Corona-Krise

Netanjahu unter Quarantäne

Premier Benjamin Netanjahu mit seiner Beraterin Rivka Paluch Foto: Flash 90

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist in Quarantäne. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, heißt es aus seinem Büro. Denn kurz zuvor war eine enge Beraterin aus seinem Team positiv auf COVID-19 getestet worden. Netanjahu wolle sich freiwilig isolieren, bis die Ergebnisse seines Tests vorliegen.

Beraterin Während das Büro des Premiers zunächst erklärte, dass sich der Premier in den vergangenen zwei Wochen nicht in demselben Raum wie die betroffene Rivka Paluch aufgehalten hatte, berichteten israelische Medien, dass die beiden sich doch in der Nähe aufgehalten hätten.

Anschließend bestätigte dies auch das Premierbüro. Paluch ist die Beraterin für ultraorthodoxe Angelegenheiten. Sie war positiv getestet worden, nachdem ihr Mann mit Symptomen in ein Krankenhaus eingeliefert worden war.

Zeitpunkt Für Netanjahu kommt die Quarantäne zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Er befindet sich inmitten von andauernden Beratungen mit Benny Gantz von Blau-Weiß, um eine Einheitsregierung auf die Beine zu stellen. Je älter ein Mensch ist, desto größer ist die Gefährdung bei der Infektion mit COVID-19. Netanjahu mit seinen 70 Jahren würde als Risikopatient gelten, sollte er erkranken.

Die Zahl der Israelis, die mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind, wird derzeit vom Gesundheitsministerium mit 4831 angegeben. 18 Menschen sind nach jüngsten Angaben daran gestorben, darunter am Montag ein 58-jähriger Mann aus Cholon, der unter chronischen Vorerkrankungen litt. Im palästinensischen Westjordanland sind 106 Fälle gemeldet, eine Frau starb. Im Gazastreifen wird die offizielle Zahl der Infizierten mit neun angegeben.

Im ultraorthodoxen Viertel Mea Schearim warfen Bewohner Steine auf ein Team des Rettungsdienstes Magen David Adom, das dort testen wollte.

Währenddessen werden die Drive-Through-Stationen für das Testen ausgeweitet. Am Montag nahmen zwei in vornehmlich arabischen Gebieten ihre Arbeit auf.

In dem ultraorthodoxen Viertel Mea Schearim warfen Bewohner Steine auf ein Team des Rettungsdienstes Magen David Adom, das dort testen wollte. Ein Sanitäter wurde leicht verletzt, das Fahrzeug beschädigt. Die Polizei ermittelt gegen die Täter.

Beatmungsgeräte Orly Weinstein, verantwortlich für Schutzausrüstung und Beatmungsgerät im Gesundheitsministerium, erklärte, dass zusätzliche 11.000 Beatmungsgeräte, 7400 Monitore und weiteres bestellt wurden. Noch sei allerdings nicht klar, wann geliefert werden könne. »Wir bereiten uns auf ein Szenario vor, bei dem 5000 Menschen beatmet werden müssen.«

Der Generaldirektor im Gesundheitsministerum, Moshe Bar Siman-Tov, sagte, er gehe davon aus, dass die Schulen ihren Betrieb nach Pessach nicht wieder aufnehmen werden. »Die meisten Aktivitäten werden noch nicht beginnen, aber wir werden in der Lage sein, kontrollierte Aktivitäten zu erlauben.«

Er wolle allerdings kein exaktes Datum angeben, wann die Routine wieder beginnen könne. »Ich weiß es nicht und will es nicht sagen, weil es wichtig ist, die Erwartungen abzustimmen.«

Frankreich

»Fick dich, Gisèle, fickt euch, ihr Zionisten«

Gisèle Journo ist Jüdin und betreibt in Paris eine Agentur für Influencer. Jetzt ist sie Zielscheibe antisemitischer Anfeindungen geworden. Auslöser war der Boykottaufruf einer Europaabgeordneten

von Michael Thaidigsmann  21.08.2026

Westjordanland

Nach Messerangriff: Terrorist in Dschenin getötet

Der Mann hatte versucht, Soldaten mit einem Messer anzugreifen. Wie sich herausstellte, war er der Vater eines prominenten Terroristen

 21.08.2026

Terror

Israelische Armee tötet Hamas-Kommandeur, der am 7. Oktober beteiligt war

Bei dem Getöteten handelt es sich laut IDF um Sobhi Sami Mahmoud Shahtot. Er soll als Zugführer der Hamas tätig gewesen sein und verschleppte Israelis bewacht haben

 21.08.2026

Berlin

Amnesty International ruft Hamas zum Ende der Gewalt auf

Gewalt und außergerichtliche Hinrichtungen durch die Terrororganisation auch gegen Palästinenser kommen laut UN regelmäßig vor. Menschenrechtler fordern ein sofortiges Ende dieser Verbrechen

von Anna Mertens  21.08.2026

Jerusalem

Benny Gantz: »Ich kann die politischen Lager zusammenbringen«

Der Oppositionspolitiker will ein Bündnis verantwortungsbewusster und moderater Zionisten aus verschiedenen politischen Richtungen bilden

 21.08.2026

Richter Yechiel Kasher

Tel Aviv

Oberstes Gericht stoppt Schließung von Armee-Sender Galei Zahal

Richter Yechiel Kasher kritisiert den Versuch Jerusalems, das Armee-Radio abzuschalten: »Eine Regierung, die auf diese Weise handelt, ist ausgesprochen undemokratisch.«

 21.08.2026

Westjordanland

Qusra: US-Botschafter warnt Siedler vor Enteignung palästinensischer Familien

Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, sagt, es gehe nicht nur um einen Verstoß gegen menschengemachtes Recht, sondern auch »gegen Gottes Gesetz«

 21.08.2026

Benjamin Graumann Jüdische Gemeinde Frankfurt

Kommentar

Die verlorene Mitte

Beim Betrachten des Wahlkampfs zu den Landtagswahlen im Herbst muss man feststellen: Judenhass ist in Deutschland längst kein Ausschlusskriterium mehr für die Parteien der sogenannten politischen Mitte

von Benjamin Graumann  21.08.2026

Ben Gurion Airport

Gepäckstreik sorgt für Chaos an Tel Aviver Flughafen

Ein Streik beim Gepäckpersonal bringt den Flughafen bei Tel Aviv zum Stillstand. Lange Schlangen und dichtes Gedränge prägen einen der verkehrsreichsten Tage der Sommerferien

 20.08.2026