Jerusalem

»Nicht gleichzeitig Uran anreichern und verhandeln«

Israels Regierungschef Naftali Bennett Foto: Flash90

Israels Ministerpräsident Naftali Bennett hat die internationalen Unterhändler bei den Wiener Atomverhandlungen aufgefordert, eine entschlossene Haltung gegenüber Teheran beizubehalten. Sie müssten »dem Iran klarmachen, dass man nicht gleichzeitig Uran anreichern und verhandeln kann«, sagte Bennett am Sonntag nach Angaben seines Büros bei der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem.

Es sei ein Beispiel für erpresserisches Verhalten der Iraner, dass während der Gespräche in Wien 20-prozentige Urananreicherung in der unterirdischen Atomanlage in Fordow begonnen habe. »Dies ist ein sehr schwerwiegender Schritt«, sagte Bennett. Man sage dem US-Bündnispartner bei Gesprächen: »Dies ist genau der richtige Zeitpunkt, um angesichts der rasanten Urananreicherung des Irans andere Instrumente einzusetzen.«

erzfeind Israels Generalstabschef Aviv Kochavi hatte im vergangenen Monat nach Medienberichten gesagt, die israelische Armee bereite sich auf die Notwendigkeit vor, mit militärischen Mitteln gegen eine nukleare Aufrüstung des Erzfeinds Iran vorzugehen.

Die US-Regierung und europäische Diplomaten hatten sich enttäuscht über den bisherigen Verlauf der Verhandlungen mit dem Iran in Wien geäußert. Sie warfen Teheran mangelnde Ernsthaftigkeit und eine destruktive Haltung vor.

Der Iran hatte seit Montag erstmals seit fünf Monaten wieder indirekt mit den USA darüber verhandelt, wie das Atomprogramm wieder zurückgefahren werden kann, falls gleichzeitig US-Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden. Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China vermitteln zwischen den zwei verfeindeten Staaten. Die Gespräche sollen kommende Woche weitergehen. dpa

Jerusalem

Ehemalige Geisel warnt: Die Hamas gibt nicht auf

»Sie sind regelrecht besessen von uns – das ist der Sinn ihres Lebens«, sagt Eitan Mor

 13.01.2026

Hintergrund

Hamas will angeblich Verwaltung in Gaza abgeben

Die Terrorgruppe signalisiert Bereitschaft zur Übergabe von zivilen Einrichtungen – doch weigert sich nach wie vor, die Waffen niederzulegen

von Sabine Brandes  12.01.2026

Beerscheba

Plünderer vom Nova-Festival zu Haftstrafen verurteilt

Nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 gab es viele Beispiele von Mut und Solidarität. Drei Männer dagegen plünderten am Schauplatz des Massakers. Nun gibt es ein Urteil

 12.01.2026

Kommentar

Wir müssen unsere Kinder schützen

In Israel wurde ein 14-jähriger Junge bei Protesten gegen die Wehrpflicht von einem Bus erfasst und getötet. Hier reflektiert ein orthodoxer Rabbiner aus Jerusalem, was sich ändern muss

von Rabbiner Raphael Evers  12.01.2026

Nahost

Rubio telefonierte mit Netanjahu über mögliche US-Intervention

Vor dem Hintergrund der Proteste wächst in Israel die Sorge vor einer regionalen Eskalation

von Sabine Brandes  12.01.2026

Nahost

Israels Armee würde »mit Macht« auf iranischen Angriff reagieren

Im Iran gehen Tausende gegen die Führung des Landes auf die Straße. US-Präsident Trump erwägt laut Berichten Militärschläge. Der Iran warnte deshalb auch Israel

 11.01.2026

Iran

Iranisches Regime droht mit Angriff auf US-Stützpunkte

Seit rund zwei Wochen gehen Menschen im Iran auf die Straße. US-Präsident Trump warnte Teheran vor Gewalt gegen die Protestierenden. Laut Berichten erwägt er Militärschläge. Das Mullah-Regime warnt

 11.01.2026

Waffenruhe

Israelische Armee bereitet Offensive auf Gaza-Stadt vor

Sollte sich die Hamas nicht freiwillig entwaffnen, will die Armee den Angriff noch im März beginnen

 11.01.2026

Be'eri

Nach dem 7. Oktober

Daniel Neumann hat den Kibbuz Be’eri besucht und fragt sich, wie es nach all dem Hass und Horror weitergehen kann. Er weiß, wenn überhaupt, dann nur in Israel

von Daniel Neumann  10.01.2026