Israel

Neuordnung von Koscher-Zertifikaten nimmt erste Hürde

Israels Religionsminister Matan Kahana Foto: Flash 90

Der israelische Religionsminister Matan Kahana will das Monopol des israelischen Oberrabbinats bei der Ausstellung von Koscher-Zertifikaten lockern. Ein entsprechender Gesetzentwurf ist am Mittwoch vom zuständigen Parlamentsausschuss angenommen worden und soll in den kommenden Tagen zur zweiten und dritten Lesung vor das Plenum gebracht werden, wie israelische Medien berichteten.

Der Entwurf sieht vor, dass künftig auch vom Oberrabbinat unabhängige Autoritäten Restaurants und anderen Essensbetrieben bescheinigen können, dass ihr Essen entsprechend der Halacha zubereitet und damit koscher ist. Bisher lag diese Vollmacht nur in den Händen örtlicher Rabbinate unter der Autorität des Oberrabbinats.

WETTBEWERB Die vorgesehene Schaffung einer Reihe von privaten Zertifizierungsagenturen soll laut Berichten den Wettbewerb erhöhen und die Kosten für die Unternehmen senken, die eine Zertifizierung anstreben. Die privaten Agenturen sollen dabei verpflichtet sein, die vom Oberrabbinat festgelegten religiösen Standards einzuhalten. Ein zu schaffendes übergeordnetes Gremium des Oberrabbinats soll die Einhaltung überwachen.

Die vorgeschlagene Reform hatte zu wochenlangen intensiven Debatten des Knesset-Ausschusses für religiöse Dienste geführt. Insbesondere strengreligiös-jüdische Abgeordnete äußerten sich gegen die Pläne, gegen die es auch zu Demonstrationen gekommen war.

Die Verbraucher werden kein Vertrauen mehr in die Zertifizierung haben, kritisierte etwa ein Vertreter der Partei Vereintes Tora-Judentum. Laut der ultraorthodoxen Schas-Partei falle mit der geplanten Reform ein »Eckpfeiler der Gründung eines jüdischen Staates«. Ziel sei es, »einen wilden Markt von fiktiven Kaschrut-Agenturen zu eröffnen, die Massen von Juden dazu bringen werden, verbotene Lebensmittel zu essen«. kna

Kommentar

Warum es eine Brandmauer gegen die Linkspartei braucht

Wenn eine Brandmauer nur auf einer Seite steht, brennt es von der anderen rein. Über diese offene Seite müssen wir reden

von Nelly Eliasberg  19.09.2026 Aktualisiert

Berlin

Berliner Linke nennen Hamas-Massaker »Widerstand«

In einer Sitzung wurde die Forderung nach einer »vollen politischen und materiellen Unterstützung des palästinensischen Widerstands in all seinen Formen« erhoben. Und dies ist nur die Spitze des Eisbergs

 19.09.2026 Aktualisiert

Ranking

Das sind die 50 einflussreichsten Juden weltweit

von Michael Thaidigsmann  19.09.2026

Jerusalem

NGO Monitor: Umbenennungen sollen Sanktionen gegen Terror-Verbindungen umgehen

Betroffen sind vor allem Organisationen, denen Verbindungen zur Hamas oder zur PFLP vorgeworfen werden. Was bedeutet dies für die Wirksamkeit von Sanktionssystemen?

 18.09.2026

Social Media

Nach weltweiten viralen Song: Hasswelle gegen israelische Band Temper City

Der Song der israelischen Band wird zum Welthit – bis die Herkunft der Musiker bekannt wird. Dann beginnt im Netz der Boykott

von Sabine Brandes  18.09.2026

Luftfahrt

SAS streicht geplante Direktflüge zwischen Kopenhagen und Tel Aviv

Welche Begründung liefert die skandinawische Fluglinie für ihren Kurswechsel?

 18.09.2026

Terrorismus

Die Huthi bedrohen den Hafen von Eilat

Die Kontrolle über eine der wichtigsten Handelsrouten droht sich zu verschärfen – mit Folgen für Israels Seehandel, Versorgung und Lebenshaltungskosten

von Sabine Brandes  18.09.2026

Reaktion

»Wir dürfen nicht dulden, dass Ausländerkriminalität, Judenhass an der Tagesordnung sind«

Kanzler Merz sprach in Berlin über Migration und den grassierenden Judenhass im Land

 17.09.2026

Wuppertal

Brandanschlag auf Synagoge

Nach ersten Erkenntnissen handelte der polizeibekannte Mann mit afghanischer Staatsangehörigkeit allein

 18.09.2026 Aktualisiert