Ökologie

Öltanker im Korallenriff

Ausgebleichte Korallen Foto: imago stock&people

Es könnte die nächste Umweltkatastrophe werden. Das zumindest denken israelische Naturschützer über das Abkommen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Demzufolge sollen schon bald Tanker im Hafen von Eilat Rohöl anliefern und in eine vorhandene Pipeline des Unternehmens Eilat Ashkelon Pipeline Company (EAPC) speisen.

Der Deal wurde im Rahmen des Normalisierungsabkommens zwischen Israel und der Golfnation im vergangenen Jahr besiegelt. Bereits binnen weniger Monate soll das emiratische Öl in Eilat ankommen. Mehrere Experten jedoch warnen vor möglichen undichten Stellen und Lecks im alten Hafen der israelischen Badestadt.

DISKUSSION Auch das Umweltministerium schaltet sich ein: Zwar habe es seine Rolle als Überwacher ausgeführt, heißt es aus Jerusalem, aber dennoch müsse es »dringend eine Diskussion zwischen allen relevanten Regierungsbehörden geben, um das Abkommen zu überprüfen«. Dabei sollten alle Aspekte, auch der des Naturschutzes, in Betracht gezogen werden, bevor die Mengen des transportierten Öls erhöht werden.

Umweltschützer argumentieren, dass bei diesem Deal nicht die sonst sehr strikten Regulationen angewandt wurden, weil es sich bei EAPC um ein staatliches Unternehmen im sensiblen Energiesektor handele. Die Leitung des Unternehmens hingegen erklärte der Presseagentur AFP gegenüber, dass das Abkommen »auf anerkannten Technologien beruht und internationalen Standards entspricht«.

INFRASTRUKTUR Während Korallenpopulationen weltweit unter dem Effekt des »Bleichens« durch die Erwärmung der Gewässer leiden, sind die Korallen in Eilat relativ stabil durch ihre außergewöhnliche Resistenz. Nadav Shashar, der Leiter der Fakultät für Marinebiologie und -biotechnologie an der Ben-Gurion-Universität, Campus Eilat, gibt allerdings zu bedenken: »Die Infrastruktur im Hafen ist nicht dafür ausgerichtet, Unfälle zu vermeiden.«

Shashar gehört zu einem der 230 Experten, die sich in einem Brief an Premierminister Benjamin Netanjahu gewandt haben, um eine Abänderung des Pipeline-Deals zu fordern. Wenn er ungehindert umgesetzt werde, könnten jährlich Millionen Tonnen Rohöl durch Eilat laufen.

Es gehe nicht darum, die Arbeit der EAPC zu beenden, betont Shashar, »sondern den Umfang in dem Maße zu begrenzen, dass man damit umgehen kann«. Würden die Lieferungen aber wie geplant erhöht, sei mit einer dauerhaften Ölverschmutzung zu rechnen. Die Korallenriffe liegen lediglich 200 Meter von der Stelle entfernt, an der das Öl entladen werden soll.

Israel

9000 weitere Reservisten mobilisiert

Die zusätzlichen Kräfte sollen unter anderem dem südlichen und zentralen Regionalkommando der Streitkräfte zugeteilt werden

 13.05.2021

Terror

Libanon feuert Raketen auf Israel

Bislang ist unklar, welche Gruppierung für den Angriff verantwortlich ist

 13.05.2021

Gewalt in Israel

Brutale Lynchversuche

Die Straßen der »gemischten Städte« scheinen außer Kontrolle – Netanjahu erwägt Verwaltungshaft

von Sabine Brandes  13.05.2021

Gaza-Terror

Flüge aus Europa und den USA abgesagt

Verschiedene Gesellschaften, darunter Lufthansa, haben ihren Flugverkehr nach Israel vorübergehend eingestellt

von Sabine Brandes  13.05.2021

Israel unter Beschuss

Tagelange Angriffe

Palästinensische Terroristen feuerten mehr als 1600 Raketen auf Israel

von Sabine Brandes  13.05.2021 Aktualisiert

Jerusalem

Israel will Druck auf Hamas erhöhen

Armeesprecher Conricus: 25 Terroristen getötet. Angriffe auf militärische Ziele im Gazastreifen werden fortgesetzt

 12.05.2021

Terror

Trauer um israelischen Soldaten

Der 21-Jährige wurde von einer Panzerabwehrrakete der Hamas getroffen

 12.05.2021

Nachrichten

Hilfe, Affen, Posten

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  12.05.2021

Jerusalem

Umkämpftes Heiligtum

Wieder steht der Tempelberg im Mittelpunkt der gewalttätigen Auseinandersetzungen

von Ulrich W. Sahm  12.05.2021