Nahost

Netanjahu ruft Ausland im Iran-Konflikt zur Unterstützung auf

Israels Premier Benjamin Netanjahu Foto: imago

Angesichts zunehmender Spannungen im Nahen Osten hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die internationale Gemeinschaft im Konflikt mit dem Iran zur Unterstützung seines Landes aufgerufen. »Der Iran arbeitet an einer breiten Front, um mörderische Terroranschläge gegen den Staat Israel durchzuführen«, sagte Netanjahu am Montag. »Ich rufe die internationale Gemeinschaft dazu auf, sofort zu reagieren, sodass der Iran mit diesen Angriffen aufhört.«

angriffe Die Zahl der Angriffe in der Region hatte sich zuletzt wieder erhöht. Die israelische Armee hatte nach eigenen Angaben am Samstag Ziele in Syrien beschossen, um einen Angriff mit iranischen »Killerdrohnen« auf israelisches Staatsgebiet zu verhindern. Die Luftwaffe habe ein Dorf namens Akraba südöstlich von Damaskus attackiert, sagte der israelische Militärsprecher Jonathan Conricus Journalisten in der Nacht zum Sonntag.

Am Sonntagabend fing das israelische Raketenabwehrsystem »Iron Dome« zwei von Gaza abgefeuerte Raketen ab, während eine dritte im offenen Gelände niederging. Ein von rund 4000 Besuchern verfolgtes Musikfestival in Sderot musste jäh unterbrochen werden; bei der Aufforderung der Sicherheitsverantwortlichen an die Anwesenden, sich zu zerstreuen, kam es zu panikartigen Situationen.

Unterdessen hat Netanjahu die Drohung des Chefs der irantreuen Schiitenmiliz Hisbollah, Hassan Nasrallah, nach Drohnenabstürzen über Beirut zurückgewiesen.

Unterdessen hat Netanjahu die Drohung des Chefs der irantreuen Schiitenmiliz Hisbollah, Hassan Nasrallah, nach Drohnenabstürzen über Beirut zurückgewiesen. »Nasrallah sollte sich beruhigen«, sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros am Dienstag. »Er weiß sehr gut, dass sich der Staat Israel gut zu verteidigen und es seinen Feinden heimzuzahlen weiß.«

drohnen Nach dem Absturz zweier angeblich israelischer Drohnen über der libanesischen Hauptstadt hatte Nasrallah am Sonntag mit Gegenwehr gedroht. »Wir im islamischen Widerstand werden nicht gestatten, dass etwas Derartiges passiert, was auch immer der Preis ist«, sagte Nasrallah in einer TV-Ansprache. Sollte eine israelische Drohne in den libanesischen Luftraum eindringen, werde sie abgeschossen. Die Zwischenfälle über Beirut nannte er »sehr, sehr gefährlich«.

Netanjahu warnte Nasrallah, den libanesischen Staat, der die Hisbollah beherbergt, und den Kommandeur der Al-Quds-Brigade, Ghassem Soleimani: »Achtet auf eure Worte und noch mehr auf eure Taten!«

Die Nachrichtenseite »Times of Israel« hatte unter Berufung auf Experten berichtet, die Drohnen schienen iranischen – nicht israelischen – Ursprungs zu sein. Die vom Iran unterstützte Hisbollah bekämpft Israel als Erzfeind.  dpa/ja

Pride

»Wir verstecken uns nicht mehr«

In Tel Aviv erlebt die LGBTQ+-Szene Akzeptanz und Freiheit. Doch bis dahin war es ein langer Weg

von Sabine Brandes  18.06.2026

Libanon

Bericht: Israel führt »hartnäckige« Verhandlungen mit USA

Während Trump das Rahmenabkommen unterzeichnet, gehen die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah weiter. Aus israelischen Kreisen heißt es, man werde nicht nicht von der Positionen abrücken, Truppen in der »Pufferzone« südlich des Litani-Flusses zu halten

von Sabine Brandes  18.06.2026

Diplomatie

Israel bricht Beziehungen zu EU-Außenbeauftragter Kallas ab

Außenminister Gideon Sa’ar will mit Kaja Kallas so lange nicht mehr reden, bis sie sich für ihren angeblichen Vorwurf, Israel praktiziere Apartheid, entschuldigt

von Michael Thaidigsmann  18.06.2026

Essen

»Schakschuka ist der Favorit«

Der deutsch-israelische Koch Tom Franz hat ein Buch über das Frühstück geschrieben. Hier spricht er über geflochtenen Lachs, clevere Vorräte und die Frage, warum er die erste Mahlzeit des Tages auslässt

von Katrin Richter  18.06.2026

Krieg

Hisbollah-Sprengsatz tötet israelischen Soldaten, verletzt sieben weitere

Eigentlich soll das Rahmenabkommen der USA mit dem Iran auch die Front im Südlibanon umfassen. Vorerst setzen die vom Iran unterstützte Hisbollah und Israel ihre Angriffe hier aber fort

 18.06.2026

Jerusalem

Netanjahu unter Druck: Wird der Iran-Krieg zum Bumerang?

Der Ministerpräsident versprach einen Triumph, Kritiker sprechen von einer Niederlage. Wie der Iran-Krieg Israels Verhältnis zu den USA und Trumps Loyalität auf die Probe stellt

von Sara Lemel  18.06.2026

Meinung

Letzte Chance für die Linke

Viele Juden haben »Die Linke« schon abgeschrieben. Doch nach wie vor gibt es dort Mitglieder, die den Antisemitismus innerhalb der Partei bekämpfen. Hoffentlich setzen sie sich auf dem Bundestreffen in Potsdam durch

von Mascha Malburg  18.06.2026

Terror

Juden für Iran ausgespäht: Spionageprozess beginnt

Vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg beginnt der Prozess gegen zwei Männer, die im Auftrag des Irans gezielt Juden und Israel-Freunde für Anschläge ausgespäht haben sollen

 17.06.2026

Diplomatie

Somaliland eröffnet Botschaft in Jerusalem

Es handelt sich bereits um die achte diplomatische Vertretung, die in der israelischen Hauptstadt eröffnet wurde

 17.06.2026