Israel

Neuordnung von Koscher-Zertifikaten nimmt erste Hürde

Israels Religionsminister Matan Kahana Foto: Flash 90

Der israelische Religionsminister Matan Kahana will das Monopol des israelischen Oberrabbinats bei der Ausstellung von Koscher-Zertifikaten lockern. Ein entsprechender Gesetzentwurf ist am Mittwoch vom zuständigen Parlamentsausschuss angenommen worden und soll in den kommenden Tagen zur zweiten und dritten Lesung vor das Plenum gebracht werden, wie israelische Medien berichteten.

Der Entwurf sieht vor, dass künftig auch vom Oberrabbinat unabhängige Autoritäten Restaurants und anderen Essensbetrieben bescheinigen können, dass ihr Essen entsprechend der Halacha zubereitet und damit koscher ist. Bisher lag diese Vollmacht nur in den Händen örtlicher Rabbinate unter der Autorität des Oberrabbinats.

WETTBEWERB Die vorgesehene Schaffung einer Reihe von privaten Zertifizierungsagenturen soll laut Berichten den Wettbewerb erhöhen und die Kosten für die Unternehmen senken, die eine Zertifizierung anstreben. Die privaten Agenturen sollen dabei verpflichtet sein, die vom Oberrabbinat festgelegten religiösen Standards einzuhalten. Ein zu schaffendes übergeordnetes Gremium des Oberrabbinats soll die Einhaltung überwachen.

Die vorgeschlagene Reform hatte zu wochenlangen intensiven Debatten des Knesset-Ausschusses für religiöse Dienste geführt. Insbesondere strengreligiös-jüdische Abgeordnete äußerten sich gegen die Pläne, gegen die es auch zu Demonstrationen gekommen war.

Die Verbraucher werden kein Vertrauen mehr in die Zertifizierung haben, kritisierte etwa ein Vertreter der Partei Vereintes Tora-Judentum. Laut der ultraorthodoxen Schas-Partei falle mit der geplanten Reform ein »Eckpfeiler der Gründung eines jüdischen Staates«. Ziel sei es, »einen wilden Markt von fiktiven Kaschrut-Agenturen zu eröffnen, die Massen von Juden dazu bringen werden, verbotene Lebensmittel zu essen«. kna

Rüstung

Ein Iron Dome »Made in Germany«?

Israel hat Deutschland Unterstützung beim Ausbau seiner Luftabwehr angeboten. Man könne sich vorstellen, den Iron Dome nicht nur zu liefern, sondern auch vor Ort zu produzieren, sagt der Chef des Rüstungskonzerns Rafael

von Ralf Balke  16.03.2026

Hisbollah

Irans stärkster Proxy wankt

Geschwächt und unter Druck im eigenen Land versucht die schiitische Terrormiliz im Libanon, sich von Teheran zu distanzieren

von Sabine Brandes  16.03.2026

Ausnahmesituation

Club Med kostenlos für gestrandete Israelis

Der französische Tourismuskonzern zeigt sich großzügig in Kriegszeiten

von Sabine Brandes  16.03.2026

Krieg

Mullah-Regime soll Angriffe im Weltraum trainiert haben

Israel wirft dem Iran vor, »Fähigkeiten zur Kriegsführung im Weltraum« zu entwickeln. Die israelische Armee begründet damit einen neuen Angriff auf ein Ziel in Irans Hauptstadt Teheran

 16.03.2026

Krieg

Israel startet »großangelegte Angriffswelle« auf Iran

Israels Militär bombardiert eigenen Angaben zufolge erneut Ziele unter anderem in der iranischen Hauptstadt Teheran. Nachrichten von dort dringen nur noch langsam nach außen

 16.03.2026

Iran-Krieg

Israelische Armee beginnt Bodenoffensive im Libanon

Das israelische Militär geht eigenen Angaben auch am Boden gegen die Hisbollah vor. Einem Bericht zufolge wurden zuletzt auch Dutzende Mitglieder der Terror-Miliz bei Kämpfen am Boden getötet

 16.03.2026

Iran-Krieg

Chameneis Regierungsflieger in Teheran zerstört

Der Flughafen Mehrabad in Teheran war in den vergangenen Tagen mehrfach Ziel israelischer Bombardierungen. Nun melden Israels Streitkräfte die Zerstörung eines Regierungsfliegers

 16.03.2026

Terror

Israel sieht neue Terrorgruppe hinter Anschlägen auf Synagogen in Europa

Die israelische Regierung findet Hinweise auf eine koordinierte Einschüchterungskampagne. Verbindungen der Terroristen zu proiranischen Netzwerken werden vermutet

 16.03.2026

EXKLUSIV

»Es geht nicht mehr«: Andreas Büttner verlässt die Linkspartei

Nach einem Beschluss der Linken in Niedersachsen war für Brandenburgs Antisemitismusbeauftragten das Maß voll: Er tritt aus der Partei aus

von Michael Thaidigsmann  16.03.2026