Nahost

Israel unter Beschuss

Einschlag einer Rakete aus dem Gazastreifen aufgenommen mit einer Dashcam in einem Bus

Militante Palästinenser im Gazastreifen haben am Mittwoch erneut Raketen auf israelische Ortschaften abgefeuert. Im Grenzgebiet sowie in der Küstenstadt Aschkelon hätten am Morgen Warnsirenen geheult, teilte die israelische Armee mit. In der Nacht hatte Israels Luftwaffe mehrere Ziele der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad in dem Küstenstreifen angegriffen.

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Seit dem frühen Dienstagmorgen waren Raketen auf Israel niedergegangen, von den Städten und Dörfern im Süden bis in den Großraum Tel Aviv. Fast ohne Unterlass hasteten die Menschen in die Sicherheitsräume. Laut Armeeangaben soll ein Haus in Sderot getroffen worden sein.

Iron Dome Mindestens 50 Geschosse wurden bis Dienstag neun Uhr Ortszeit von der Armee gezählt, 20 von ihnen wurden durch das Abwehrsystem »Iron Dome« abgefangen. Zuvor hatte die Armee in einer gezielten Aktion zusammen mit dem Inlandsgeheimdienst Schin Bet den hochrangigen Funktionär des Islamischen Dschihad im Gazastreifen, Baha Abu al-Ata, getötet. Auch seine Frau kam dabei ums Leben.

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Vergeltung Sowohl der Islamische Dschihad und Hamas kündigten Vergeltung an und begannen mit heftigem Raketenbeschuss. Die israelische Armee erklärte, dass der Angriff auf Abu al-Ata durchgeführt wurde, »um unmittelbar bevorstehende Attacken zu verhindern«.

Er war der Leiter der Al-Quds-Brigaden im Gazastreifen, dem bewaffneten Arm des Islamischen Dschihad. Die Armee stelle sich daraufhin auf Kämpfe in den nächsten Tagen ein, heißt es aus Sicherheitskreisen.

Schulen In der gesamten Umgebung des Gazastreifens, den Städten Aschkelon und Aschdod sowie dem Großraum Tel Aviv sind alle Schulen, Kindergärten, Büros und Geschäfte geschlossen. Viele Straßen auch im Zentrum sind menschenleer. Insgesamt muss eine Million Kinder im Land zu Hause bleiben. Züge im Zentrum und Süden verkehren nicht.

Große Versammlungen sind untersagt, nur absolut dringende Arbeiten dürfen verrichtet werden, und nur dann, wenn ein Sicherheitsraum in erreichbarer Nähe ist. Es ist das erste Mal seit 2014, dass das Heimatfrontkommando diese Maßnahmen in Tel Aviv durchsetzt. Die Regeln gelten vorerst bis Mittwoch, sechs Uhr. Jerusalem rechnet offenbar mit einer Eskalation.

Nach palästinensischen Angaben habe die IDF als Antwort auf die Raketen mit dem Beschuss von Zielen im Gazastreifen begonnen. Von der Armee gibt es dazu bislang keinen Kommentar.

Armeesprecher Jonathan Conricus erklärte, man wolle nicht zur Politik der gezielten Tötungen von Feinden Israels zurückzukehren. »Dieser israelische Angriff ist kein Hinweis auf einen Wechsel in der israelischen Politik«, sagte Conricus am Dienstag. Dies sei eine einzigartige Aktion gewesen, um »eine direkte Bedrohung« abzuwenden.

Twitter Premierminister Benjamin Netanjahu erläuterte, dass »die IDF-Aktion vom Stabschef und dem Chef des Geheimdienstes vorgeschlagen und vom Ministerpräsidenten sowie dem Verteidigungsminister bestätigt wurde«.

Sie wurde dem Sicherheitskabinett vorgelegt, und es habe zugestimmt, heißt es weiter. Abu al-Ata sei für viele Terroranschläge und Raketenangriffe in den vergangenen Monaten verantwortlich und habe vorgehabt, weitere Attentate auszuführen. Es war die erste Aktion des neuen Verteidigungsministers Naftali Bennett, der erst vor wenigen Tagen von Netanjahu eingesetzt worden war.

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Benny Gantz von der Zentrumsunion Blau-Weiß, der derzeit damit beauftragt ist, eine neue Regierung in Israel zu bilden, sprach sich für die Aktion aus. »Die Politiker und die IDF haben die korrekte Entscheidung getroffen. Für die Sicherheit der Bürger in Israel und der Menschen im Süden«, twitterte Gantz. »Blau-Weiß wird alle Aktivitäten unterstützen, die Israels Sicherheit betreffen und den Schutz seiner Bewohner über die Politik stellen.«

Die deutsche Botschafterin in Israel, Susanne Wasum-Rainer, twitterte, sie verfolge die Situation mit großer Sorge und hoffe, dass es keine Verletzten geben werde.

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Bei einem Anschlag auf einen weiteren Anführer des Islamischen Dschihad, Akram Al-Ajouri, in Damaskus wurde dessen Sohn getötet. Während die Terrororganisation den »kriminellen zionistischen Feind« beschuldigte, gibt es aus Jerusalem derzeit keine Angaben dazu.

Sicherheit Präsident Reuven Rivlin rief die Bevölkerung auf, »die lebensrettenden Instruktionen des Heimatfrontkommandos der IDF zu befolgen«. Er betonte, dass er voll und ganz hinter den Sicherheitskräften stehe, die eine lange Zeit am Erfolg der Aktion gearbeitet hätten.

Dies sei keine Zeit für politisches Gezänk. »Ich weiß, dass alle, die daran beteiligt waren, ausschließlich Israels Sicherheit im Sinn hatten.«  (mit dpa)

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