Israel

Netanjahu spricht von Fortschritten bei Geisel-Gesprächen

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Foto: Copyright (c) Flash 90 2024

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat Fortschritte bei den Bemühungen um ein Abkommen für die Freilassung von Geiseln und eine Waffenruhe im Gazastreifen gemeldet. »Wir ergreifen bedeutende Maßnahmen über alle Kanäle, um unsere Lieben zurückzuholen«, sagte Netanjahu am Montag im israelischen Parlament. »Es gibt Fortschritte. Ich weiß nicht, wie lange es dauern wird«, ergänzte er. Netanjahu teilte mit, er könne keine Details zu den unternommenen Schritten nennen, mit denen die Freilassung der Geiseln erwirkt werden solle.

Bei dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 waren etwa 1200 Menschen ermordet und 251 Menschen als Geiseln genommen worden. Davon sollen sich noch 96 im Gazastreifen befinden, mindestens ein Drittel von ihnen ist vermutlich tot. Der Terrorangriff der Hamas löste den Gaza-Krieg aus.

»Unnachgiebiger militärischer Druck«

Netanjahu sagte, die Fortschritte ergäben sich vor allem aus dem Tod des Hamas-Chefs Jihia al-Sinwar und dem militärischen Vorgehen Israels gegen Extremisten der Terrororgansation Hisbollah, die zur Unterstützung der Hamas Raketen aus dem Libanon auf Israel abgeschossen hatten. Israel übe auch »unnachgiebigen militärischen Druck« auf die Hamas im Gazastreifen aus.

Am Dienstag wandte sich Israels Regierungschef in einer Weihnachtsbotschaft an Christen in aller Welt. »Zu einer Zeit, in der Israel an sieben Fronten kämpft, wertschätzen wir zutiefst die standhafte Unterstützung unserer christlichen Freunde«, sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros. 

»Wir streben nach Frieden mit all jenen, die Frieden mit uns wollen, aber wir werden alles tun, um den einzigen jüdischen Staat zu verteidigen«, sagte Netanjahu. »Israel führt die Welt im Kampf gegen die Kräfte des Bösen und der Tyrannei an, aber unser Kampf ist noch nicht vorbei«, sagte er. »Aus Jerusalem, der Stadt des Friedens, wünsche ich euch frohe Weihnachten und Frohes Neujahr.«

Verlängerung des Ausnahmezustands

Unterdessen hat das israelische Parlament hat eine Verlängerung des Ausnahmezustands im Land um ein weiteres Jahr beschlossen. Die Maßnahme solle bis zum 25. Dezember 2025 gelten, berichteten israelische Medien. 29 von 120 Abgeordneten stimmten für den Vorschlag. Sieben stimmten dagegen, der Rest war abwesend oder enthielt sich. 

Die Knesset folgte damit einer Empfehlung des parlamentarischen Ausschusses für Außen- und Sicherheitspolitik sowie des Justizausschusses. Der Ausnahmezustand ermöglicht es der Regierung, Notstandsverordnungen zu erlassen. AP/dpa/ja

Nahost

Stopp in letzter Minute

Medienberichte: US-Präsident Trump hielt Premier Netanjahu von größerem Iran-Angriff ab

 09.06.2026

Krieg

Israel will Angriffe auf Iran stoppen

Die Entscheidung soll auf Wunsch von US-Präsident Donald Trump gefallen sein. Der Einsatz gegen die Hisbollah im Libanon ist davon aber nicht betroffen

 08.06.2026

Luftfahrt

Austrian Airlines und WizzAir streichen Israel-Flüge

Aufgrund der jüngsten Raketenangriffe machen sich Fluggesellschaften erneut Sorgen. Welche Pläne hat die Lufthansa Group?

von Imanuel Marcus  08.06.2026

Krieg gegen den Iran

Zwischen OP-Saal und Parkgarage

Aus Schutz vor den Angriffen aus dem Iran werden Patienten und Personal in unterirdische Bereiche verlegt. Die psychische Belastung wächst besonders bei Kindern

von Sabine Brandes  08.06.2026

Studie

Iranische Schattenwelt im israelischen Ferienparadies

Wie das Regime in Teheran in Georgien ein Netzwerk aus Ideologie, Geld und Einfluss aufgebaut haben soll

von Sabine Brandes  08.06.2026

Nahost

Iranische Rakete beschädigt Häuser im Westjordanland, Sirenenalarm in ganz Israel

Die Lage am Montag im Überblick

 08.06.2026 Aktualisiert

Daniel Jositsch, Zürcher SP-Ständerat, am letzten Donnerstag, dem Tag seines Austritts aus der Partei

Meinung

Daniel Jositsch und der Preis der Klarheit

Daniel Jositsch verlässt nach seiner Nichtnomination in den Ständerat die SP. Der Fall zeigt, wie eng der Raum für sozialliberale und proisraelische Stimmen in der Linken geworden ist, nicht nur in der Schweiz

von Zsolt Balkanyi-Guery  08.06.2026

Westjordanland

Nach Ausschreitungen in Huwara: Zwei Verdächtige festgenommen

Die Ermittler gehen davon aus, dass Dutzende Siedler an den Vorfällen beteiligt waren. Zuvor hatte es Berichte über Vieh gegeben, das Siedlern gestohlen wurde

 08.06.2026

Ankara/Jerusalem

Türkischer Innenminister fordert »Befreiung« Jerusalems

Mustafa Çiftçi will eine Rückkehr der Stadt unter türkische Kontrolle. Die Reaktion des israelischen Verteidigungsministers Katz: »Jerusalem ist nicht Konstantinopel, und der Staat Israel ist kein zerfallenes Kreuzfahrerreich.«

 08.06.2026