Gazastreifen

Palästinenser bejubeln Waffenruhe

Menschen in Deir al-Balah, im Zentrum des Gazastreifens, feiern die Ankündigung der Waffenruhe Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Nach Berichten, dass sich Israel und die islamistische Terrororganisation Hamas auf eine Waffenruhe im Gazastreifen geeinigt haben, sind im Gazastreifen Feiern ausgebrochen. Augenzeugen zufolge strömten Zehntausende jubelnde Menschen auf die Straßen, noch ehe es eine offizielle Bestätigung für das Abkommen gab. In palästinensischen und sozialen Medien verbreitete Aufnahmen zeigen singende und tanzende Menschen. Zu sehen sind auch Männer, die offenbar vor Freude weinen. 

»Wir haben 15 Monate auf diesen Moment gewartet, heute ist ein Feiertag«, sagte Nadschua Othman, eine Vertriebene, die in einem Lager in der Stadt Chan Junis im Süden des Gazastreifens untergebracht ist, der Deutschen Presse-Agentur. Viele Menschen wollen nach Angaben der fünffachen Mutter nun in ihre Heimatorte zurückkehren, auch wenn sie dort nur Trümmern vorfänden.

»Dies ist ein lang ersehnter Tag«, betonte der 40 Jahre alte Abdul Alim Auda, der mit seinen drei Kindern zu Feiern in der Stadt Deir al-Balah im Zentrum des Küstengebiets gekommen ist.

Die Menschen im Gazastreifen verdienten es, in Frieden und Sicherheit zu leben, sagte wiederum ein 51-Jähriger der Deutschen Presse-Agentur. »Warum sind wir dazu verdammt, in ständigem Elend zu leben?«, so der Mann, der laut eigenen Angaben, die nicht überprüfbar sind, drei Söhne bei einem israelischen Angriff verloren hat.

Lesen Sie auch

Israel und die Hamas haben sich nach Angaben Katars auf eine Waffenruhe im Gazastreifen und die Freilassung weiterer Geiseln im Gegenzug für palästinensische Häftlinge geeinigt. Die Feuerpause soll am Sonntag beginnen.

In Khan Younis sollen sich auch Hamas-Mitglieder unter die Feiernden gemischt haben. Videoaufnahmen zeigen, wie maskierte Männer mit grünem Stirnband (einem Symbol der Terrorgruppe) und Sturmgewehren in einem weißen Transporter durch die Straßen fahren.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Auch im Libanon brachen Augenzeugenberichten zufolge Freudenfeiern aus. Im palästinensischen Lager Schatila im Süden der Hauptstadt Beirut hätten die Menschen mit Feuerwerken gefeiert. Sie tanzten, klatschten und sangen in den Straßen. »Ich bin so froh, dass diese Tortur der Palästinenser in Gaza vorbei ist«, sagte ein Anwohner der Deutschen Presse-Agentur. dpa

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Herkunft und Sympathien der Spielerikone kursieren, erzählen die Söhne eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine andere, besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  16.07.2026 Aktualisiert

Italien

Wenn Anne Frank und Primo Levi mit »Nazis« beschmiert werden

Erneut antisemitischer Vandalismus gegen ein Holocaust-Gedenkgemälde in Mailand

 16.07.2026

Israel

Knesset beschließt Ausweitung geschlechtergetrennter Studiengänge

In Zukunft sollen auch Master- und Promotionsstudiengänge getrennt ür Frauen und Männer ermöglicht werden

 16.07.2026

Washington D.C.

Künftige kolumbianische Regierung will Botschaft nach Jerusalem verlegen

Damit gibt es bald neun diplomatische Vertretungen in der israelischen Hauptstadt

 16.07.2026

Westjordanland

Sicherheitsbehörden: Angriffe gewaltbereiter Siedler gehen zurück

Seit dem Höchststand im März sollen die Zahlen zuletzt aufgrund der Maßnahmen von Armee, Inlandsgeheimdienst und Polizei zurückgegangen sein

 16.07.2026

Tel Aviv

Eisenkot erhebt schwere Vorwürfe gegen Netanjahu

Netanjahu habe ihn vor Jahren als Generalstabschef gebeten, Soldaten auf den Golanhöhen in einen Schutzbunker zu schicken – in einem Gebiet, in dem sein Sohn Avner stationiert war

 16.07.2026

Wahlkampf

Der Anti-Bibi

Erstmals führt Gadi Eizenkot mit seiner Partei Jaschar die Wahlumfragen an. Wer ist der überraschende Top-Herausforderer?

von Joshua Schultheis  16.07.2026

Israel

Oberstes Gericht stoppt Gesetz zum Schutz ultraorthodoxer Verweigerer des Wehrdienstes

Die Richter kündigen zudem eine rasche Anhörung über die Rechtmäßigkeit der Regelung an

 16.07.2026

Nachrichten

Basketball, Wahlen, Atombombe

Kurzmeldungen aus Israel

von Ralf Balke  15.07.2026