Gaza

Palästinensischer Premier entgeht Attentat

Rami Hamdallah, Ministerpräsident der Palästinensischen Autonomiebehörde Foto: Flash 90

Der Ministerpräsident der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Rami Hamdallah, hat am Dienstagmorgen ein Attentat im Gazastreifen überlebt. Als sein Auto in einem Konvoi fuhr, explodierte plötzlich ein Sprengsatz an der Straße. Während sieben seiner Bodyguards leicht verletzt wurden, blieben er und der mitgereiste Geheimdienstchef Majed Faraj unversehrt. Bilder von Autos mit zerborstenen Scheiben gingen um die Welt.

Vertreter der Fatah-Partei von PA-Präsident Mahmud Abbas beschuldigten die Hamas anschließend, für den »mörderischen Anschlag« verantwortlich zu sein. Das Büro von Abbas veröffentlichte ebenfalls eine Erklärung: Auch Abbas machte die Hamas für den feigen Anschlags verantwortlich, »der gegen die Einheit des palästinensischen Volkes durchgeführt wurde«.

Ismail Haniyeh Hamas-Führer Ismail Haniyeh telefonierte allerdings nach dem Angriff mit Hamdallah und verurteilte die Tat. Er erklärte, radikale Gruppen steckten hinter dem Anschlag, weil sie die Versöhnungsbemühungen von Hamas und PA unterminieren wollten. Haniyeh versicherte Hamdallah, das Verbrechen untersuchen zu wollen. Weiterhin teilte die Terrorgruppe, die den Gazastreifen regiert, mit, dass sie bereits einige Verdächtige in diesem Zusammenhang festgenommen habe.

Ein Bekennerschreiben gibt es bislang nicht, auch sind die Motive derzeit noch unklar. Neben der Hamas operieren in dem Palästinensergebiet tatsächlich verschiedene radikale Gruppen, die immer wieder Gewalttaten verüben.

Versöhnungsabkommen Hamdallah war zur Einweihung einer neuen Kläranlage nach Gaza gereist. Es war sein zweiter Besuch seit dem Versöhnungsabkommen der jahrelang verfeindeten palästinensischen Gruppen. Minuten nach der Explosion sprach er bei den Feierlichkeiten und sagte, der Anschlag werde die Kontrahenten nicht davon abhalten, ein Ende der bitteren Spaltung zwischen Hamas und Fatah zu suchen.

Anschließend fuhr Hamdallah zurück nach Ramallah im Westjordanland. Palästinensische Offizielle kontaktierten währenddessen das israelische Militär, um die Ausreise des Premiers aus Gaza zu koordinieren, und berichteten über den Anschlagsversuch. Die Armee bot daraufhin ärztliche Hilfe an und behandelte die Verletzten auf israelischer Seite der Grenze.

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