Giro d’Italia

Radrennfahrer und Kamele

Sie sausten wie der Wind. Die Stars des Giro d’Italia haben den Auftakt der Tour in Israel vor jubelndem Publikum absolviert. Die erste Etappe begann in Jerusalem, am zweiten Tag ging es entlang der Küste von Haifa nach Tel Aviv und schließlich von Beer Sheva durch die Wüste bis nach Eilat – inklusive Kamelen am Straßenrand.

Auf allen drei Etappen feuerten Israelis die Athleten mit pinken Wimpeln und bunten Schildern an. Zum ersten Mal fand eine Landesrundfahrt außerhalb Europas statt.

Jerusalem Titelverteidiger Tom Dumoulin gewann die erste Etappe in Jerusalem, der Italiener Elia Viviani fuhr bei den folgenden zwei Etappen als Erster über die Ziellinie. Guillaume Boivin, der für die Israeli Cycling Academy angetreten war, gewann den Zwischensprint in Mitzpe Ramon. Die Sportler fliegen am Montag zurück nach Italien, wo sie einen Tag ausruhen können und das Rennen anschließend fortsetzen.

Laut Tourismusministerium erreichte die Kampagne rund um den Giro d’Italia mit verschiedenen Werbeaktionen, Online-Berichten und den Übertragungen des Rennens auf Eurosport mehr als eine halbe Milliarde Menschen. Tourismusminister Yariv Levin will nach eigenen Angaben »das große Interesse an Israel nutzen und weitere Werbekampagnen, vor allem in Europa, starten«.

Zuvor aber gab es einen kleinen Skandal. Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit ließ eineinhalb Millionen Broschüren zum Giro einstampfen, weil er sie als »Wahlpropaganda« ansah. In dem Faltblatt waren Fotos und Grußworte von Kulturministerin Miri Regev und dem Tourismusminister abgedruckt. Stattdessen wurden anschließend die Radfahrer abgebildet. Der Neudruck kostete den Steuerzahler rund 80.000 Euro.

Befreiung von der Schuld: Wenn Claudia Roth plötzlich wie Björn Höcke klingt

Eine Einordnung von Georg M. Hafner

 07.11.2026

Berlin

Merz fordert Ausreise bei Judenhass unter Muslimen

Bei einem Empfang jüdischer Sportler äußert sich der Kanzler deutlich zum Antisemitismus unter muslimischen Einwanderern

 07.11.2026

Nach den Wahlen

Streit um Regierungsbildung in Israel eskaliert

Israels amtierender Ministerpräsident Netanjahu fordert eine breite Koalition unter Einschluss der Rechtsextremisten. Oppositionspolitiker Eisenkot weist das Angebot umgehend als PR-Manöver zurück

 07.11.2026

Interview

Kann Israel ohne Amerikas Waffen bestehen?

Der Politikwissenschaftler Jonathan Rynhold erklärt, was ein Ende der US-Militärhilfe für Israels Sicherheit bedeuten würde und wie sich das Verhältnis zu Washington in Zukunft entwickeln könnte

von Sabine Brandes  07.11.2026

Jerusalem

Israels Präsident vergibt Auftrag zur Regierungsbildung

In Israel beginnt der Countdown zur Regierungsbildung. Präsident Herzog vergibt den Auftrag wahrscheinlich an den Oppositionspolitiker Eisenkot

 07.11.2026

Medizin

Eine neue Lunge und zur Genesung nur Paracetamol

In Israel ist erstmals eine Lungentransplantation mithilfe eines Operationsroboters gelungen. Für den Patienten bedeutet das eine deutlich schnellere Genesung

von Sabine Brandes  06.11.2026 Aktualisiert

Israel

Was sich mit Eisenkot ändern könnte

Eine Mehrheit der Abgeordneten empfiehlt Gadi Eisenkot für den Auftrag zur Regierungsbildung. Doch der Weg ins Amt ist steinig. Und wie weit könnte ein Kurswechsel unter ihm tatsächlich gehen?

von Sara Lemel  06.11.2026

Wahlen

Netanjahus Partner gehen von Bord

Die Charedim erklären sich für ungebunden und entziehen dem Rechtsblock ihre Unterstützung. Herausforderer Gadi Eisenkot hat deutlich mehr Empfehlungen hinter sich

von Sabine Brandes  05.11.2026

Israel

Herzog setzt Gespräche über Regierungsbildung fort

Erst Gespräche mit den kleinen Parteien, am Abend dann mit den stärksten in der neuen Knesset: Präsident Herzog sondiert die Möglichkeiten für eine neue Regierung

 05.11.2026