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Stadt, Spende, See

Schöner leben in Ramat Gan Foto: Flash 90

Preis
Merck investiert wieder in Israel. Der Pharmaproduzent aus Deutschland hat zum zweiten Mal einen sogenannten Inkubator im jüdischen Staat eröffnet. Darin werden Start-up-Firmen gefördert, die sich auf fortschrittliche elektronische Produkte spezialisieren, zum Beispiel Halbleiter und Sensortechnologien. »Dies ist unsere neueste Initiative, um Start-ups und akademischen Ideen zu helfen, echte Firmen zu entwickeln«, so Jasper Bos, stellvertretender Präsident von »M Ventures«, dem Venture-Capital-Zweig des Unternehmens in Israel. Der Inkubator, der seine Arbeit in dieser Woche aufgenommen hat, hat seinen Sitz in Yavne, einige Kilometer südlich von Tel Aviv. »Bioincubator« war der erste Inkubator von Merck. Er konzentriert sich auf biomedizinische Neufirmen.

Aussage
Die Journalistin und Nachrichtensprecherin Oshrat Kotler steht in der Kritik. Am Samstag hatte sie in ihrer Sendung im Kanal 13 gesagt: »Du schickst deine Kinder in die Armee, in die (palästinensischen) Gebiete, und du bekommst sie als menschliche Tiere zurück. Dies ist das Ergebnis der Besatzung.« Kotlers Bemerkung kam im Anschluss an ein Stück, das die Misshandlungen palästinensischer Gefangener durch die Einheit Netzah Yehuda beschrieb. Viele Politiker scholten die Journalistin, darunter Ministerpräsident Netanjahu. Der schrieb: »Ich bin stolz auf Israels Soldaten, und ich liebe sie sehr. Kotlers Worte verdienen jede Verurteilung.« Die Vorsitzende der linken Meretz-Partei, Tamar Zandberg, indes meinte, dass diese »erbärmlichen Kommentare zu Kotlers gerechtfertigter Aussage zu erwarten waren«. Die stellte noch in derselben Sendung klar, dass sie die fünf Soldaten meint, die derzeit angeklagt sind. Die Partei Neue Rechte will die Journalistin wegen Verleumdung vor Gericht bringen.

Stadt
Die unscheinbare Stadt, die unmittelbar an Tel Aviv grenzt, hat das Rennen gemacht. Nach Angaben des Zentralen Statistikbüros gibt es in Ramat Gan die höchste Lebensqualität im ganzen Land. Die Mittelklassestadt erhielt die Bestnoten in den Bereichen Arbeitszufriedenheit, Durchschnittseinkommen, Lebenserwartung und Häuserdichte. Außerdem beherbergt sie die Börse und den Safaripark. Tel Aviv schaffte es auf Platz vier mit der geringsten Arbeitslosigkeit. Jerusalem kam auf den elften Platz, größtenteils wegen der hohen Armut in der Stadt. Das Schlusslicht bildet Bat Yam auf dem 14. Platz der teilnehmenden Städte. Hier gibt es die geringste Lebensdauer, die höchste Übergewichtsrate bei Erstklässlern und die geringsten wirtschaftlichen Aussichten.

Spende
Er darf seinen Samen in Zukunft nicht mehr israelischen Frauen anbieten. Der amerikanische Mathematik-Professor Ari Nagel – von US-Medien »Sperminator« getauft – hat bislang mindestens 35 Kinder per Samenspende gezeugt. Doch damit ist nun Schluss, zumindest in Israel. Das Oberste Gericht argumentierte, dass ein Spender anonym bleiben müsse und nur dann seine Identität offenlegen dürfe, wenn er ernsthaft vorhabe, das Kind gemeinsam mit der Frau aufzuziehen. Das sei bei dem 42-Jährigen aber nicht der Fall. Eine Israelin, die Nagels gefrorenen Samen von New York nach Israel hatte einfliegen lassen, war vor Gericht gezogen, um eine Befruchtung durchzusetzen. Doch ohne Erfolg. Das Gericht stellte fest, dies verstoße gegen israelisches Recht. Der Professor hatte seinen Samen stets kostenlos abgegeben. Meist, wie er selbst sagte, in einen Plastikbecher auf öffentlichen Toiletten. Frauen hatten den Spender oft wegen seiner Größe, Intelligenz und seinen hellblauen Augen ausgewählt.

See
Die Experten atmen auf. Nach zwei regnerischen Wintern hat die hauptsächliche Wasserquelle des Landes, der See Genezareth (Kinneret), zum ersten Mal seit zwei Jahren die untere rote Grenze überschritten. Der Pegel des Süßwassersees liegt jetzt bei 213 Metern unter dem Meeresspiegel. In diesem Winter allein sei er um 1,4 Meter gestiegen. Und die kalte Jahreszeit ist noch nicht vorbei. Es sind weitere Regenfälle angesagt, und zudem wird bald die Schneeschmelze aus den Golanhöhen erwartet, die ebenfalls im Kinneret ankommt. Doch Entwarnung gibt die Wasserbehörde Mekorot nicht. Denn das Level liegt noch immer rund viereinhalb Meter unter dem, das eigentlich normal wäre. Im vergangenen Jahr musste Mekorot 17.000 Tonnen Salz abpumpen, damit das Wasser nicht zu salzig wurde und irreparable Schäden an Flora und Fauna hätte verursachen können.

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