Israel/Gaza

Noch 136 Geiseln in der Gewalt der Hamas

Familienmitglieder von Geiseln demonstrieren am Sonntag in Tel Aviv für ihre Freilassung. Foto: copyright (c) Flash90 2024

Israel geht davon aus, dass noch 136 Geiseln im Gazastreifen festgehalten werden. 25 davon seien vermutlich nicht mehr am Leben, teilte eine israelische Regierungssprecherin am Montag mit. Zu den Geiseln zählt Israel auch die Leichen zweier Soldaten, die während des letzten großen Gaza-Kriegs 2014 entführt worden waren, sowie zwei weitere Israelis, die seit damals in dem Küstenstreifen festgehalten werden.

Auslöser des Gaza-Kriegs vor drei Monaten war ein Terrorangriff der Hamas und anderer extremistischer Palästinensergruppen auf Israel. Dabei wurden mehr als 1200 Menschen getötet. Rund 250 Menschen wurden dabei nach neuesten Informationen in den Gazastreifen verschleppt.

Von den 132 noch im Gazastreifen festgehaltenen, am 7. Oktober verschleppten Geiseln seien 113 männlich und 19 weiblich, sagte die Sprecherin. Unter ihnen befänden sich zwei Kinder, die jünger als fünf Jahre sind. Es handele sich um 121 Israelis und elf Ausländer. Unter ihnen seien acht Thailänder, ein Nepalese, ein Tansanier sowie ein französisch-mexikanischer Staatsbürger. Mehrere Deutsche sind ebenfalls dabei.

Hunderte Soldaten gefallen

Im Rahmen eines Deals zwischen der Regierung in Jerusalem und der palästinensischen Terrororganisation Hamas wurden während einer einwöchigen Feuerpause Ende November insgesamt 105 Geiseln freigelassen. Im Austausch entließ Israel 240 palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen. In der Woche kamen 81 Israelis und 24 Ausländer frei. Darunter waren auch 14 deutsch-israelische Doppelstaatler.

Zuvor hatte die Hamas bereits vier weibliche Geiseln freigelassen. Eine israelische Soldatin wurde von ihren Kameraden befreit. Außerdem konnte Israel während des Kriegs den Angaben zufolge die Leichen von acht Geiseln bergen, die von der Hamas getötet worden waren. Eine Geisel wurde während eines israelischen Befreiungsversuchs getötet. Drei weitere Geiseln wurden versehentlich von der israelischen Armee erschossen. Ein Israeli gilt nach dem Anschlag am 7. Oktober noch als vermisst.

Seit Beginn der israelischen Bodenoffensive im Gazastreifen Ende Oktober sind nach Militärangaben 176 Soldaten und Soldatinnen getötet worden. Mehr als tausend weitere wurden verletzt. Seit dem 7. Oktober sind demnach 510 Soldaten und Soldatinnen getötet worden. dpa

Verhandlungen

Eltern der letzten Geisel fordern Ultimatum an Hamas

Die Angehörigen fürchten, dass Ran Gvili, der getötete israelische Polizist, in Phase zwei »in Gaza zurückgelassen« wird

von Sabine Brandes  18.01.2026

Trauer

»Verzeih, dass ich dich in eine grausame Welt brachte«

Kfir Bibas, das rothaarige Baby, das von palästinensischen Terroristen entführt und in Gaza ermordet wurde, wäre am Sonntag drei Jahre alt geworden

von Sabine Brandes  18.01.2026

Geiseln

»Die Liebe hat gesiegt«

Die Israelis wählen »Habaita« zum Wort des Jahres. Es enthält ein Versprechen: zurück »nach Hause«. Dort geht für die Entführten das Leben weiter. Zwei Paare, die der Terror trennte, haben sich nun verlobt

von Sabine Brandes  18.01.2026

Nahost

Israel verärgert wegen personeller Besetzung von Gaza-Gremium

Ranghoher US-Beamter reagiert auf Kritik Netanjahus: »Das ist unsere Show, nicht seine Show.«

 18.01.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Rachel Goldberg-Polin veröffentlicht Memoiren

Die Mutter der getöteten Hamas-Geisel Hersh Goldberg-Polin: »Ich setzte mich hin, um meinen Schmerz aufzuschreiben, und heraus strömten Verlust, Leid, Liebe, Trauer, Hingabe, Kummer, Verehrung und Zerrissenheit«

 16.01.2026

Waffenstillstands- und Geiselbefreiungsabkommen

Netanjahu bezeichnet Phase 2 als »symbolisch«

Die USA starten den nächsten Schritt in Gaza, obwohl die Hamas die Waffen nicht niedergelegt und die letzte Geisel noch nicht überführt hat

von Sabine Brandes  15.01.2026

Iran

Israelische Experten rechnen mit Fortsetzung der Proteste

Das Mullah-Regime kann die Demonstrationen mit brutaler Gewalt bekämpfen, sei aber außerstande, die tiefergehenden Ursachen der Proteste zu beheben

 15.01.2026

Antisemitismus

Schriftstellerin Funk lebt lieber in Tel Aviv

Künstlerinnen und Künstler aus Israel klagen seit Langem über Schwierigkeiten in Deutschland

 15.01.2026

Naturgewalt

Erdbeben der Stärke 4,2 in Israel

Erstmals wurde das Warnsystem großflächig ausgelöst. Die Erschütterungen waren bis ins Zentrum spürbar

von Sabine Brandes  15.01.2026