Israel

Nachrichten

Man sieht sich am Postschalter. Foto: Flash 90

Israel

Nachrichten

Hausarrest, Pension, Rekordversuch

von Sabine Brandes  24.07.2017 18:31 Uhr

Programm
Eine wissenschaftliche Kooperation zwischen Israel und Großbritannien im Bereich der regenerativen Medizin hat mehr als 9,1 Millionen Dollar für 15 verschiedene Forschungsprojekte aufgebracht. Dazu gehören unter anderem Stammzellenbehandlungen für Patienten, die unter Parkinson, Multipler Sklerose oder Typ-1-Diabetes leiden. Die Kooperation mit Namen BIRAX (Britain Israel Research Academic Exchange) ist von den Premierministern beider Länder gestartet worden. Mittlerweile ist BIRAX zum Vorzeigeprogramm der Zusammenarbeit zwischen den Ländern geworden.

Hausarrest
Elor Azaria ist nicht mehr im Gefängnis. Der IDF-Soldat, der Schlagzeilen gemacht hatte, weil er einen verwundeten palästinensischen Terroristen, der am Boden lag, erschoss, ist am Donnerstag unter Hausarrest gestellt worden. Azaria hatte an diesem Datum seinen Armeedienst beendet. In der sogenannten Hebron-Affäre war er vorher vom Gericht wegen Totschlags zu 18 Monaten Haft verurteilt worden und hatte seit einem Jahr und drei Monaten in einer geschlossener Kaserne der Armee unter Arrest gestanden. Das Haus der Familie war mit Ballons und Willkommensgrüßen geschmückt, als Azaria ankam. Das Gericht muss über zwei Berufungen entscheiden. Eine war von den Anwälten Azarias gegen dessen Verurteilung eingelegt worden. Die andere kam von der Staatsanwaltschaft, die argumentiert, dass das geringe Strafmaß nicht der Schwere der Tat entspricht.

Pension
Das Finanzkomitee der Knesset hat einen Vorschlag abgelehnt, das Rentenalter für Frauen von 62 auf 64 Jahre hochzusetzen. Obwohl Finanzminister Mosche Kachlon seine Empfehlung zu diesem Vorschlag hätte abgeben müssen, unterließ er dies. Daher ist die Entscheidung zunächst auf nächstes Jahr vertagt. Das Alter, in dem Männer in Pension gehen können, liegt in Israel bei 67.

Shopping
Demnächst müssen sich auch Parlamentarier bei der Post in die Schlange stellen. Die Wache der Knesset verkündete am Wochenbeginn, dass sie Pakete von Online-Shopping-Diensten, die für Abgeordnete oder Angestellte geliefert werden, nicht mehr scannen werde. Die Sicherheitsvorkehrungen im Parlament sind besonders hoch, kostspielig und langwierig. »In letzter Zeit gab es ein vermehrtes Aufkommen dieser Sendungen«, heißt es in einer Erklärung, die an alle Bedienstete der Knesset geschickt wurde. Die Arbeit sei kaum mehr zu schaffen gewesen. »Ich bin schockiert«, schrieb Schelly Jachimowitsch von der Arbeitspartei. »Seit elf Jahren bin ich im Parlament, habe oft aus dem Ausland bestellt, aber nie im Traum daran gedacht, die Adresse der Knesset anzugeben. Das ist doch verrückt.« Ab 31. Oktober wird die Poststelle daher alle eingehenden Pakete von eBay, Ali Express, Amazon und anderen zurück an den Absender schicken.

Folter

Ein Gericht in Jerusalem sieht es als erwiesen an, dass die Palästinensische Autonomiebehörde Dutzende von vermeintlichen »Kollaborateuren« mit Israel systematisch gefoltert hat. Das Urteil in einem Präzedenzfall besagt, dass die Behörde für die Folterungen zwischen 1990 und 2003 Entschädigungen an ihre Opfer zahlen muss. Die Richter hatten die Fälle von 51 Palästinensern überprüft, die angegeben hatten, geschlagen und in heiße Metallcontainer gesperrt worden zu sein, dass Zigaretten auf ihrer Haut ausgedrückt, ihnen Zähne ausgerissen wurden und sie diverse andere brutale Methoden über sich ergehen lassen mussten. Auch mussten manche die Exekutionen von anderen Häftlingen mitansehen und hatten keinerlei medizinische Versorgung. Einige von ihnen waren für Jahre eingesperrt. Die Autonomiebehörde bestreitet die Vorwürfe.

Rekordversuch

Sie erträumen sich ihr Jerusalem. Rund 5000 Vorschüler aus jüdischen, christlichen, muslimischen sowie integrativen Kindergärten sollen im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Vereinigung Jerusalems malen, wie sie sich ihre Stadt vorstellen. Mit den Werken der kleinen Künstler sollen anschließend die Decken des Light Rails geschmückt werden. Die Tausende von Kunstwerken sollen die Kinder sogar ins Guinness-Buch der Rekorde bringen. »Unsere Stadt spielt eine bedeutende Rolle dabei, nach Gemeinsamkeiten zu suchen«, sagte Bürgermeister Nir Barkat bei Start der Aktion. »Der Light Rail ist eine der Achsen, die uns verbinden.«

Syrien

Grossi: Von Israel zerstörter Reaktor hätte atomwaffenfähiges Material produzieren können

2007 zerstörte Israel den Atomreaktor Deir ez-Zor. 19 Jahre später bestätigt Atom-Aufseher Rafael Grossi, dass die Anlage atomwaffenfähiges Material hätte produzieren können

 11.09.2026

Rosch Haschana

Israel wächst – doch immer mehr Menschen verlassen das Land

Zum jüdischen Neujahr veröffentlicht das Statistikamt neue Zahlen. Die Geburtenrate ist mehr als doppelt so hoch wie in der OECD

von Sabine Brandes  11.09.2026

Sachsen-Anhalt

Empörung über AfD-Spitzenmann Siegmund wegen Rüstungsaussage 

Siegmund: »Weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen«

 11.09.2026

Neujahr

Hopfen, Malz und Honig

Zu Rosch Haschana können die Israelis nun auch passendes Bier im Supermarkt kaufen. Stilecht in der blau-weißen Dose

von Sabine Brandes  11.09.2026

Tel Aviv

Magen David Adom leistet im Jahr 5786 fast 1,9 Millionen Einsätze

Besonders stark beansprucht wurde auch die Notrufzentrale 101: Mehr als zwei Millionen Anrufe gingen innerhalb eines Jahres ein

 11.09.2026

Großbritannien

Applaus für britischen Außenminister von der Hamas

Ein hochrangiger Funktionär der Terrorgruppe begrüßt die Sanktionen, mit denen das Vereinigte Königreich Israel belegt hat. Das sei ein »wichtiger Schritt in die richtige Richtung«

 11.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  11.09.2026

Kommentar

Ja, du bist gemeint!

Im Leben gibt es Menschen, die erkennen, was vor sich geht, und andere, die einfach blind den Trends folgen. Warum ich an der Seite meiner jüdischen Freunde stehe

von Boy George  11.09.2026

Tel Aviv

Nach Unfall für tot erklärt - jetzt Mutter von drei Kindern

Eine Mutter in Israel, einst nach einem schweren Verkehrsunfall schon als verstorben gemeldet, bringt im Krankenhaus ihrer Rettung ihr drittes Kind zur Welt – mit Hilfe der eigenen Schwester

 11.09.2026