Knesset

Neuwahlen bestätigt

Neuwahlen: Im Januar wird ausgezählt. Foto: Flash 90

Das Parlament ist aufgelöst – es braucht ein neues Parlament. So oder ähnlich tönt es wohl in den nächsten Tagen auf den Fluren der Knesset in Jerusalem. Das Kabinett stimmte jetzt vorgezogenen Neuwahlen zu und bestätigte damit, was Premierminister Benjamin Netanjahu bereits vor einigen Tagen angekündigt hatte.

Auch der Termin steht fest. Am 22. Januar wird die israelische Bevölkerung aufgefordert, sich an die Urnen zu begeben, um ihre Stimme für die 19. Knesset abzugeben. Als Grund hatte Netanjahu auf einer Pressekonferenz angegeben, den Haushalt in der jetzigen Koalition nicht durchzubekommen. Dies könnte großen Schaden für die Wirtschaft darstellen, was er nicht zulassen wolle. »Es geht um nationale Interessen – und die kommen vor allen anderen.«

Mitte-links Viele führende Politiker hatten den Schritt begrüßt, darunter Innenminister Eli Yishai, Israel-Beiteinu-Chef und Außenminister Avigdor Lieberman sowie die Vorsitzende der Arbeitspartei (Awoda), Scheli Jachimowitsch.

In Umfragen steht Netanjahu weit vor allen anderen Kandidaten, keiner scheint das Ansehen des Likud-Mannes in der Öffentlichkeit derzeit ankratzen zu können. Die Opposition könnte sich allerdings zu einem großen Mitte-Links-Bündnis zusammenschließen, meinen Politexperten, welches durchaus eine ernsthafte Gefahr für den jetzigen Premier darstellen würde. Dazu könnten Awoda, Kadima sowie die neue Partei des charismatischen Ex-Journalisten Yair Lapid, Atid, zählen.

Lesen Sie mehr dazu in der Printausgabe.

Israel

Nachrichten aus Israel: Libanon, Opfer, Kriegsende, Charedim

Meldungen aus Israel

von Sophie Albers Ben Chamo, Sabine Brandes  11.03.2026

Knesset

Umstrittenes Armeegesetz für Ultraorthodoxe auf Eis

Zunächst müsse in Kriegszeiten der Staatshaushalt verabschiedet werden, erklärte der israelische Premier Netanjahu

von Sabine Brandes  11.03.2026

Lanz und Precht

»Irgendwie so bombt man sich das Ganze am Ende zurecht«

In ihrem wöchentlichen Podcast versuchen sich Talkmaster Markus Lanz und Philosoph Richard David Precht an einer Analyse der Hintergründe des Irankriegs – und scheitern gewaltig

von Michael Thaidigsmann  11.03.2026

Tel Aviv

Israel Katz: Krieg nicht zeitlich begrenzt

Hoffnungen auf ein rasches Ende des Iran-Kriegs erteilt der Verteidigungsminister eine Absage. Man werde so lange weiter angreifen, bis alle Ziele erreicht seien

 11.03.2026

Jerusalem

Justizgutachten zu Netanjahus Gnadengesuch fertig

Präsident Herzog muss über den Antrag entscheiden. Ein Termin steht bisher nicht fest

 11.03.2026

Madrid

Spanien beruft seine Botschafterin in Israel ab

Die Sánchez-Regierung zieht Konsequenzen im Streit mit Israel: Die Botschafterin wird abberufen. Wie es dazu kam und welche politischen Konflikte dahinterstehen

 11.03.2026

Nahost

Israel verlegt Truppen von Gaza an Grenze zum Libanon

Nach Raketenangriffen der Hisbollah wird Israels Nordgrenze mit der Golani-Brigade verstärkt. In Beirut wächst die Sorge vor einer größeren Bodenoffensive

 11.03.2026

Interview

»Diese Geschosse sind grausam«

Nahostexperte Eyal Zisser über Irans Einsatz von Streubomben gegen Zivilisten und deren internationale Ächtung

von Sabine Brandes  11.03.2026

Berlin-Neukölln

Wer ist dieser Mann?

Er lehrte arabische Schüler die Geschichte des Holocausts, organisierte einen Austausch mit Israelis und hielt Drohungen stand. Hudhaifa Al-Mashhadanis Geschichte faszinierte die Medien, begeisterte Politiker und schenkte ihm das Vertrauen jüdischer Organisationen. Aber ist alles daran wahr?

von Mascha Malburg  11.03.2026