Israel

Tauchen verboten

Zur Mikwe links abbiegen! Foto: Flash 90

Die Mikwaot in Israel sollen ultrakoscher werden – oder bleiben. Zumindest, wenn es nach dem Willen der frommen Parteien im israelischen Parlament geht.

Das Vereinigte Tora-Judentum brachte einen Gesetzesvorschlag ein, der es ausschließlich ultraorthodoxen Juden erlauben würde, die jüdischen Ritualbäder im Land zu benutzen. Obwohl die Einbringung die erste Lesung bereits erfolgreich durchlief, rufen Vertreter anderer Parteien laut »Diskriminierung«, und Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit erklärte, der Vorschlag verstoße gegen die Verfassung.

Mikawot Die ultraorthodoxen Parteien in der Knesset sowie einige Unterstützer aus dem Lager des Jüdischen Hauses haben allerdings nicht vor, das hinzunehmen. Sie wollen mit ihrer Idee ein Urteil des Obersten Gerichtshofes vom Februar umgehen, das den Zugang zu den Mikwaot liberalisieren will. Es besagt, dass religiöse Institutionen, die durch öffentliche Gelder finanziert werden – dazu gehören Ritualbäder –, ihre Türen auch für andere Strömungen des Judentums öffnen müssen. Vor allem geht es dabei um Konversionen von reformierten oder konservativen Gemeinden.

Das ist den Ultrafrommen ein Dorn im Auge. Sie glauben, wie Mosche Gafni vom Vereinigten Tora-Judentum ausführte, die Regelung »unterminiert den Status quo im Verhältnis zwischen Religion und Staat«. Bislang kontrollieren ultraorthodoxe Vertreter des Oberrabbinats den Zugang zu den Bädern. Oft müssen Frauen strenge Kontrollen und nicht selten demütigende Verletzungen ihrer Privatsphäre über sich ergehen lassen. Frauenverbände befürchten, dass der Vorschlag dies noch verstärken würde.

Grundrecht Daher erklärte der Generalstaatsanwalt Mandelblit, die Reform sei »von vornherein zum Scheitern verurteilt, weil sie den Zugang für all jene mit anderen Ritualen und Bräuchen komplett untersagt. Damit verstößt sie gegen die Menschenwürde, die in den Grundrechten verankert ist«.

Vertreter der Reform- und der konservativen Bewegungen in Israel begrüßten den Einspruch von Mandelblit. Jishar Hess, Direktor von Masorti, sagte: »Das vorgeschlagene Mikwe-Gesetz widerspricht nicht nur der Verfassung, es ist auch antijüdisch und antizionistisch.« Dieser Vorschlag, würde er tatsächlich umgesetzt, »markierte das Ende von Israel als Heimstätte für das Jüdische Volk«.

EU-Sanktionen

Israel bietet Hilfe bei Verfolgung von Revolutionsgarden an

Die Europäische Union hat die Elite-Einheit des Mullah-Regimes auf die Terrorliste gesetzt. Nach Ansicht des israelischen Botschafters dient das auch der inneren Sicherheit in Deutschland

 30.01.2026

Gazastreifen

Grenzübergang Rafah soll Sonntag geöffnet werden

Die Öffnung gelte begrenzt für den Personenverkehr, teilte die israelische Armee mit

 30.01.2026

Israel

Möglicherweise bald Primark in Israel

Wegen hoher Versand- und Logistikkosten hat der europäische Kleidungsdiscounter die Region bisher gescheut. Doch nun scheint es Verhandlungen zu geben

 30.01.2026

Wissenschaft

Israelische Studie: Gene beeinflussen Lebenserwartung stärker als gedacht

Das Weizmann-Institut liefert überraschende Erkenntnisse: Demnach bestimmt das Genom deutlich mehr über das erreichbare Lebensalter, als bisher angenommen

 30.01.2026

Tel Aviv

Fast zwei Millionen Israelis leben unter der Armutsgrenze

Besonders besorgniserregend: Fast jedes vierte Kind in Israel wächst in Armut auf

 30.01.2026

7. Oktober

Ex-Geisel Alexander Troufanov: »Erst jetzt können wir wieder atmen«

Nach der Rückkehr der sterblichen Überreste Ran Gvilis fühlt sich Alexander Troufanov endlich frei, wie er in einem Interview erzählt

 30.01.2026

Spannungen in Nahost

Israel bereitet sich auf mögliche Eskalation mit Iran vor

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu berät sich mit führenden Sicherheitsvertretern zu einem offiziell als »geheim« bezeichneten Thema. Steht eine Entscheidung der USA über einen Angriff gegen das Teheraner Regime kurz bevor?

 30.01.2026

Jerusalem

Israels Streitkräfte verzichteten auf Angriffe, um Geiseln zu retten

Die Entscheidung, einzelne Terroristen nicht zu töten, habe während des Krieges ein Dilemma dargestellt: Einerseits sollten Bedrohungen neutralisiert werden, andererseits konnten Terroristen wertvolle Informationen liefern, sagt ein IDF-Offizier

 30.01.2026

Doha/Gaza

Hamas: Komplette Entwaffnung kommt nicht infrage

Moussa Abu Marzouk, Mitglied des Hamas-Politbüros, sagt, die Organisation habe zu keinem Zeitpunkt einer Übergabe aller Waffen zugestimmt

 30.01.2026