Israel

Meldungen

Klein und oho! Nanosatellit Foto: dpa

Israel

Meldungen

Strom – Satellit – Tomate

von Sabine Brandes  08.01.2018 15:58 Uhr

Satellit
Israel geht ins All. Drei Nanosatelliten sollen Ende dieses Jahres ins Orbit geschickt werden. Die Israel Space Agency und das Technion in Haifa arbeiten gemeinsam an dem Projekt. Dabei ist es nicht die erste Sendung israelischer Nanosatelliten, allerdings eine Premiere für eine Formation aus mehreren. Als Indien im Februar 2017 104 Satelliten auf den Weg brachte, waren auch zwei aus dem jüdischen Staat dabei, die an der Ben-Gurion-Universität entwickelt worden waren. Mit dem jetzigen Projekt, das von Pini Gurfil geleitet wird, soll bewiesen werden, dass Nanosatelliten ihre ursprüngliche Formation ein ganzes Jahr lang beibehalten können, während sie die Erde in 600 Kilometer Höhe umkreisen.

Liste
Die Regierung hat eine Liste mit Organisationen veröffentlicht, deren Mitglieder nicht mehr nach Israel einreisen dürfen. Die sogenannte »Schwarze Liste BDS« wurde vom Strategieministerium herausgegeben. Insgesamt sind 20 Gruppierungen aufgelistet, hauptsächlich aus den USA, Europa und einige aus Südamerika. Das »American Friends Service Committee«, ebenfalls auf der Liste, erhielt 1974 den Friedensnobelpreis für seine Hilfe für Verfolgte des Naziregimes. Jetzt unterstützt es BDS, um »Jahrzehnte der Menschenrechtsverletzungen an Palästinensern zu beenden«, wie die Gruppe erklärt. Eine Woche zuvor hatte die Regierung beschlossen, 75 Millionen Dollar in die Bekämpfung von BDS zu investieren. Die Summe kommt zu einem Teil von der Regierung und zu einem anderen von jüdischen Sponsoren aus dem Ausland.

Strom
Energieminister Yuval Steinitz erklärte am Sonntag, dass die Stromlieferungen an den Gazastreifen erhöht werden. Er habe die Elektrizitätswerke angewiesen, »auf maximale Kapazität zu gehen«. Seit einem halben Jahr lag die Versorgung lediglich bei 40 Prozent, nachdem die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) die Zahlungen an Israel reduziert hatte. Jetzt forderte die PA die Wiederaufstockung und beglich die Rechnungen. Im von der Hamas kontrollierten Gebiet gab es in den vergangenen Monaten teilweise nur vier Stunden Strom am Tag. Jetzt werden es nach Angaben der Versorger sechs bis acht sein.

Olmert
Zum ersten Mal seit seiner Entlassung aus dem Gefängnis vor fünf Monaten gab Ex-Premierminister Ehud Olmert einen Kommentar zu seinen persönlichen Verfehlungen ab. »Ich bin willens, mit meinen Fehlern umzugehen. Und ich habe einige begangen – in meinem persönlichen wie beruflichen Leben«, gab er bei einem Treffen von Ex-Geheimdienstlern zu. »Ich kann es nicht vermeiden, diese Verfehlungen zuzugeben. Ich will niemanden davonkommen lassen. Auch nicht mich selbst.« Olmert war von 2006 bis 2009 Ministerpräsident und trat während Ermittlungen gegen ihn wegen Vertrauensbruch und Bestechlichkeit zurück. Er wurde zu 19 Monaten Haft verurteilt und nach 16,5 Monaten wegen guter Führung entlassen. Derzeit wird gegen den amtierenden Premier Benjamin Netanjahu wegen Korruption in zwei Fällen ermittelt.

Angriff
Sie sind wütend. Mehrere palästinensische Christen sind zum Beginn der Woche gegen einen Konvoi des Patriarchen der Griechisch-Orthodoxen Kirche von Jerusalem gewalttätig geworden. Hunderte Demonstranten blockierten den Weg, als Patriarch Theophilos III. zu einer Kirche in Bethlehem fuhr. Sie skandierten »Verräter« und zerschlugen die Scheiben von drei Fahrzeugen. Grund für den Unmut sind die exzessiven Landverkäufe der Kirche. Die Griechisch-Orthodoxe Kirche ist einer der größten Landeigentümer im Heiligen Land. Dem Patriarchen wird vorgeworfen, Großteile dieser Ländereien zu absoluten Niedrigpreisen an dubiose Briefkastenfirmen verschachert zu haben. Angeblich hätten so Schulden der Kirche beglichen werden sollen. Doch es wird vermutet, dass es zumindest teilweise um persönliche Bereicherung geht.

Tomate
Von wegen, je größer, desto besser. Eine israelische Firma hat jetzt eine Cherrytomate entwickelt, die kaum größer ist als ein Wassertropfen. Kedma mit Sitz in der südlichen Arawa-Wüste ist gänzlich von ihrem Produkt überzeugt: »Man wirft sie einfach über den Salat. Kein Schneiden mehr, und sie explodiert förmlich im Mund.« Die Tomate in der Größe einer Blaubeere soll in den kommenden Monaten auf den Markt gebracht werden und die kleinste sein, die jemals in Israel gezüchtet wurde – oder vielleicht auf der ganzen Welt. Spitzenköche haben sie bereits probieren dürfen und für köstlich befunden: »Sie ist voller Geschmack, süß, praktisch und sexy.«

Hamas-Massaker

Wurde Netanjahu vor dem 7. Oktober gleich dreimal gewarnt?

Berichte aus Ägypten und den Emiraten schildern mehrere Warnungen vor dem Angriff aus Gaza. Der israelische Premier bestreitet dies kategorisch

von Sabine Brandes  30.09.2026

Jerusalem

Eklat wegen Aussagen von Ministerin: Israel bestellt spanische Diplomatin ein

Spaniens Jugendministerin Sira Rego von der Linkspartei hatte erklärt, die spanische Gesellschaft unterstütze einen palästinensischen Staat »vom Fluss bis zum Meer«. Jetzt protestierte Israel gegen die Aussagen

 30.09.2026

Tel Aviv

Festnahme eines Hamas-Funktionärs verschaffte Israel entscheidende Informationen über Terrorziele

Mu’in al-Arabid, ein ranghoher Hamas-Terrorist wurde am 2. September gefangen genommen. Seither sind mehrere Terror-Kommandeure getötet worden

 30.09.2026

Grenzübergang Taba/Eilat zwischen Ägypten und Israel

Mysteriöser Fall

Drei Israelis in Ägypten verschollen

Die jungen beduinischen Männer seien zum Urlaub ins Nachbarland gereist und dort angeblich aus Gründen der »inneren Sicherheit« festgenommen worden

von Sabine Brandes  29.09.2026

Die Chefs der Oppositionsparteien

Tel Aviv

Israels Opposition schließt Pakt

Eisenkot, Bennett, Lapid, Lieberman und Golan wollen während des Wahlkampfs auf gegenseitige Angriffe verzichten und planen eine »zionistische staatsmännische Regierung«

von Sabine Brandes  29.09.2026

Jerusalem

Gallant spricht über Details der Pager-Operation gegen Hisbollah

Offenbar schöpfte ein Mitglied der libanesischen Terrororganisation Verdacht. Israel sah sich zum Handeln gezwungen

 29.09.2026

Forschung

Studie: Es gibt keine Grundlage für die Apartheids- und Genozidvorwürfe gegen Israel

Eine neue Untersuchung von Gunther Jikeli und Philippe Karpe zeigt, dass die Kritik gegen den jüdischen Staat ideologisch motiviert ist - und jeglicher Empirie entbehrt

 29.09.2026

Jerusalem

Netanjahu reiste offenbar wegen Berichten über Hamas-Warnung nach Abu Dhabi

Hat der israelische Ministerpräsident den Präsidenten der VAE, Scheich Mohammed bin Sajid Al Nahjan, gebeten, Medienberichte zurückzuweisen, wonach dieser seinen Jerusalemer Gesprächspartner vor dem 7. Oktober warnte?

 29.09.2026

Terrorismus

»Wenn sie einen Raum betrat, ging die Sonne auf«

Ricarda Louks Tochter Shani und Sonja Bohl-Denckers Tochter Carolin wurden vor drei Jahren von der islamistischen Hamas ermordet. Ihre Mütter schildern, wie sie mit dem Verlust zurechtkommen - und was sie sich wünschen

von Nina Schmedding  29.09.2026