Nachrichten

Partydroge, Geburtstag, Münze

Wird MDMA bald als Medikament anerkannt? Foto: picture alliance/KEYSTONE

MDMA
Die Partydroge MDMA, die als »Ecstasy« bekannt ist, könnte schon bald in Israel zu einem anerkannten Medikament werden. Die Leiterin der psychiatrischen Abteilung am Sheba-Krankenhaus, Revital Amiaz, leitet die Forschung zur Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen durch die Kombination von MDMA und Psychotherapie. Sie meint: »MDMA macht die Psychotherapie effizienter.« Allerdings gibt sie zu, dass die Forschung bislang noch nicht bewiesen habe, wie MDMA genau wirke. Doch die US-Behörde für die Zulassung von Lebens- und Arzneimitteln, FDA, wird die Genehmigung voraussichtlich bereits im ersten Quartal 2023 erteilen. Israel wolle dann nachziehen, heißt es in israelischen Medien.

Geburtstag
Der Außenminister kam zur Geburtstagsfeier: Scheich Abdullah bin Zayed Al Nahyan aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) reiste mit seinem Gefolge nach Israel, um den zweiten Jahrestag der Abraham-Abkommen zu begehen. Beim Mittagessen mit Präsident Isaac Herzog in der präsidialen Residenz Beit HaNassi in Jerusalem sagte bin Zayed: »Dies ist historisch, aber ich denke, in vielerlei Hinsicht ist dies eine Beziehung, von der nur wenige dachten, dass sie in zwei Jahren so erfolgreich sein würde.« Herzog bestätigte das mit den Worten: »Die Welt blickt mit Ehrfurcht und Respekt auf die Abraham-Abkommen und sagt, dass in vielerlei Hinsicht ein neuer Naher Osten entsteht und voranschreitet.«

Münze
Dieser Viertel-Schekel ist eine Million Dollar wert: Nach einer transkontinentalen Geheimdienstoperation der israelischen Altertumsbehörde und der Abteilung für den verbotenen Handel mit Antiquitäten der US-Staatsanwaltschaft wurde in Manhattan eine antike Münze an Israel zurückgegeben, die zuvor illegal verkauft worden war. Der Silbertaler aus dem vierten Jahr des jüdischen Großen Aufstands (66–73 n.d.Z.) soll außergewöhnlich selten sein. »Das Prägen von Silbermünzen durch die Anführer der Revolte war eine Unabhängigkeitserklärung der Juden und eine Erklärung gegen das mächtige Reich, das vor ihnen stand«, erklärte Ilan Hadad, Archäologe und Handelsinspektor bei der Altertumsbehörde. »Denn es gab sonst meist nur Bronze.« Die Suche nach der kleinen Münze hatte immerhin 20 Jahre gedauert.

Parteien
Das überwiegend arabische Parteienbündnis »Gemeinsame Liste« hat sich Ende der vergangenen Woche getrennt. Die Balad-Fraktion will beim nächsten Urnengang separat antreten, obwohl es ihr kaum gelingen dürfte, die 3,25-Prozenthürde zu überschreiten. Da Umfragen eine geringe Wahlbeteiligung der arabischen Israelis vorhersagen, stellt die Spaltung die arabischen politischen Vertreter vor weitere Herausforderungen. Beides erhöht die Chancen, dass ein rechts-religiöser Block um Likud-Chef Benjamin Netanjahu die nächste Regierung bildet. Rund 40 Parteien haben ihre endgültigen Listen für eine fünfte Wahl in vier Jahren eingereicht. Am 1. November geben die Israelis ihre Stimme für die nächste Knesset ab.

Verlobung
Ex-Spion Jonathan Pollard ist wieder verlobt. Seine Zukünftige ist Rivka Abrahams-Donin, Enkelin eines britisch-jüdischen Offiziers, der den Kommandanten des NS-Vernichtungslagers Auschwitz aufgespürt und gefangen genommen hatte. Die Mutter von sieben Kindern aus Jerusalem gehört zur Gemeinschaft von Chabad Lubawitsch. Sie ist 1996 aus Großbritannien nach Israel eingewandert. Pollards Frau Esther war Anfang des Jahres an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. Sie hatte die Kampagne für die Freilassung ihres Mannes angeführt, der wegen Spionage in den USA 30 Jahre lang in Haft saß. Im Dezember 2020 hatten die Pollards Alija gemacht, nachdem seine Bewährung geendet hatte. Die Hochzeit mit Abrahams-Donin soll nach den Hohen Feiertagen stattfinden.

Fahrradtunnel
Israel hat seinen ersten Fahrradtunnel. Die neue Unterführung namens Kerem (Weinberg) in Jerusalem ist 2,1 Kilometer lang und Teil des Jerusalemer Rings, einer 42 Kilometer langen Radstrecke, die die Stadt umrundet. Auf dieser soll es einen besonders schönen Ausblick auf die Landschaft und viele Sehenswürdigkeiten geben. Das Projekt hat mehr als sieben Millionen Euro gekostet und soll den Tourismus ankurbeln. Mit der Initiative »Jerufun«, initiiert von der Jerusalemer Stadtverwaltung, können Städter und Touristen Fahrräder und E-Bikes mieten und damit kräftig in die Pedale treten.

Beit Zazir

Herzog weist Trumps Angriffe zurück: Israels Souveränität »nicht zu verkaufen«

Der israelische Präsident spricht von einem »unverhohlenen Angriff auf die Symbole der Staatsführung« seines Landes

 13.03.2026

Alltag im Krieg

Mitgehört im Bunker ...

Schlaflos in Tel Aviv: Iranische Raketen halten in den Nächten die Israelis wach

von Sabine Brandes  13.03.2026

Meinung

Iran: Der Verrat des Westens

Die Islamische Republik ist angeschlagen, doch ihre Unterstützer im Westen sind nach wie vor aktiv

von Jacques Abramowicz  13.03.2026

Analyse

Der strategische Fehler Teherans – und die Chance auf eine neue Ordnung im Nahen Osten

Wie der Krieg gegen das iranische Regime die Machtverhältnisse der Region dauerhaft verändern könnte

von Sacha Stawski  13.03.2026

Jerusalem

Netanjahu: Kriegsziel ist Zerstörung der Atom- und Raketenprogramme

An die Iraner gerichtet sagt der Ministerpräsident, Israel versuche, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Menschen selbst gegen die Führung in Teheran vorgehen könnten

 13.03.2026

Jerusalem

Israel sieht erste Risse in iranischer Führung

Israels Außenminister: Es gibt bereits Anzeichen für Differenzen zwischen politischen Entscheidungsträgern und militärischen Verantwortlichen in Teheran

 13.03.2026

Nahost

Iranische Zivilisten schicken Israel Hinweise auf Regime-Ziele

Menschen im Iran informieren die israelischen Streitkräfte über Einrichtungen des Regimes. Die Angaben werden geprüft und führen dann zu Angriffen

 13.03.2026

Israel

Hamas-Terrorist misshandelt? Anklage gegen fünf Reservisten fallengelassen

Den fünf Männern wurde vorgeworfen, im berüchtigten Militärgefängnis Sde Teiman einen Terroristen so stark sexuell misshandelt zu haben, dass dieser ins Krankenhaus gebracht werden musste

 12.03.2026

Iran-Krieg

Israel ruft Bewohner des Südlibanons zur Flucht auf

Der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah spitzt sich weiter zu: Die israelische Armee weitet ihren Evakuierungsaufruf für den Süden des Nachbarlandes aus

 12.03.2026