Pop-Kultur-Festival

»Sie ist eine wichtige Stimme«

Tuby, Sie treten mit Ihren Bandkollegen von Boom Pam am Donnerstag beim Pop-Kultur-Festival in Berlin auf. Was erwarten Sie?
Wir wollen natürlich als Band gemeinsam Spaß mit dem Publikum haben. Wir haben schon eine ganze Weile nicht mehr in Berlin gespielt, aber dieses Mal treten wir zusammen mit der türkischen Sängerin Selda Bagcan auf. Mit ihr haben wir bereits in der Türkei Konzerte gegeben, aber in Berlin wird es der erste gemeinsame Auftritt sein.

Selda Bagcan ist in der Türkei seit vielen Jahrzehnten ein Star. Und Berlin hat eine große türkische Community.
Ja, das ist aufregend, denn wir öffnen uns auch einem neuen Publikum. Selda ist in der Türkei eine Legende. Für uns ist es auch die Berührung mit einer anderen Region. Wir sind keine Türken und sprechen die Sprache nicht. Die Lieder, die wir mit ihr singen, sind auf Türkisch.

Wie überbrückt ihr nicht nur den sprachlichen, sondern auch den musikalischen Unterschied?

Wir proben einfach zusammen, es kommt irgendwie von ganz alleine. Es gibt da keine Anleitung. Die Musik ist sehr inspirierend. Ihre Songs waren damals innovativ und sind es auch heute noch.

Wie wirken Seldas Lieder denn gerade jetzt in der Türkei?
Nun, Selda ist auch eine politische Sängerin. In vielen ihrer Songs geht es um humanistische Werte, um Protest, um die Macht der ganz normalen Menschen. Sie ist eine wichtige Stimme – auch für die junge Generation. In der vergangenen Woche haben wir in der Türkei gespielt, und es war erstaunlich zu sehen, dass so viele junge Menschen Seldas Lieder aus den 70er-Jahren auswendig konnten.

Welche Rolle spielt dabei die aktuelle Situation im Land?

Es ist ein sensibles Thema. Und alles ist ziemlich kompliziert. Als Israeli weiß ich, dass Politik ziemliche Kopfschmerzen verursachen kann, aber wir sind Musiker und wollen Musik machen.

Mit Tuby, dem Tuba-Spieler von Boom Pam, sprach Katrin Richter.

www.seldaboompam.com
www.pop-kultur.berlin

Kochbuch

Quarkkuchen und Palästina-Suppe

Die Nationalbibliothek hat ein seltenes Original der ersten in England veröffentlichten Sammlung koscherer Rezepte erworben. Um die anonyme Autorin ranken sich Legenden

von Sabine Brandes  14.07.2026

Diplomatie

Israel und Libanon verhandeln in Rom

Zu Beginn der Gespräche sind die Fronten verhärtet. Israel fordert die Entwaffnung der Terror-Miliz Hisbollah. Die libanesische Regierung besteht auf Israels Rückzug aus dem Süden

 14.07.2026

Medien

Wechsel im ARD-Studio Tel Aviv: Sophie von der Tann wird abgelöst

Während der BR seine Korrespondentin in höchsten Tönen lobt, wurde extern immer wieder heftige Kritik geübt. Von der Tanns Nachfolgerin in Israel ist Pia-Marie Steckelbach

 14.07.2026

Kommentar

Wenn Studenten wieder anfangen, Juden auszugrenzen

Es sind Beschlüsse wie der Boykott-Beschluss des Studierendenparlaments der Humboldt-Uni, bei denen man sich unwillkürlich fragt, ob die zukünftige sogenannte deutsche Bildungselite noch zu retten ist

von Leeor Engländer  14.07.2026

Tel Aviv

US-Militär stoppt Abzug von Tankflugzeugen: Sommerflugplan gefährdet

Rund 75 US-Tankflugzeuge und Transportmaschinen nehmen Platz ein, der dringend für zivile Flüge gebraucht wird

 14.07.2026

Jerusalem

Eli Vered Hazan wird neuer Weltvorsitzender des Keren Hayesod

Der bisherige Botschafter folgt auf Sam Grundwerg, der den Hilfsfonds in den vergangenen acht Jahren geführt hat

 14.07.2026

Jerusalem/Teheran

Mossad-Chef soll Irans Ex-Präsident Ahmadinedschad getroffen haben

Laut einem Bericht der »New York Times« soll Israel an einer Operation gearbeitet haben, den früheren Schoa-Leugner und Befürworter eines Atomprogramms zurück an die Macht zu bringen

von Ralf Balke  14.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  14.07.2026 Aktualisiert

Tel Aviv

Generalstabschef kritisiert Gesetzentwurf zu Haredi-Wehrdienst scharf

Es sei »unvorstellbar«, dass die Armee, deren Soldaten seit zweieinhalb Jahren außergewöhnliche Opfer brächten, gleichzeitig an einem System mitwirken solle, das massenhafte Ausnahmen von Strafverfolgung ermögliche, sagt der Armeechef

 14.07.2026