Israel

Soldat sucht seinen entführten Freund - und stirbt

Tausende kamen zu Yuval Shohams Beerdigung in Jerusalem Foto: Copyright (c) Flash 90 2024

Hersh Goldberg-Polin und Yuval Shoham waren seit ihrer Kindheit befreundet. Sie wuchsen gemeinsam im Jerusalemer Stadtteil Baka auf und besuchten dieselbe Highschool. Als Hersh Goldberg-Polin, ein 23-jähriger amerikanischer Israeli, während der Massaker des 7. Oktober 2023 auf dem Nova-Musikfestival von Hamas-Terroristen als Geisel genommen und nach Gaza verschleppt wurde, gehörte Yuval Shoham zu den Soldaten, die ihn suchen sollten. Während der 22-Jährige im Gazastreifen patrouillierte, habe er immer wieder den Namen seines Freundes gerufen, sagte Shohams Bruder gegenüber israelische Medien.

Lesen Sie auch

Als die Familie von Goldberg-Polin im Sommer den Tod ihres Sohnes bekanntgeben musste, habe auch sie einen Sohn verloren, zitiert die Jewish Telegraph Agency Yuval Shohams Mutter, Oshrat. »Die ganze Nachbarschaft ist voll mit Hersh-Schildern. Wir hätten nicht gedacht, dass es so enden würde. Alle hatten gehofft, dass wir zusammen seine Befreiung feiern würden. Ein solches Ende haben wir uns nicht vorgestellt.«

Am Sonntag traf das Unvorstellbare die Familie Shoham selbst, als das israelische Militär bekanntgab, dass Yuval Shoham beim Einsatz in Jabalia, einer Stadt im nördlichen Gazastreifen, getötet wurde.

Tausende nahmen am Montag an seiner Beerdigung auf dem Berg Herzl, dem großen Militärfriedhof Jerusalems, teil. In seiner Grabrede forderte Yuvals Vater Ephraim Israels Premierminister Benjamin Netanjahu erneut auf, endlich ein Waffenstillstandsabkommen mit der Hamas zu schließen und die Geiseln nach Hause zu holen, die noch immer gefangengehalten werden. »Am frischen Grab meines Sohnes fordere ich Sie in seinem Namen und im Namen so vieler anderer auf: Machen Sie einen Deal! Unsere Lieben kämpfen in Gaza, damit die Entführten zurückkehren können.« sal

Nahost

Sa’ar: Israel hat »keine territorialen Ambitionen im Libanon«

Israels rechtsextremer Finanzminister Smotrich hat kürzlich gefordert, Israels neue Grenze im Norden müsse ein Fluss im Libanon sein. Israels Außenminister widerspricht.

 28.04.2026

Diplomatischer Konflikt

Streit um russisches Schiff in Haifa: Ukraine bestellt Israels Botschafter ein

Der ukrainische Außenminister Sybiha beschwert sich über »illegalen Handel mit gestohlenem ukrainischem Getreide«. Sein israelischer Kollege Sa’ar weist dies zurück, kündigt aber eine Prüfung an

 28.04.2026

Jerusalem

Neue Allianz von Lapid und Bennett knapp vor Likud

Trotz des Vorsprungs würde sich an den politischen Machtverhältnissen insgesamt kaum etwas ändern

 28.04.2026

Tel Aviv

Generalstabschef warnt vor Disziplinverlust in der Armee

Eyal Zamir spricht in Zusammenhang mit dem Fehlverhalten einiger Soldaten von einem »offenen Widerspruch zu den Grundsätzen der Streitkräfte«

 28.04.2026

Krieg

IDF greift Hisbollah-Ziele im Libanon an

Die Terror-Miliz hatte zuvor israelische Soldaten angegriffen

 27.04.2026

Berlin

»Ich will mich nicht verstecken«

Ron Dekel wurde angepöbelt, weil er eine Kippa trug. Ein Video davon ging viral, er wurde im Netz beleidigt, man lauerte ihm vor der Synagoge auf. Hier spricht der Präsident der Studierendenunion darüber, was ihm passiert, seitdem er sich sichtbar als Jude zeigt

von Mascha Malburg  27.04.2026

Jerusalem

Israel ernennt ersten Botschafter für Somaliland nach Anerkennung der Region

Einen Botschafter Somalilands in Israel gibt es bereits. Im Januar wurde Mohamed Hagi für den posten ernannt

 27.04.2026

Nord-Israel

Wegen Hisbollah-Angriffen: Beschränkungen im Norden wieder eingeführt

Das Lag-BaOmer-Fest auf dem Berg Meron kann in diesem Jahr nicht in gewohnter Form stattfinden

 27.04.2026

Nahost

Verdrehte Moral

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  27.04.2026 Aktualisiert