Wirtschaft

Sprudel für Syrer

SodaStream-Chef Daniel Birnbaum Foto: Flash 90

Keine leere Blase: Der Geschäftsführer der Sprudelapparatefirma SodaStream meint es ernst mit seinem Vorschlag: Daniel Birnbaum will syrische Flüchtlinge nach Israel holen und in seiner Firma beschäftigen. Der Haken an dem hehren Vorhaben: Die israelische Regierung will bislang keine Syrer aufnehmen.

Vor Kurzem erst hatte SodaStream seinen umstrittenen Standort im Westjordanland aufgegeben. »Nicht aus politischen Gründen«, wie Birnbaum beteuerte. Stattdessen hatte er stets versichert, seine Firma im Westjordanland angesiedelt zu haben, »um den palästinensischen Brüdern und Schwestern zu helfen«. Jetzt produziert SodaStream an einem anderen Ort mit sozialer Brisanz: in Rahat, der größten Beduinenstadt der Welt, die von Arbeitslosigkeit und Armut geprägt ist.

arbeitsplatz Gemeinsam mit dem Bürgermeister der Stadt, Talal Al-Krenawi, würde Birnbaum gern 1000 Syrern eine neue Zukunft schenken. Die Stadt könnte zunächst rund 200 Familien aufnehmen, erklärten die beiden gemeinsam. Allen würde SodaStream einen sicheren Arbeitsplatz garantieren.

»Als Sohn eines Holocaust-Überlebenden weigere ich mich, die humanitäre Katastrophe, die sich hinter der Grenze zum benachbarten Syrien abspielt, tatenlos anzusehen«, machte der Firmeninhaber kürzlich klar. Es sei jetzt an der Zeit, dass die örtlichen Betriebe und Bürgermeister sich der Krise annähmen und Initiative zeigten. »Wir können nicht darauf zählen, dass die Politiker die gesamte Last tragen, um Hilfe für die Flüchtlinge zu leisten.«

werte Al-Krenawi pflichtete ihm mit den Worten bei: »Menschliche Würde und Gastfreundschaft sind die Werte unserer Gesellschaft. Wir werden keine Gleichgültigkeit im Angesicht dieses Leids akzeptieren.«

Die beiden idealistischen Männer warten noch darauf, dass die Regierung ihr Vorhaben absegnet. Bislang hieß es, dass Israel keine syrischen Flüchtlinge aufnehmen wird. Offiziell befinden sich der jüdische Staat und Syrien im Kriegszustand. Allerdings hatte Israel wiederholt verwundete Menschen aus dem Nachbarland zur Behandlung hineingelassen und in den Krankenhäusern des Landes gesund gepflegt.

Wolfgang Benz, Stefanie Schüler-Springorum und das deutsche Zentrum für Antisemitismusleugnung

Ein Kommentar von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

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