenbeauftragte, Josep Borrell, verurteilte die Tat im Namen der Europäischen Union. »Wir stehen an der Seite Israels in dieser schwierigen Zeit«, hieß es in einer Stellungnahme. dpa/ja

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