Jerusalem

Nach dem Eklat

Studenten protestieren gegen Carola Hilfrich. Foto: Flash 90

Die Dozentin an der Hebräischen Universität in Jerusalem, die in eine Diskussion mit einer israelischen Soldatin um das Tragen von Uniformen an der Uni verwickelt war, hat darum gebeten, bis zum Semesterende nicht mehr zu unterrichten, »weil sie sich nicht sicher fühle«. Das bestätigte die Pressestelle der Universität. Carola Hilfrich von der Fakultät für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft habe Hass- und Droh-Mails erhalten.

Was genau im und außerhalb des Seminarraums geschah, ist im Nachhinein schwer nachzuvollziehen, da sich weder die Dozentin noch die betreffende Studentin öffentlich äußern. Die Jüdische Allgemeine hat die Pressestelle und Frau Hilfrich um eine persönliche Stellungnahme gebeten, jedoch bis zum Redaktionsschluss keine Antwort erhalten.

studenten Offensichtlich haben verschiedene Medien den Vorfall anfangs verzerrt dargestellt. Mittlerweile stellen sich mehrere Kollegen und Studenten hinter die Dozentin. Fünf Studenten, die an der Vorlesung teilgenommen hatten, erklärten in der Tageszeitung Haaretz anonym, dass es während des Unterrichts zu keinerlei Gespräch oder Auseinandersetzung um das Tragen einer Uniform gekommen sei.

Erst nach dem Ende der Stunde habe es einen unangenehmen Austausch zwischen einer arabischen Studentin und der Soldatin gegeben, wovon Hilfrich allerdings nichts mitbekommen haben soll. Daraufhin soll sich die Soldatin an die Dozentin gewandt haben.

Eine Videoaufnahme zeigt Hilfrich, wie sie in aggressivem Ton zu der Studentin sagt, sie sei eine Soldatin in Israels Armee und werde dementsprechend behandelt. Andere Studenten jedoch meinten, dies sei aus dem Zusammenhang gerissen, weil die Diskussion bereits Minuten zuvor begonnen habe und Hilfrich dabei unter anderem gesagt habe, dass die Soldatin um Hilfe bitten müsse, wenn sie sich auf dem Campus bedroht fühle.

uniform Verschiedene Medien hatten geschrieben, dass Hilfrich die Soldatin von sich aus während des Unterrichts gemaßregelt hatte, weil sie in Uniform im Unterricht saß. Dem jedoch wurde von den fünf Studenten laut Haaretz widersprochen, die stattdessen sagten, dass ihre Kommilitonin jedes Mal im Olivgrün der Armee zu den Vorlesungen komme und es niemals eine Auseinandersetzung gegeben habe.

Das Semester endet an diesem Freitag, und Kollegen von Frau Hilfrich werden ihre Vorlesungen übernehmen, heißt es. Auch die Kommunikationsabteilung der Universität sei mit E-Mails und Anrufen überhäuft worden, von denen viele emotional, aggressiv und bedrohlich gewesen seien. Auf dem Campus fanden zwei Demonstrationen von Studenten statt, eine gegen die Dozentin, organisiert von der rechtsgerichteten Gruppierung Im Tirtzu, und eine, die sich, wie die Pressestelle mitteilte, hinter die Dozentin stellte.

Beit Zazir

Herzog weist Trumps Angriffe zurück: Israels Souveränität »nicht zu verkaufen«

Der israelische Präsident spricht von einem »unverhohlenen Angriff auf die Symbole der Staatsführung« seines Landes

 13.03.2026

Alltag im Krieg

Mitgehört im Bunker ...

Schlaflos in Tel Aviv: Iranische Raketen halten in den Nächten die Israelis wach

von Sabine Brandes  13.03.2026

Meinung

Iran: Der Verrat des Westens

Die Islamische Republik ist angeschlagen, doch ihre Unterstützer im Westen sind nach wie vor aktiv

von Jacques Abramowicz  13.03.2026

Analyse

Der strategische Fehler Teherans – und die Chance auf eine neue Ordnung im Nahen Osten

Wie der Krieg gegen das iranische Regime die Machtverhältnisse der Region dauerhaft verändern könnte

von Sacha Stawski  13.03.2026

Jerusalem

Netanjahu: Kriegsziel ist Zerstörung der Atom- und Raketenprogramme

An die Iraner gerichtet sagt der Ministerpräsident, Israel versuche, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Menschen selbst gegen die Führung in Teheran vorgehen könnten

 13.03.2026

Jerusalem

Israel sieht erste Risse in iranischer Führung

Israels Außenminister: Es gibt bereits Anzeichen für Differenzen zwischen politischen Entscheidungsträgern und militärischen Verantwortlichen in Teheran

 13.03.2026

Nahost

Iranische Zivilisten schicken Israel Hinweise auf Regime-Ziele

Menschen im Iran informieren die israelischen Streitkräfte über Einrichtungen des Regimes. Die Angaben werden geprüft und führen dann zu Angriffen

 13.03.2026

Israel

Hamas-Terrorist misshandelt? Anklage gegen fünf Reservisten fallengelassen

Den fünf Männern wurde vorgeworfen, im berüchtigten Militärgefängnis Sde Teiman einen Terroristen so stark sexuell misshandelt zu haben, dass dieser ins Krankenhaus gebracht werden musste

 12.03.2026

Iran-Krieg

Israel ruft Bewohner des Südlibanons zur Flucht auf

Der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah spitzt sich weiter zu: Die israelische Armee weitet ihren Evakuierungsaufruf für den Süden des Nachbarlandes aus

 12.03.2026