Vereinte Nationen

Taten für das Klima

Ausgetrocknet: die Gegend um das Tote Meer Foto: Flash90

Derzeit wird in Jerusalem eine nationale »Klima-Notfallerklärung« vorbereitet. Wird sie von der Knesset angenommen, würden alle staatlichen Einrichtungen verpflichtet werden, sich daran zu halten.

Die Erklärung würde eine Reduzierung von Treibhausgasen, den Aufbau von Überwachungssystemen und die Vorbereitung auf Klimanotfälle wie Hitzewellen, Fluten oder Waldbrände fordern. Darüber hinaus würden ein Ministerkomitee sowie Expertengremien mit Vertretern der Akademie der Wissenschaften, Umweltorganisatio­nen, der Industrie sowie »der jüngeren Generation« gebildet. Zudem würde ein Klimainstitut unter der Aufsicht des Umweltministeriums ins Leben gerufen.

VORSCHLÄGE Die Deklaration wird in diesen Tagen vom Büro des Premierministers, dem Umwelt- und Verteidigungsministerium sowie dem nationalen Sicherheitsrat verfasst. Parallel sollen neue Gesetze eingebracht werden. Die Vorschläge werden von sämtlichen Ministerien – bis auf Finanzen und Energie – unterstützt.

Ministerpräsident Naftali Bennett habe das anvisierte Ziel von Umweltministerin Tamar Zandberg akzeptiert, heißt es aus Regierungskreisen. Bei der Konferenz der Vereinten Nationen zum Klimawandel in Glasgow in zwei Wochen, zu der Bennett erwartet wird, wolle er Fortschritte aus Israel präsentieren.

EINSPRUCH Obwohl der Chef des Finanzressorts, Avigdor Lieberman, und Energieministerin Karine Elharrar mehrfach ihre Unterstützung beim Kampf gegen den Klimawandel zugesagt hatten, versuchen sie jetzt, die Klimagesetzgebung zu verhindern. Als Grund gab das Finanzministerium an, dass sie »den Ermessensspielraum der Regierung in Sachen Haushalt einschränkt«.

Durch die Notfallerklärung würde die Klimakrise als »Bedrohung für Israel« eingestuft, wodurch automatisch die nationale Behörde für Notfallmanagement verantwortlich wäre. Diese ist dem Verteidigungsministerium unterstellt. Letzteres hatte bereits 2018 begonnen, den Klimawandel als nationale Gefahr anzusehen.

Im Februar hatte der UN-Generalsekretär Antonio Guterres alle Länder ersucht, eine Klima-Notfallerklärung zu formulieren. Dutzende habe es bereits getan.

Iran

Krieg auf Eis gelegt

Die direkte Konfrontation zwischen Israel und dem Mullah-Regime ist gestoppt. Doch die Spannungen in der Region bleiben unverändert hoch

von Sabine Brandes  11.06.2026

Knesset

Armeedienst und Torastudium sollen gleichgestellt werden

Trotz des Widerstands der Opposition und einiger Koalitionsmitglieder geht der kontroverse Gesetzesvorschlag durch die erste Lesung

von Sabine Brandes  11.06.2026

Gesellschaft

Erste Frau in IDF-Eliteeinheit Sayeret Matkal

Seit 2024 dürfen auch Frauen in die geheimnisvolle Einheit aufgenommen werden. Nun hat erstmals eine Israelin die harte Aufnahmeprüfung bestanden

von Sabine Brandes  11.06.2026

Jerusalem

Bericht: Regierung will Hunderte Millionen für 61 Siedlungen bereitstellen

Nach Informationen des Journalisten Barak Ravid will das Kabinett noch heute über einen Plan abstimmen, der die praktische Umsetzung der Projekte im Westjordanland ermöglichen würde

 11.06.2026

Meeressäuger

Pottwale vor der Küste Ashdods gesichtet

Der Fund gelingt einem Wisschenschaftlerteam, kurz bevor es seine Forschungsfahrt wegen iranischer Angriffe abbrechen muss

 11.06.2026

Berlin

Dieter Nuhr erhält den Leo-Baeck-Preis

Der Kabarettist ist mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet worden. Zentralratspräsident Josef Schuster würdigte den Kabarettisten für seinen entschiedenen Einsatz gegen Antisemitismus

von Detlef David Kauschke  10.06.2026

Leo-Baeck-Preis

»Seine Arbeit hat rettende Relevanz«

Ahmad Mansour lobte in seiner Laudatio auf Dieter Nuhr den Mut und die intellektuelle Unbestechlichkeit des Kabarettisten. Eine Dokumentation

von Ahmad Mansour  10.06.2026

Rede

»Sie beweisen Zivilcourage und folgen mit ihrem Mut dem Beispiel von Leo Baeck«

Zentralratspräsident Schuster hob bei der Vergabe des Leo-Baeck-Preises Dieter Nuhrs ebenso fairen wie kompetenten Blick auf den jüdischen Staat hervor

von Josef Schuster  10.06.2026

Berlin

»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

von Dieter Nuhr  10.06.2026