Petach Tikwa/Jerusalem

Organspende von Terroropfern

Familie Yaniv (l.) im Beilinson-Krankenhaus Foto: Flash 90

Ihr Augenlicht haben sechs Israelis durch die Organspenden von Terroropfern zurückerhalten. Im Beilinson-Krankenhaus in Petach Tikwa und im Jerusalemer Hadassah-Hospital wurde ihnen Hornhautgewebe der Getöteten eingepflanzt. Die Empfänger lernten die hinterbliebenen Familienmitglieder am Sonntag in einem emotionalen Treffen kennen und konnten ihnen persönlich danken.

In Petach Tikwa versammelte sich die Familie der Brüder Yagel (20) und Hillel Yaniv (22). Sie waren im Februar in Huwara im Westjordanland erschossen worden, als ihr Auto in einen Hinterhalt von palästinensischen Extremisten geriet. Beide Brüder hatten Organspendeausweise.

geschenk Ziona Zalzberg sagte vor einem Bild von Yagel und Hillel zu den Hinterbliebenen: »Ich danke Ihnen von ganzem Herzen für das Licht in meinen Augen. Ich werde das Geschenk, das Sie mir gemacht haben, nie vergessen.« Weitere Empfänger sind der 66-jährige Großvater Ron Carmeli, der 42-jährige Vater dreier Kinder, Itzhak Buskila, und Tal Almos (44). »Wir wünschen uns, dass Sie die Welt aus der Perspektive des Guten und des Glücks sehen, so wie Yagel und Hillel sie sahen«, sagte ihr Vater Shalom Yaniv.

Im Hadassah-Krankenhaus trafen sich Rabbi Leo Dee und seine Kinder Tali, Keren und Yehuda mit Empfängern von Cornea-Gewebe, das Lucy Dee entnommen worden war. Dee war bei einem palästinensischen Terroranschlag lebensgefährlich verletzt worden, als sie sich am 7. April mit ihren Töchtern Maia und Rina im nördlichen Jordantal auf dem Weg in die Ferien befand. Drei Tage später erlag sie im Krankenhaus ihren Verletzungen. Die 20-jährige Maia und die 15 Jahre alte Rina starben am Tatort.

Gewebe der Cornea kann bis zu zwei Wochen gelagert und mehreren Empfängern zugeführt werden. 70 Prozent der Transplantationen in Israel werden im Beilinson-Krankenhaus durchgeführt. »Es war unglaublich bewegend, als die Familie Yaniv Ziona, Ron und Itzhak traf«, sagte Beilinsons Chefärztin für Augenheilkunde, Irit Bahar, die mit ihrem Kollegen Eytan Livny die Operationen durchgeführt hatte.

Die iranische Atomanlage Fordo vor den amerikanischen Angriffen

Iranisches Atomprogramm

Fordo: Der Mossad war da

Yossi Cohen leitete den israelischen Auslandsgeheimdienst von 2015 bis 2021. Unter seiner Ära hätten israelische Spione die iranische Atomanlage Fordo mehrmals in Augenschein genommen

 12.08.2026

Israel

Tel Aviv bekommt offiziell einen »Geiselplatz«

Der Platz vor dem Kunstmuseum der israelischen Metropole wurde zum Sammelort für alle, die ihre Solidarität mit den Geiseln in Gaza ausdrücken wollten. An diese dramatische Zeit soll nun seine offizielle Umbenennung erinnern

von Andrea Krogmann  12.08.2026

Kommentar

UNRWA: Fakten statt Tabus

Warum Kritik am Palästinenserhilfswerk auf Schweigen und Ablehnung stößt

von Duki Dror  12.08.2026

Tel Aviv/Gaza/Brüssel

Israel verlängert zwei EU-Missionen in Palästinensergebieten

Die EU hilft bei der Ausbildung palästinensischer Polizisten und der Überwachung des Rafah-Grenzübergangs. Beide EU-Missionen können nun aus Sicht Israels bis 2027 weitergehen

von Cindy Riechau  12.08.2026

Eskalation

Israelisches Ministerium droht mit Schließung heiliger Stätten

Kein Geld, kein Service: Weil ein Haushaltsstopp auch den Betrieb heiliger Stätten betrifft, droht das zuständige Religionsministerium in Israel mit Schließungen - wenige Wochen vor den höchsten Feiertagen

 12.08.2026

Nahost

Abbas zu Gesprächen mit Erdoğan in Ankara

Der Palästinenserpräsident will sich zwei Tage in der Türkei aufhalten. Israels Finanzminister Smotrich fordert Netanjahu auf, Abbas die Rückkehr zu verweigern

 12.08.2026

UNO

Kein Rückzug aus Siedlungen

»Wir werden nirgendwo hingehen. Die jüdischen Gemeinden werden in Judäa und Samaria bleiben«, sagt Israels UNO-Botschafter Danny Danon

 12.08.2026

Jerusalem/Caracas

Israel und Venezuela nähern sich nach 17 Jahren wieder an

Beide Staaten verständigen sich auf die Wiederaufnahme konsularischer Kontakte und die Einrichtung eines offiziellen Koordinierungskanals

 12.08.2026

Westjordanland

Israels Armee verurteilt illegale Siedlerposten innerhalb palästinensischer Dörfer

Die IDF bezeichneten die jüngsten Vorgänge in dem Gebiet als »illegal, verwerflich und inakzeptabel«. Aber tun sie etwas dagegen?

 12.08.2026