Golanhöhen

Proteste verfolgen Netanjahu in den Sommerurlaub

Demonstranten in der Nähe des Moschaws Neve Ativ, wo sich Israels Premier derzeit urlaubsbedingt aufhält Foto: Flash 90

Premierminister Benjamin Netanjahu und seine Frau Sara machen derzeit Urlaub auf dem Golan. Die abgeschiedenen Höhen im Norden an der Grenze zu Syrien sind wie geschaffen für eine ruhige Auszeit. Doch die wollen die Gegner der Koalitionspolitik zur Umwälzung der Justiz dem Regierungschef nicht gönnen.

Zunächst hatte die Polizei Proteste eingeschränkt, doch schließlich in der Nähe des Hotels im Moschaw Neve Ativ erlaubt. Die Protestorganisationen erklärten, dass sie eine Vereinbarung mit dem Moschaw getroffen hätten, in der Nähe einer Baustelle zu demonstrieren. »Und trotzdem kamen heute Morgen Polizeibeamten und verlangten, dass wir das Gelände räumen«, erklärte Nimrod Bar-On, einer der Initiatoren.

demonstranten Einige Demonstranten hatten die Nacht zuvor vor den Toren der kleinen, beschaulichen Ansiedlung gecampt, um dem Premier am nächsten Tag ihre Meinung zu seiner Politik mitzuteilen.

»Ich zeige meiner Frau gern, dass ich einmal jung war und auf Hügel gesprungen bin.«

Premier benjamin netanjahu

Am Abend noch wurde einem Antrag beim Obersten Gerichtshof durch die Organisatoren der Kundgebung stattgegeben. In der Petition wurde argumentiert, dass das Grundgesetz über Menschenwürde und Freiheit das Recht auf Demonstration schütze und die Polizei daher kein Recht habe, legale Proteste zu untersagen. Die Sicherheitsbehörde gab bekannt, dass sie Demonstranten in den Moschaw hineinlässt und ihnen sogar zugesteht, Reden zu halten.

Netanjahu und seine Frau versuchen derweil, ihren Urlaub so unbeeinträchtigt wie möglich zu verleben. Am Mittwoch besuchte das Paar den Berg Hermon, wo sie sich auch mit den Soldaten der Nachal-Brigade der israelischen Armee zu einem Gespräch bei einem Kaffee trafen.

NOSTALGIE »Hier zu sein, weckt in mir Emotionen, vor allem Nostalgie. Als Soldat und Kommandant war ich vor vielen Jahren an dieser Stelle, bei einer Menge von Einsätzen, hauptsächlich im Schnee. Es ist angenehm, hier einmal in der Sonne zu sein«, erzählte Netanjahu und gab sich entspannt, als er hinzufügte: »Außerdem zeige ich meiner Frau gern, dass ich einmal jung war und auf die Hügel gesprungen bin.«

Er freue sich, die »wunderbare Entwicklung der Golanhöhen zu erleben, an der wir alle gearbeitet haben, unsere Soldaten zu sehen und wirklich zu wissen, dass wir auf Land stehen, das für immer unter israelischer Souveränität sein wird«. Noch vor einigen Jahren, führte Netanjahu aus, sei es keine Selbstverständlichkeit gewesen. »Das war vor ein paar Jahrzehnten deutlich zu erkennen, als ich hier diente. Heute versteht es jeder – und das ist wichtig.«

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