Israel

Terror am Schabbat

Sicherheitskräfte in dem abgesperrten Haus der Familie Foto: Flash 90

Drei Israelis sind am Freitagabend von einem palästinensischen Terroristen in ihrem Haus erstochen worden, ein weiteres Opfer wurde schwer verletzt. Die drei Mitglieder der Familie Salomon wurden neben ihrem gedeckten Schabbattisch ermordet, als sie die Geburt eines Kindes feierten. Die Messerattacke ereignete sich in der Siedlung Halamisch im Westjordanland. Premierminister Benjamin Netanjahu nannte den Angreifer »ein menschliches Tier, das von schrecklichem Hass erfüllt ist«.

Zur Beerdigung der Opfer am Sonntag in der Stadt Modiin kamen Tausende von Menschen. Unter ihnen war auch die stellvertretende Außenministerin Zipi Hotolevy (Likud), Wohnungsbauminister Yoav Galant (Kulanu) und mehrere Knessetabgeordnete verschiedener Parteien.

Angriff Laut Angaben der israelischen Armee war der 19-jährige Palästinenser am Freitag über den Zaun der Siedlung geklettert, hatte dann eine Fensterscheibe zerschlagen und war in das Haus geklettert. Dort fiel er über die Familie her, die am Tisch saß und zu Abend aß. Der 70-jährige Yosef Salomon, sein 36-jähriger Sohn Elad und seine Tochter Chaya (46) starben, die Ehefrau Tova (68) wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert.

Während der Attacke gelang es der Ehefrau des getöteten Sohnes, sich mit den Kindern in einem der Zimmer des Hauses zu verstecken, von dem aus sie die Polizei anrief und schrie, dass ein Terrorist in ihrem Haus sei. Ein Soldat, der gerade den Dienst beendet hatte, hörte die Schreie, rannte zum Haus, schoss durch ein Fenster auf den Terroristen und verwundete ihn. Die Frau und die Kinder wurden nicht verletzt.

Der Terrorist hatte zuvor auf Facebook gepostet, dass er für Al-Aksa sterben werde. Die Hamas im Gazastreifen lobte den Anschlag und nannte den Mörder einen »Helden«. Die israelische Armee nahm im Westjordanland 29 Hamas-Mitglieder fest.

Tempelberg Unterdessen gehen die Unruhen wegen des Tempelberges in Jerusalem weiter. Bei gewalttätigen Zusammenstößen zwischen palästinensischen Demonstranten und der israelischen Polizei wurden nach Angaben der Sicherheitskräfte drei Palästinenser getötet. Es ist jedoch noch nicht klar, unter welchen Umständen die Männer starben. Derzeit werden die Vorfälle untersucht, gab die Polizei an. Mehr als 200 Menschen sollen verletzt worden sein.

Die Gewalt war nach einem Anschlag am 14. Juli ausgebrochen, bei dem drei israelische Araber zwei Grenzpolizisten in unmittelbarer Nähe des Tempelberges erschossen hatten. Die Waffen hatten sie offenbar in die heilige Stätte geschmuggelt.

Die israelische Regierung hatte anschließend Metalldetektoren an den Eingängen des Tempelberges aufstellen lassen. Obwohl Netanjahu stets versicherte, der Status quo werde nicht angetastet, verkündete der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, am Freitag, dass er alle Kontakte zu Israel einfrieren werde, die Sicherheitskooperation inbegriffen. Dies geschieht zum ersten Mal seit Langem.

Jason Greenblatt Das Weiße Haus befindet sich derzeit nach eigenen Angaben in Gesprächen mit Israel, Jordanien und der Palästinensischen Autonomiebehörde, um dabei zu helfen, die Unruhen zu beenden. Am Montag wird der spezielle Gesandte von US-Präsident Donald Trump für internationale Verhandlungen, Jason Greenblatt, in Israel erwartet.

Jom Hasikaron

So viele Verluste

Mein Vater floh vor der Schoa, wurde beinahe in seinem Kibbuz ermordet und starb als Flüchtling im eigenen Land. Der Gedenktag wird dieses Jahr für mich besonders schmerzhaft sein

von Eshkar Eldan Cohen  20.04.2026

Jom Hasikaron

Wenn Hunde heilen

Ein Projekt in Israel bringt Soldaten und traumatisierte Überlebende mit jungen Hunden zusammen – und schafft stille Rettungsräume im Alltag. Eine Begegnung im Yarkon-Park in Tel Aviv

von Sabine Brandes  20.04.2026

Israel

Herzog zeichnet Milei mit Ehrenmedaille aus

Javier Milei erhält in Jerusalem die höchste zivile Auszeichnung des jüdischen Staates. Der argentinische Präsident stellte sich im Konflikt mit dem Iran klar an die Seite Israels und der USA

 20.04.2026

Jom Hasikaron

Schmerz und Erinnerung im Herzen der Stadt

Welche Zukunft hat der Gedenkort der Terroropfer und gefallenen Soldaten am zentralen Dizengoff-Platz in Tel Aviv?

von Sabine Brandes  20.04.2026

Waffenruhe

Präsident Aoun: Libanon verhandelt alleine mit Israel

Seit ein paar Tage gilt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon eine Waffenruhe. Die Regierung in Beirut will dauerhafte Stabilität für den Mittelstaat erreichen

 20.04.2026

Nahost

Soldat schlägt auf Jesus-Statue ein. Israel kündigt harte Strafe an

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verurteilte die Attacke »aufs Schärfste«. Das israelische Militär kündigte »angemessene Maßnahmen« gegen alle Beteiligten an

 20.04.2026

Nahost

Iran richtet zwei Männer hin

Den Verurteilten wurde vorgeworfen, für den Mossad spioniert zu haben. Menschenrechtler sprechen jedoch davon, dass es sich um politische Gefangene gehandelt habe

 20.04.2026

Nord-Israel

Kiryat Schmona: Bewohner demonstrieren gegen Waffenruhe mit Hisbollah

Die Demonstranten werfen der Regierung vor, die Sicherheitsinteressen des Nordens preiszugeben

 20.04.2026

Staatsbesuch

Milei sagt Israel Unterstützung zu – Direktflüge und Botschaftsumzug angekündigt

Neben der Politik kommt die Kultur nicht zu kurz: Für eine israelische Fernsehsendung zum morgigen Jom Haatzmaut singt der argentinische Präsident einen Song

 20.04.2026