Diplomatie

Netanjahu kritisiert Putin wegen Zusammenarbeit mit Iran

Wladimir Putin und Benjamin Netanjahu bei einem Treffen im Jahr 2016 Foto: imago

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat im Gespräch mit Kremlchef Wladimir Putin Kritik an der russischen Haltung im Gaza-Krieg geübt. Netanjahus Büro teilte am Sonntag mit, der Ministerpräsident habe seine Unzufriedenheit über Positionen russischer Repräsentanten bei den Vereinten Nationen sowie in anderen internationalen Foren geäußert. Netanjahu habe außerdem »nachdrückliche Kritik an der gefährlichen Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Iran zum Ausdruck gebracht«.

Nach Darstellung des Kremls war das Gespräch weniger konfliktgeladen. Demnach hat Putin prinzipiell seine Unterstützung beim Kampf gegen den Terror versichert. »Gleichzeitig ist es äußerst wichtig, dass die Bekämpfung terroristischer Bedrohungen nicht zu solch schweren Folgen für die Zivilbevölkerung führt«, teilte der Kreml mit. Russland sei bereit, alles zu tun, was das Leid der Zivilisten erleichtern und die Lage deeskalieren könne.

Neben der Kritik äußerte Netanjahu seinem Büro zufolge Anerkennung für den Einsatz Russlands für die Freilassung von Israelis mit russischer Staatsangehörigkeit aus der Geiselhaft der islamistischen Hamas.

Israelische Medien berichteten, Netanjahu habe für das 50-minütige Telefonat mit Putin die Kabinettssitzung verlassen. Das letzte Gespräch hatte demnach am 17. Oktober stattgefunden. Russland warnte Israel damals vor einer Bodenoffensive im Gazastreifen. Putin, der selbst einen zerstörerischen Krieg gegen die Ukraine führt, hatte im Telefonat mit Netanjahu eine Feuerpause zum Schutz von Zivilisten gefordert.

Russland hat nach dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober vor allem die USA kritisiert und deren Versuche einer Konfliktlösung im Nahen Osten für gescheitert erklärt. Sich selbst hat Moskau in dem Konflikt mehrfach als Vermittler angeboten, da es eigenen Angaben zufolge sowohl traditionell gute Beziehungen zur arabischen Welt als auch zu Israel unterhalte. Russland fordert dabei eine Zweistaatenlösung in der Region. dpa

Jerusalem

Israel droht mit Räumung Gazas im Falle neuer Entführung

Fast drei Jahre nach dem beispiellosen Hamas-Massaker am 7. Oktober droht Israels Verteidigungsminister mit drastischen Folgen, sollte erneut ein Israeli verschleppt werden

 23.09.2026

Israelische Zeitungen

Wahlergebnisse

»Sieg der Extreme«

Nach dem AfD-Erfolg in Mecklenburg-Vorpommern wächst in Israel die Aufmerksamkeit für Deutschlands politische Verschiebung

von Sabine Brandes  22.09.2026

Debatte

Wehret den Anfängen gilt rechts und links

Ein Offener Brief an Bischof Christian Stäblein vom Evangelischen Arbeitskreis der CDU Berlin/Brandenburg

von Cornelia Seibeld  22.09.2026

Reaktionen

Besorgnis in Israel nach Berlin-Wahl

Der Wahlsieg der Linken sorgt vor allem mit Blick auf Antisemitismus und das jüdische Leben in der deutschen Hauptstadt für Aufmerksamkeit in israelischen Medien

von Sabine Brandes  22.09.2026

Umfrage

Mehrheit sieht keine Chance für friedliche Zwei-Staaten-Lösung

Eine friedliche Koexistenz ist für eine Mehrheit der Israelis und eine noch größere Mehrheit der Palästinenser im Westjordanland und in Ostjerusalem derzeit nicht vorstellbar

 22.09.2026

Alei Zahav

Terroranschlag im Westjordanland: Vater rettet seinem Sohn das Leben und stirbt

»Papa, ich möchte dir für 16 gemeinsame Jahre danken. Danke, dass du mir zugerufen hast, als der Terrorist kam«, sagte der 16-Jährige Yoav bei der Beerdigung seines Vaters

 22.09.2026

Meinung

Berlin bekommt, was es verdient!

Ein Kommentar von Chefredakteur Philipp Peyman Engel zum Erdrutschsieg der Linkspartei in der Hauptstadt

von Philipp Peyman Engel  20.09.2026

Jerusalem

Ein toter Israeli bei Terroranschlag im Westjordanland

Kurz vor Beginn von Jom Kippur kommt es zu zwei Terroranschlägen im von Israel besetzten Westjordanland. Ein israelischer Zivilist und einer der angreifenden Palästinenser werden getötet

 20.09.2026

Jerusalem

Präsident Herzog begnadigt verurteilten Ex-Soldaten Elor Asaria

Israels Präsident lässt einen Strafregistereintrag des ehemaligen Soldaten löschen, der 2016 einen am Boden liegenden, palästinensischen Attentäter tötete. Die israelische Armee war laut Berichten dagegen

 20.09.2026