Jom Hasikaron

Petition für den Friedhofsbesuch

Israelische Soldaten am Grab von gefallenen Kameraden auf dem Herzlberg in Jerusalem Foto: Flash 90

Die israelische Bevölkerung ist heute aufgerufen, an ihre gefallenen Soldaten und den Opfern von Terrorismus in diesem Jahr von zu Hause aus zu erinnern. Gewöhnlich finden am nationalen Jom Hasikaron, der am Montagabend beginnt und bis zum Dienstagabend andauert, landesweit Gedenkfeiern statt. In diesem Jahr sind wegen der Coronakrise jedoch sämtliche öffentlichen Veranstaltungen abgesagt.

Soldaten Offizielle Zeremonien werden ohne die Beteiligung von Publikum abgehalten. Und sogar den Angehörigen von Gefallenen ist es an diesem Tag untersagt, ihre Liebsten auf dem Friedhof zu besuchen, um einen verstärkten Ausbruch von COVID-19 zu verhindern.

Allerdings ist dies in den Tagen vor dem Gedenktag erlaubt. An denen begrüßen Soldaten die Besucher, die Militärfriedhöfe sind allesamt beflaggt. Am Jom Hasikaron selbst werden Soldaten in mehreren Schichten die Namen aller Gefallenen und der Opfer von Terroranschlägen verlesen.

Einige Betroffene wollen diese Vorgaben allerdings nicht akzeptieren. Mehrere Familien haben beim Obersten Gericht eine Petition eingereicht, dass die Friedhöfe auch am Jom Hasikaron zugänglich sind. Einer von ihnen Nathan Smadar, dessen Vater im Jahr 2002 durch einen Terroranschlag getötet worden war, argumentiert, dass die Regelung verfassungswidrig sei. Noch hat der Gerichtshof nicht entschieden.

Die IDF-Flugzeuge werden über die Krankenhäuser fliegen, um dem medizinischen Personal zu salutieren.

Am Tag darauf feiert Israel seinen 72. Unabhängigkeitstag. Von Feiern, wie es die Israelis gewöhnt sind, kann in diesem Jahr indes keine Rede sein. Sämtliche Großveranstaltungen sind abgesagt, darunter die jährliche Flugshow der Luftwaffen entlang der Küste, Feuerwerke in den verschiedenen Städten sowie Partys und Paraden. Auch das traditionelle Grillen der Familien im Freien, das sogenannte Mangal, ist strikt verboten. Stattdessen werden IDF-Flugzeuge über die Krankenhäuser fliegen, um dem medizinischen Personal für ihren Einsatz im Kampf gegen das Coronavirus zu salutieren.

Ausgangssperre Um die Richtlinien durchzusetzen, kündigte die Regierung an, eine völlige Ausgangssperre für das Land von Dienstagabend bis Mittwochnacht durchzusetzen. Bereits während Pessach hatten die Israelis am Sederabend und dem letzten Tag der Festwoche ihre Häuser nicht verlassen dürfen.

Auch die Gebete in der Al-Aksa-Moschee auf dem Felsenberg in Jerusalem sowie Feiern für den muslimischen Fastenmonat Ramadan sind abgesagt. In Orten mit überwiegend arabischer Bevölkerung dürfen Geschäfte von 18 Uhr abends bis drei Uhr in der Nacht nicht öffnen. Das ist die Zeit, in der die Menschen normalerweise das Fasten brechen und zu den Bäckereien und Süßigkeitenläden pilgern. Mehrere arabische Bürgermeister haben die Regierung in Jerusalem sogar gebeten, eine Ausgangssperre für diese Stunden zu verhängen, um die Menschen in ihren Häusern zu halten.

Verstrickungen

Geschäfte mit einem Mörderregime

Wie ein iranischer Banker ein europäisches Immobilienimperium aufbaute – inklusive Hilton-Hotels in Deutschland

von Philip Plickert  24.02.2026

Nahost

US-Botschafter irritiert mit Aussagen über Israels Grenzen

Der US-Gesandte in Israel, Mike Huckabee, verärgert arabische Staaten im Interview mit Tucker Carlson

von Sabine Brandes  24.02.2026

Aliya

»Ich habe gewonnen«: Auschwitz-Überlebende (96) wandert nach Israel aus

Charlotte Roth will mehr Zeit mit ihrer Familie bringen, die zum größten Teil aus den USA nach Israel eingewandert ist

 24.02.2026

Jerusalem

Netanjahu warnt Iran vor Angriff – Opposition würde hinter ihm stehen

Ein iranischer Angriff wäre »vielleicht der schwerwiegendste Fehler« in der Geschichte der Islamischen Republik, sagt der israelische Ministerpräsident

 24.02.2026

Nahost

US-Botschaftspersonal soll Libanon verlassen

Das amerikanische Außenministerium hat alle Mitarbeiter, die »nicht für den Notfall« benötigt werden, nach Hause beordert

 23.02.2026

Mailand

Israel schließt eigenes Bobteam von Olympia aus

Die Aktionen eines Athleten hätten gegen olympische Werte verstoßen, so die Begründung des Komitees

 23.02.2026

Nahost

Tucker Carlson blamiert sich in Israel

Der rechte Moderator hatte behauptet, er sei am Flughafen Ben-Gurion festgesetzt worden. Doch Videoaufnahmen zeigen ein anderes Bild

 22.02.2026 Aktualisiert

Kommentar

Eure Masche zieht nicht mehr!

Mittlerweile hat es sich selbst im Kulturbetrieb herumgesprochen, dass die Bigotterie der sogenannten pro-palästinensischen Aktivisten allzu durchschaubar ist, wenn Menschenrechte gepredigt und im gleichen Atemzug »Genozid« und »Boykott« geschrien wird

von Sophie Albers Ben Chamo  22.02.2026

Kino

Wegen israelfeindlicher Propaganda-Rede bei Berlinale: SPD-Minister verlässt die Preisverleihung 

 21.02.2026