LGBTQ

Präsident gegen Therapie

Pride in Israel Foto: Flash 90

Er will ein Ende der umstrittenen Therapie. Präsident Reuven Rivlin fordert: »Genug mit dem Gerede über die Konversionstherapie. Es gibt keinen Grund für jemanden, der absolut gesund ist, eine Behandlung zu erhalten.«

Zum Beginn des Pride-Monats erhielt der Präsident den ersten »städtischen LGBTQ-Index«. Er wurde von Aguda entworfen, der Vereinigung für LGBTQ-Gleichberechtigung in Israel, und von deren Vorsitzender Hila Peer vorgestellt.

COMMUNITY In dem Papier werden Dienstleistungen von 30 Stadtverwaltungen von Nord bis Süd für die Gemeinde beschrieben. Bei der Präsentation mit dabei waren auch die Bürgermeister der Städte Kiriat Bialik, Rischon LeZion, Ramat Gan, Ramat Hascharon und Givatayim sowie Vertreter der Community.

Tel Aviv ist erwartungsgemäß nach wie vor führend als Schwulen- und Lesbenmekka in Sachen Infrastruktur, Sozialleistungen und Kultur. Dicht auf den Fersen folgen Rischon LeZion und Givatayim. Jerusalem landet auf Platz 22, die nördliche Kleinstadt Nahariya auf dem letzten.

Rivlin sprach mit den Bürgermeistern darüber, wie wichtig es ist, die Community auf lokaler Ebene zu unterstützen. »Die Ortsverwaltungen sind eine große Quelle für Optimismus«, findet er.

ERRUNGENSCHAFTEN Die Menschheit als Ganzes und die Israelis müssten verstehen, dass sexuelle Orientierung keine Krankheit sei. »Ein Mensch kann auf jede Art glücklich und kreativ sein. Er kann dieselben Errungenschaften erzielen wie jeder andere auch. Wir können in einer Gesellschaft wie der unseren nicht über Konversionstherapien für LGBTQ-Leute sprechen. Es gibt hier keine Krankheit, also ist keine Therapie nötig.«

»Nachdem ich diesen Bericht erhalten habe, möchte ich betonen, dass alle Konversionstherapien von der sozialen Agenda in Israel gestrichen werden müssen«, machte Rivlin deutlich.

Die Pride-Paraden, die alljährlich in verschiedenen Städten stattfinden, darunter in Tel Aviv, Jerusalem und Beer Sheva, sind wegen des Coronavirus abgesagt worden. Im vergangenen Jahr waren in Tel Aviv mehr als eine Viertelmillion Menschen aus dem In- und Ausland auf die Straße gegangen und hatten gemeinsam die Regenbogenflagge gehisst und ausgelassen gefeiert.

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