Gaza-Flottille

Solarkollektoren für die Hamas

Die »Marianne von Gothenburg« soll unterwegs nach Gaza sein. Foto: dpa

Eine Gruppe pro-palästinensischer Aktivisten aus aller Welt will erneut mit einer Solidaritätsflotte Israels Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen. Eines von insgesamt drei Schiffen, die »Marianne von Gothenburg«, habe am Freitagabend den Hafen von Messina (Sizilien) in Richtung Kreta verlassen, teilte die Organisation »Freedom Flotilla« auf ihrer Webseite mit.

Die Ankunft der Flotte in den Gewässern vor dem Gazastreifen wird Ende des Monats erwartet. An Bord sind zahlreiche B-Prominente, darunter der schwedisch-israelische Musiker und Aktivist Dror Feiler, die spanische Europaabgeordnete Ana Miranda Paz und der norwegische Sportsoziologe Gerd von der Lippe, sowie Journalisten, unter anderem von Al Dschasira. Man wolle keine Gewalt einsetzen, hieß es in der Mitteilung.

Fussbälle Angeblich besteht die Ladung lediglich aus humanitären Hilfsgütern wie etwa Solarkollektoren und Medikamente für die Bevölkerung des Gazastreifens – sowie Hunderten Fußbälle für Kinder. Bei einer ähnlichen Aktion im Jahr 2010 hatten israelische Soldaten das türkische Schiff »Mavi Marmara« gestürmt, wobei zehn türkische Staatsbürger ums Leben kamen, nachdem Besatzungsmitglieder die IDF-Soldaten angegriffen hatten.

Die Blockade des Gazastreifens war im Jahr 2007 von Israel und Ägypten verhängt worden, nachdem die islamistische Hamas die Herrschaft in dem Gebiet an sich gerissen hatte.

Beide Länder wollten mit der Blockade verhindern, dass Waffen nach Gaza geschmuggelt werden. In den vergangenen Jahren hat die israelische Armee immer wieder Schiffe aufgebracht, mit denen Waffen an die Hamas geliefert werden sollten. Gleichzeitig sorgt Israel dafür, dass Nahrungsmittel, Medikamente und Konsumgüter auf dem Landweg in den Gazastreifen gelangen können.

Empörung Auch jetzt bereitet sich Israel auf die Ankunft der neuesten Gaza-Flottille vor. Schiffe werden in Stellung gebracht, um die Flottille abzufangen. Derweil sorgen Äußerungen der Knessetabgeordneten Hanin Zoabi von der Vereinten Arabischen Liste für Empörung. Zoabi sagte im Armeeradio, auch sie selbst würde, »wie jede normale Person«, an der Gaza-Flottille teilnehmen, wenn sie durch ihre Pflichten als Parlamentsmitglied nicht daran gehindert wäre. »Ich definiere mich in erster Linie als Mitglied des palästinensischen Volkes, und erst dann als Knesset-Abgeordnete«, fügte sie hinzu.

Der Abgeordnete Basel Ghattas, ebenfalls von der Vereinten Arabischen Liste, ging einen Schritt weiter und kündigte an, tatsächlich am Bruch der Seeblockade teilzunehmen. Politiker aller anderen Parteien verurteilten Ghattas’ Pläne. Die stellvertretende Außenministerin Tzipi Hotovely (Likud) warf ihm vor, seine Immunität als Mitglied der Knesset zu missbrauchen.

In einer Mitteilung des Mitte-Links-Bündnisses Zionistische Union hieß es: »Ebenso wie die Gaza-Flottille keine humanitäre Maßnahme ist, sondern ein politischer Akt, der der Hamas Legitimität verleiht und den Terror gegen Israel verstärken wird, so ist auch die Teilnahme des Abgeordneten Basel Ghattas nicht humanitär, sondern politisch motiviert sowie höchst bedauerlich.«

Syrien

Grossi: Von Israel zerstörter Reaktor hätte atomwaffenfähiges Material produzieren können

2007 zerstörte Israel den Atomreaktor Deir ez-Zor. 19 Jahre später bestätigt Atom-Aufseher Rafael Grossi, dass die Anlage atomwaffenfähiges Material hätte produzieren können

 11.09.2026

Rosch Haschana

Israel wächst – doch immer mehr Menschen verlassen das Land

Zum jüdischen Neujahr veröffentlicht das Statistikamt neue Zahlen. Die Geburtenrate ist mehr als doppelt so hoch wie in der OECD

von Sabine Brandes  11.09.2026

Sachsen-Anhalt

»Weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen«: Empörung über AfD-Spitzenmann Siegmund wegen Rüstungsaussage 

Die Hintergründe

 11.09.2026

Neujahr

Hopfen, Malz und Honig

Zu Rosch Haschana können die Israelis nun auch passendes Bier im Supermarkt kaufen. Stilecht in der blau-weißen Dose

von Sabine Brandes  11.09.2026

Tel Aviv

Magen David Adom leistet im Jahr 5786 fast 1,9 Millionen Einsätze

Besonders stark beansprucht wurde auch die Notrufzentrale 101: Mehr als zwei Millionen Anrufe gingen innerhalb eines Jahres ein

 11.09.2026

Großbritannien

Applaus für britischen Außenminister von der Hamas

Ein hochrangiger Funktionär der Terrorgruppe begrüßt die Sanktionen, mit denen das Vereinigte Königreich Israel belegt hat. Das sei ein »wichtiger Schritt in die richtige Richtung«

 11.09.2026

Kommentar

Ja, du bist gemeint!

Im Leben gibt es Menschen, die erkennen, was vor sich geht, und andere, die einfach blind den Trends folgen. Warum ich an der Seite meiner jüdischen Freunde stehe

von Boy George  11.09.2026

Tel Aviv

Nach Unfall für tot erklärt - jetzt Mutter von drei Kindern

Eine Mutter in Israel, einst nach einem schweren Verkehrsunfall schon als verstorben gemeldet, bringt im Krankenhaus ihrer Rettung ihr drittes Kind zur Welt – mit Hilfe der eigenen Schwester

 11.09.2026

Tel Aviv/Beirut

Israel zerstört unterirdische Terrorbasis im Südlibanon

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz erklären, damit sei die Festigung der Sicherheitszone im Südlibanon abgeschlossen

 11.09.2026