Jemen/Israel

Raketenterror in der Nacht: Huthi nehmen Tel Aviv ins Visier

Das stark beschädigte Schulgebäude in Ramat Gan Foto: Flash90

Mitten in der Nacht, kurz vor drei Uhr, wurden die Israelis im Zentrum des Landes aus dem Schlaf gerissen. Sirenen! Hastig zerrten Eltern ihre Kinder aus den Betten und brachten sich in Schutzräumen, Treppenhäusern, Kellern oder in Schlafanzügen in öffentlichen Bunkern in Sicherheit.

Schnell war klar: Die Huthi griffen den Großraum Tel Aviv mit ballistischen Raketen an. Neben einer Drohnen-Attacke war dies bereits der zweite Raketenangriff diese Woche aus dem Jemen.

Das ganze Ausmaß des Terrors der Huthi wurde in den frühen Morgenstunden sichtbar. Das Schulgebäude einer Grundschule in der zentralen Stadt Ramat Gan stürzte infolge des Angriffs teilweise ein. Da es mitten in der Nacht geschah, wurde niemand dabei verletzt.

Doch am nächsten Morgen stellten sich viele Eltern vor, was geschehen wäre, wenn die Terroristen am helllichten Tag angegriffen hätten, als ihre Kinder in den Klassenräumen saßen. Wie es so oft geschieht.

Die Huthi feuern zu jeder Tages- und Nachtzeit – ohne Rücksicht auf Verluste. Nach dem Frühstück schickten die besorgten Väter und Mütter ihre Sprösslinge dann wieder in die Kindergärten und Schulen, viele in großer Sorge. Doch das ist momentan Alltag in Israel.

IDF prüft, was Schule zum Einsturz brachte

Die israelische Armee ermittelt derzeit, ob der Abschuss der Rakete »erfolgreich war« und prüft, ob es ein Direkteinschlag war oder Fragmente nach dem Abschuss die Grundschule trafen. Die Stadtverwaltung von Ramat Gan erklärte, das Hauptgebäude sei eingestürzt und die Einrichtung bleibe bis auf Weiteres geschlossen.

Darüber hinaus wurden mehrere Autos und Gebäude in der Nähe beschädigt. Die Feuerwehr gab an, dass nach dem Angriff kein Feuer ausbrach und niemand verletzt wurde.

Die Huthi bekannten sich zu dem Angriff. Sie hätten »zwei ballistische Raketen auf militärische Ziele gefeuert und ihre Ziele erreicht«. Die israelische Armee gab anschließend bekannt, dass sie mehrere Häfen im Jemen unter Beschuss genommen habe. Allerdings sei diese Aktion lang geplant gewesen und keine direkte Reaktion auf den Beschuss Israels durch die Huthi gewesen.

IDF-Sprecher Daniel Hagai sagte, die Angriffe zielten darauf ab, die militärischen Fähigkeiten der Huthi zu schwächen und die Nutzung gezielter Einrichtungen für militärische Operationen, einschließlich des Schmuggels von Waffen, zu verhindern. Verteidigungsminister Israel Katz machte darüber hinaus klar: »Israels langer Arm wird jeden erreichen. Die Hand, die Israel schaden will, wird abgehackt.«

»Israels langer Arm wird jeden erreichen. Die Hand, die Israel schaden will, wird abgehackt.«

Es war das dritte Mal, dass Israel seit Ausbruch des Krieges am 7. Oktober 2023 direkte Angriffe gegen die Huthi im Jemen durchführte, um sich vor deren Angriffen zu schützen. In einer Erklärung, die am frühen Donnerstagmorgen veröffentlicht wurde, bestätigte die IDF, dass die Militäraktion gestartet wurde, nachdem der Verteidigungsminister die Operation genehmigt hatte.

»Das Huthi-Terrorregime hat den Staat Israel wiederholt angegriffen, unter anderem mit Drohnen und Boden-Boden-Raketen«, hieß es weiter. »Die meisten dieser Geschosse wurden erfolgreich abgefangen.«

»Die von der IDF ins Visier genommenen Ziele sind von den Huthi-Streitkräften für militärische Zwecke genutzt worden. Die Angriffe schwächen die Huthi und verhindern, dass es die Anlagen für militärische und terroristische Zwecke ausnutzt, einschließlich des Schmuggels iranischer Waffen in die Region«, so die Erklärung der IDF.

Die israelische Vergeltung habe drei Seehäfen im Jemen lahmgelegt

Die Vergeltung hätte drei Seehäfen lahmgelegt, berichteten mit den Rebellen verbundene jemenitische Medien. Den Huthi sollte damit auch ein erheblicher finanzieller Schlag versetzt werden. Die Militäraktion sei in dem 1700 Kilometer entfernten Land von Dutzenden Kampfjets durchgeführt worden, die auch Schlepper bombardierten, die Schiffe in die Häfen bringen.

Laut IDF sei der Zeitpunkt des Angriffs gegen die Huthi nach operativen Erwägungen festgelegt worden und keine direkte Reaktion auf die ballistischen Raketen, die über Nacht auf Israel abgefeuert wurden.

In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa, die zum ersten Mal von Israel angegriffen wurde, nahmen die Kampfjets Treibstofflager und ein Kraftwerk ins Visier. Mindestens neun Menschen sollen dabei getötet und weitere sieben verletzt worden sein, schrieben lokale Medien.

Ein hochrangiger Vertreter der Huthi behauptete anschließend, die Angriffe Israels und der US-Streitkräfte auf zivile Einrichtungen wie Kraftwerke und Häfen enthüllen die Heuchelei des Westens. Sie drohten, die Angriffe zur Unterstützung Gazas würden »als Reaktion auf die israelischen Angriffe fortgesetzt und eskaliert«.

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