Medizin

Studie: mRNA aus Corona-Impfstoff nicht in Muttermilch nachweisbar

Foto: imago images/Westend61

Corona-Impfungen für stillende Frauen mit mRNA-Impfstoffen sind nach Einschätzung von US-Experten in Hinblick auf die Muttermilch unproblematisch. Wegen der Immunisierung sollten Mütter nicht aufhören zu stillen, schreibt ein Team um Stephanie Gaw von der University of California San Francisco im Fachblatt »Jama Pediatrics«. In 13 untersuchten Muttermilchproben von sieben geimpften Frauen sei keine mRNA aus dem Impfstoff nachweisbar gewesen.

Fünf Probandinnen hatten den mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer und zwei den von Moderna erhalten. Die untersuchten Proben wurden vor der Impfung sowie zwischen vier und 48 Stunden danach entnommen. Die Ergebnisse seien wichtige frühe Hinweise, dass die mRNA aus den Impfstoffen nicht auf den Säugling übertragen werde, schreibt das Autorenteam. Es weist als Einschränkung jedoch auf die geringe Zahl an Studienteilnehmerinnen hin.

mRNA-Impfstoffe basieren auf Boten-Ribonukleinsäure (mRNA). Die mRNA in den Präparaten enthält den Bauplan für ein bestimmtes Merkmal des Coronavirus.

In Israel hatten der Frauenärzteverband sowie das Gesundheitsministerium bereits im Januar eine Empfehlung zur Impfung schwangerer und stillender Frauen gegen das Coronavirus abgegeben. Es gab in dem Land mehrere Todesfälle schwangerer Frauen sowie Totgeburten nach einer Corona-Infektion. Israel hat die höchste Geburtenrate der westlichen Welt - mit durchschnittlich drei Kindern pro Frau.

Deutsche Fachgesellschaften hatten sich im Mai ebenfalls für eine priorisierte Impfung auch von Stillenden ausgesprochen. Durch die Impfung gebildete Antikörper würden über die Muttermilch transportiert, gestillte Neugeborene seien somit durch eine Nestimmunität geschützt.

Der Leiter der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hatte kürzlich gesagt, dass die Impfung von Stillenden »eigentlich auch nach Stiko-Vorstellungen unproblematisch« sei. »Das muss man ganz klar sagen, ich denke, die stillende Frau kann ohne weiteres geimpft werden.« Stefanie Järkel / Gisela Groß (mit ja)

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