Covid-19

Spritze vor Publikum

In den nächsten Tagen soll es mit dem Impfen losgehen. Foto: Flash90

Premierminister Benjamin Netanjahu befindet sich in Quarantäne. Nachdem per Kontakt-Tracing bekanntgegeben wurde, dass er sich in unmittelbarer Nähe zu einem mit Covid-19 Infizierten befunden hatte, muss er sich bis Freitag isolieren. Gleichzeitig will Israel in den kommenden Tagen damit beginnen, den Impfstoff an die lokalen Gesundheitszentren zu verteilen.

Dann will Netanjahu der Erste sein, der geimpft wird – und sogar öffentlich. Er kündigte an, sich vor laufenden Kameras gegen das Coronavirus impfen zu lassen. In einem Interview auf Kanal 20 sagte er: »Die Risiken, die durch eine Nicht-Impfung entstehen, sind wesentlich größer als die, sie zu nehmen. Deshalb werde ich als Erster geimpft, und ich erwarte von allen, dass sie es ebenfalls tun.«

CELEBRITIES Derzeit gibt es in Israel knapp 17.700 aktive Fälle, 3003 Menschen sind an den Folgen des Coronavirus gestorben. Währenddessen berichtet der öffentlich-rechtliche Sender Kan, dass Netanjahu gemeinsam mit Gesundheitsminister Yuli Edelstein bereits am kommenden Samstag das Mittel verabreicht werden könnte. Das würde ihn zum ersten Staatsmann der Welt machen, der gegen Covid-19 geimpft ist.

Zudem will das Gesundheitsministerium lokale Berühmtheiten, etwa Künstler und Journalisten, gewinnen, die sich ebenfalls medienwirksam immunisieren lassen. Dabei gehe es vor allem darum, angebliche Falschinformationen, die zum Thema Impfungen in Umlauf sind, zu untergraben, so das Ministerium.

NORMALITÄT Die Impfungen hätten am 27. Dezember beginnen sollen, doch jetzt meint der Corona-Berater der Regierung, Nahman Ash, man könnte mit dem Mittel des US-Konzerns Pfizer bereits früher anfangen. »Wir müssen alles geordnet und verantwortlich ablaufen lassen. Doch in einigen Monaten werden wir den Großteil der Bevölkerung geimpft haben.«

Die Restriktionen sollen aufgehoben werden und das Leben zur Normalität zurückkehren, wenn rund 60 Prozent sich haben impfen lassen, so Ash. Er geht davon aus, dass dieses Ziel zwischen März und April erreicht sein wird. Bis dahin allerdings werden die Zahlen der Neuinfektionen noch steigen, prognostiziert er. Bis zum Ende des Monats werden es seinen Annahmen zufolge 2500 positive Tests pro Tag sein.

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