Jerusalem/New York

Netanjahu kritisiert Ban Ki-moon

Ban Ki-moon und Benjamin Netanjahu (v.l.) Foto: Flash 90

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat UN-Generalsekretär Ban Ki-moon scharf für dessen Äußerungen kritisiert, es sei »in der menschlichen Natur« unterdrückter Völker, auf Unterdrückung zu reagieren.

»Die Worte des Uno-Generalsekretärs verleihen dem Terror Auftrieb. Für Terror gibt es keine Rechtfertigung«, sagte Netanjahu laut Medienberichten. Die Vereinten Nationen hätten »längst ihre Neutralität und moralische Kraft verloren«. Die Kommentare des UN-Generalsekretärs trügen wenig dazu bei, dies zu ändern.

In der Nahostdebatte des UN-Sicherheitsrates hatte Ban Ki-moon am Dienstag die Raketenangriffe militanter Gruppen aus dem Gazastreifen gegen Israel verurteilt und ein Ende der Hetze gefordert.

Zweistaatenlösung Gleichzeitig sagte er aber: »Wie unterdrückte Völker seit jeher demonstriert haben, liegt es in der menschlichen Natur, auf Besatzung zu reagieren.« Israel solle seine Bautätigkeit in den Siedlungen im besetzten Westjordanland einfrieren und gemeinsam mit den Palästinensern verhindern, »dass eine Zweistaatenlösung für immer entweicht«.

Israels stellvertretende Außenministerin Tzipi Hotovely (Likud) schloss sich Netanjahus Kritik an Ban an. Dessen Worte, so Hotovely, rechtfertigten weitere Terroranschläge. »Ob in Paris oder Otniel, der Terror ist der gleiche Terror«, so Hotovely. Yair Lapid, Vorsitzender der oppositionellen Partei »Jesch Atid«, erklärte ebenfalls, Terror gegen unschuldige Menschen lasse sich nicht rechtfertigen. ja

Meinung

Bringt Israel die Vereinten Nationen zu Fall?

Die obsessive Fixierung der UN auf den jüdischen Staat steht im Widerspruch zu ihren ursprünglichen Werten. Diese Heuchelei wird der Staatengemeinschaft irgendwann noch zum Verhängnis werden

von Daniel Neumann  30.07.2026

Kairo

Verhandler sollen Fortschritte bei Hamas-Entwaffnung gemacht haben

Die Hamas signalisiert Bereitschaft, ihre Waffen unter Aufsicht der palästinensischen Übergangsverwaltung zu stellen. Im Gegenzug fordert sie einen Abzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen

 30.07.2026

Berlin

Antisemitismus ohne Scham

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel in Berlin-Mitte wurde nach eigenen Angaben auf der Straße mit dem Tode bedroht

von André Anchuelo  30.07.2026 Aktualisiert

Investition

Finanzierung für Stadtbahn im Norden steht

Von Haifa nach Nazareth mit der Bahn? Ab 2029 soll dies möglich sein. Das Projekt kostet viel Geld

 30.07.2026

Gaza

Zukunft ungewiss

Seit Monaten stagniert Trumps Gaza-Plan. Können ein israelisches Pilotprojekt in Rafah und das versprochene Ende der Hamas-Regierung daran etwas ändern? Eine Analyse

von Joshua Schultheis  30.07.2026

Israel/Libanon

Erstmals seit neuer Waffenruhe Hisbollah-Drohnenangriff

Die proiranische Terrororganisation hat ein mit Sprengstoff beladenes unbemanntes Fluggerät auf ein Fahrzeug der israelischen Armee im Südlibanon gesteuert; Israels Armee: »eklatanter Verstoß gegen die Waffenruhe«

 29.07.2026

Nachrichten

Festival, Westjordanland, Wahlkampf

Kurzmeldungen aus Israel

von Sophie Albers Ben Chamo  29.07.2026

Jerusalem

Frühere Staatschefinnen fordern Strafen für israelische Siedler

Die frühere Präsidentin Irlands, Mary Robinson, und die frühere Premierministerin Neuseelands, Helen Clark, forderten unter anderem ein Verbot des Handels mit Waren illegaler Siedlungen

 29.07.2026

Tel Aviv

Zahl der Tollwut-Fälle binnen drei Jahren mehr als verdreifacht

Von Januar bis Mai 2026 wurden in Israel bereits 63 Ausbrüche der Krankheit bei Tieren festgestellt

 29.07.2026