Konflikt

Sirenen im Dauereinsatz

Während eines Raketenalarms auf dem Highway 1 zwischen Tel Aviv und Jerusalem Foto: Flash 90

Seit Dienstag haben palästinensische Terroristen fast 300 Raketen und Mörsergranaten aus dem Gazastreifen auf israelisches Gebiet abgefeuert. In der Nacht zu Donnerstag waren die südlichen Städte Beer Sheva und Aschkelon erneutes Ziel von Angriffen. Am Donnerstagmorgen wurde auch Tel Aviv wieder mit Langstreckenraketen beschossen. Mindestens eine davon wurde vom Abwehrsystem »Iron Dome« abgefangen, wie die Armee mitteilt.

Granatsplitter richteten im Süden Tel Avivs Sachschäden an Autos und einer Tankstelle an. Zu den Raketen auf Tel Aviv hat sich die Hamas inzwischen bekannt. Der Flugbetrieb am Ben-Gurion-Flughafen ging allerdings am Donnerstag noch normal weiter. Nach Aussagen der Flughafensicherheit gab es keinen Sirenenalarm dort.

Am Donnerstagvormittag heulten auch in Aschkelon und in Mitzpe Ramon in der Negevwüste die Sirenen. Ein Geschoss landete in der Nähe des nuklearen Forschungsreaktors bei Dimona. Ein direkter Treffer hätte womöglich katastrophale Folgen gehabt. Den ganzen Tag über fing »Iron Dome« in ganz Israel zahlreiche Raketen ab, die sonst Wohngebiete getroffen hätten. Viele Raketen landeten auf freiem Feld, richteten Brände und leichte Sachschäden an. Die meisten davon im Süden, doch auch in der Gegend von Tel Aviv landeten im Laufe des Tages wieder Geschosse.

verletzte Am frühen Abend wurde ein Haus in der Region Shaar Hanegev in der Nähe des Gazastreifens von einer Rakete getroffen und schwer beschädigt. Die Bewohner waren zu diesem Zeitpunkt nicht zu Hause, daher gab es keine Verletzten. Gegen 18 Uhr Ortszeit gab es gleich vier Raketenangriffe auf Jerusalem.

Die israelische Militäroperation im Gazastreifen unter dem Namen »Protective Edge« dauert seit nunmehr drei Tagen an. Um die Mittagszeit gab es eine Sitzung des Sicherheitskabinetts. Anschließend sagte Premierminister Benjamin Netanjahu zu Mitgliedern des Auswärtigen sowie des Verteidigungsausschusses der Knesset, ein Waffenstillstand mit der Hamas stehe derzeit nicht auf der Agenda.

zivilisten Er fügte hinzu, dass er angeordnet habe, die Luftangriffe gegen Hamas-Stellungen im Gazastreifen zu verstärken. Dabei werde Rücksicht auf Zivilisten genommen, so Netanjahu. »Wir können nicht so vorgehen wie die Russen in Tschetschenien.« Entsprechend hat die IDF Bewohner des Gazastreifens in Grenznähe zu Israel angewiesen, ihre Häuser zu verlassen und sich vor kommenden Bombardements in Sicherheit zu bringen.

Das Rambam-Hospital in Haifa behandelt derweil auch 20 Verwundete – Erwachsene und Kinder – aus Gaza. Das Klinikpersonal stellt sich darauf ein, in den nächsten Tagen weitere Patienten aus dem Gazastreifen aufzunehmen. Verteidigungsminister Moshe Ya’alon sagte, die Kämpfe würden »noch viele Tage« anhalten. ja

Verteidigung

Nach Deal über VW-Werk: Israelische Rüstungsunternehmen wollen noch mehr in Deutschland investieren

Rafael und Elbit wollen die deutsch-israelische Zusammenarbeit bei der Produktion von Abwehrraketen und anderem Militärgerät erheblich ausweiten. Covenant will in Sachsen Marschflugkörper produzieren

 09.09.2026

Nachrichten

Basketball, Ärzte, Straßenbahn

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  09.09.2026

Mascha Malburg und Joshua Schultheis

In eigener Sache

Mascha Malburg und Joshua Schultheis werden mit dem Georg-Stefan-Troller-Preis ausgezeichnet

Die Redakteurin der Jüdischen Allgemeinen und der freie Mitarbeiter erhalten die Auszeichnung für ihre Interviewreihe mit Juden aus Deutschland

 09.09.2026

Tourismus

Chinesische Influencer für Israel

Vor dem Krieg reisten jährlich rund 150.000 Besucher aus dem Reich der Mitte in den jüdischen Staat. Die Regierung versucht nun, diese Zielgruppe zurückzugewinnen

von Sabine Brandes  09.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  09.09.2026

26. Knesset

Die Unentschiedenen könnten die Wahl entscheiden

38 Parteien treten zur Knesset-Wahl an. Umfragen zufolge herrscht zwischen den Blöcken um Premier Netanjahu und der Opposition ein enges Patt

von Sabine Brandes  09.09.2026

Taglit

Emotionales Bootcamp mit Lior Raz

Israels Superstar kam kurz vor dem Start der fünften »Fauda«-Staffel nach Berlin, um sich für »Birthright« starkzumachen. Und für einen optimistischeren jüdischen Staat

von Sophie Albers Ben Chamo  09.09.2026

Israel

Israel stürzt im PISA-Ranking ab

Die Ergebnisse der Pisa-Studie 2025 zeichnen ein historisch schlechtes Bild des Bildungsniveaus israelischer Schüler

 09.09.2026

Reaktion

Israel schließt britisches Konsulat in Jerusalem

Die britische Labour-Regierung will einen härteren Kurs im Umgang mit Israels Siedlungspolitik einschlagen und beschließt Sanktionen. Nun reagiert Israel

 08.09.2026