US-Reise

So verlief das lang erwartete Treffen zwischen Netanjahu und Biden

Das lang erwartete Netanjahu-Biden-Treffen Foto: Avi Ohayon, GPO

Es war zweifelsohne das wichtigste Treffen der US-Reise des israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu - und ein lang erwartetes dazu. Am Mittwoch kam er im Intercontinental Hotel in New York mit US-Präsident Joe Biden zusammen. Es war das erste Mal seit der Rückkehr des Premiers in sein Amt im Januar, dass sich die beiden Staats- und Regierungschefs persönlich treffen.

Biden machte gleich zu Beginn des einstündigen Gesprächs klar, wie wichtig es sei, »die demokratischen Werte zu wahren, die den Kern unserer Partnerschaft ausmachen, einschließlich der Gewaltenteilung in unseren Systemen«. Der Präsident hatte bereits mehrfach seine Sorge über die Umwälzung des Rechtssystems geäußert und Netanjahu aufgefordert, dies nicht ohne Konsens durchzudrücken.

EINLADUNG Nach Meinung vieler Experten ist das der Grund, weshalb Biden ihn bislang noch nicht zu einem offiziellen Besuch ins Weiße Haus eingeladen hatte. Doch bei diesem Gespräch deutete er an, dass dies kurz bevorstehen könnte. »Hallo mein Freund, willkommen, willkommen«, sagte Biden, »und ich hoffe, wir sehen uns bis Ende des Jahres in Washington.«

Der israelische Regierungschef versicherte, dass sich »Israels Engagement für die Demokratie« niemals ändern werde. »Wir werden weiterhin die Werte hochhalten, die unsere beiden stolzen Demokratien schätzen«, sprach er, während draußen vor dem Hotel Hunderte von pro-demokratischen israelischen Expats und jüdischen Amerikanern gegen die Regierungspolitik Jerusalems protestierten und die blau-weiße Flagge schwenkten. Einige hatten auf ihre Schilder geschrieben, »crime minister Netanjahu«, andere »Biden, don’t whitewash Bibi’s coup« (Biden, beschönigen Sie Bibis Coup nicht).

»Die demokratischen Werte machen den Kern unserer Partnerschaft aus.«

US-präsident joe biden

In seiner öffentlichen Erklärung verwies Biden auch auf andere »schwierige Themen«, darunter die Aufrechterhaltung einer Zwei-Staaten-Lösung mit den Palästinensern und »die Sicherstellung, dass der Iran niemals, niemals eine Atomwaffe erhält«. Netanjahu lobte Bidens Bemühungen, den Iran daran zu hindern, in den Besitz einer Atomwaffe zu gelangen. »Das ist von entscheidender Bedeutung.« Der Präsident bestätigte: »Selbst dort, wo wir einige Differenzen haben, ist mein Engagement für Israel, wie Sie wissen, eisern.«

NORMALISIERUNG Im Laufe des Gesprächs äußerten sich beide zuversichtlich über die Aussichten auf eine Einigung zur Normalisierung der Beziehungen zwischen dem jüdischen Staat und Saudi-Arabien. Netanjahu sei sicher: »dass wir unter Ihrer Führung, Herr Präsident, einen historischen Frieden zwischen Israel und Saudi-Arabien schließen können«. Ein solcher Frieden würde einen großen Beitrag dazu leisten, zunächst das Ende des arabisch-israelischen Konflikts voranzutreiben, eine Versöhnung zwischen der islamischen Welt und dem jüdischen Staat zu erreichen, führte er aus, »und einen echten Frieden zwischen Israel und den Palästinensern voranzutreiben«.

Begleitet wurde Biden von zahlreichen hochrangigen Beamten, darunter dem US-Nahost-Gesandten Brett McGurk und Amos Hochstein, die den Präsidenten im Umgang mit Saudi-Arabien beraten. Zu Netanjahus Gefolge gehörten der Minister für strategische Angelegenheiten Ron Dermer und der nationale Sicherheitsberater Tzachi Hanegbi.

Meinung

LMU München: Ein Abschiedsbrief an meine geliebte Alma Mater

Ein Liebesbrief aus Enttäuschung an eine Universität, die sich selbst zu verlieren droht

 08.05.2026

Tel Aviv

Sirenen und Schlagzeilen

Unsere Israel-Korrespondentin Sabine Brandes über das Arbeiten im Ausnahmezustand

von Sabine Brandes  07.05.2026

Redaktion

Die Menschen hinter der Jüdischen Allgemeinen

Wer textet und redigiert, gestaltet, illustriert und organisiert heute die Jüdische Allgemeine? 19 Menschen, neun Ressorts – wir stellen uns vor

 07.05.2026

Essay

Brandbeschleuniger Hass auf Israel: Der Gesetzgeber darf nicht länger wegschauen

Wer auf unseren Straßen »Tod Israel« ruft, kann bislang in der Regel ohne strafrechtliche Konsequenzen bleiben. Das zermürbt die Demokratie

von Volker Beck  07.05.2026

Luftfahrt

El Al eröffnet größte koschere Fluglinien-Küche der Welt

El-Al-Chef Levi Halevi sagt, das Projekt sei Teil einer langfristigen Strategie zur Verbesserung des Reiseerlebnisses

 07.05.2026

Jerusalem

Netanjahu: »Vollständige Koordination« mit den USA zu Iran

Israel bereite sich auf unterschiedliche Entwicklungen vor, sagt der israelische Ministerpräsident. »Wir sind auf jedes Szenario vorbereitet.«

 07.05.2026

Jubiläum

Starke Stimme

Vor 80 Jahren erschien die erste Ausgabe der Jüdischen Allgemeinen. Mehr denn je braucht es eine präsente und selbstbewusste jüdische Zeitung in Deutschland

von Philipp Peyman Engel  07.05.2026

Meinung

Liebe Politiker, habt ihr nur warme Worte im Angebot?

Das CDU-Präsidium hat einen Beschluss zum Schutz jüdischen Lebens gefasst. Er ist gut gemeint, aber nicht wirklich überzeugend

von Michael Thaidigsmann  06.05.2026

Nachrichten

Licht, Erfolg, Reise

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  06.05.2026