Kurzmeldungen

Mail aus Jerusalem

Mathe-Olympiade: Israel nur auf Rang 53 Foto: imago

Mathe
Die gute Nachricht zuerst: Bei der Mathematik‐Olympiade für Schüler hat Israel den respektablen zehnten Rang belegt. Die schlechte Nachricht: Das war vor einem Jahrzehnt. Bei dem jetzt in Kasachstan abgehaltenen Wettbewerb musste sich die israelische Mannschaft dagegen mit Rang 53 begnügen. Wegen des Mangels an geeigneten Kandidaten war Israel nicht einmal imstande, eine Mannschaft in der Sollstärke von sechs Teilnehmern aufzustellen, und entsandte, wie manch ein Entwicklungsland, nur fünf Bewerber. Das katastrophale Abschneiden wird von Bildungsexperten auf die sich verschärfende Krise des israelischen Erziehungswesens zurückgeführt.

Mutter

Es ist keine Seltenheit, dass Nachfahren prominenter Zionisten in der Diaspora leben. Hillary Rubin, Urgroßnichte des ehemaligen Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation (1932–1936) wollte das zumindest für sich selbst ändern und wanderte vor vier Jahren aus den USA nach Israel aus. In der altneuen Heimat wollte sie jetzt auch heiraten, ist damit aber gescheitert. Im Rahmen neuer, vom Oberrabbinat erlassener Richtlinien für die Anerkennung des Judentums von Ehekandidaten, deren Eltern nicht in Israel geheiratet haben, verlangte das Stadtrabbinat in Herzlya von der 29‐Jährigen nämlich, die religiösen Eheschließungsurkunden und Geburtsscheine beziehungsweise Sterbeurkunden ihrer Mutter, Großmutter, Urgroßmutter und Ur‐Urgroßmutter vorzulegen. Rubins Hinweis, sie entstamme einer Familie von Holocaustüberlebenden, die kein Familienarchiv haben könne, vermochte die Rabbiner nicht zu beeindrucken. Nun wollen Rubin und ihr Bräutigam auf Zypern heiraten. Gleichzeitig bekundet die Braut Verständnis für Olim, die Israel wieder verlassen.

Missstand
Und schon wieder ist es soweit: Trotz jahrelanger Debatten über die Energiekrise hat Israel nicht genug neue Kraftwerke gebaut. Daher drohen auch in diesem Sommer Stromabschaltungen. In der Not hat die Elektrizitätsgesellschaft den Wasserversorger Mekorot als Partner für eine originelle Lösung gewonnen: Um die tägliche Strombedarfsspitze zu senken, ist Mekorot bereit, das elektrizitätsintensive Wasserpumpen in den kritischen Stunden des Tages einzuschränken. Allerdings braucht sie, um das Sparpotenzial voll nutzen zu können, eine Vorwarnzeit von 24 Stunden. Sonst heißt es vielleicht schon bald: Was wäre Ihnen lieber: Kein Wasser oder kein Strom?

Mutterschaft
Die Brüder Idan und Koren Schreiber sind eineiige Zwillinge und haben schon immer vieles gemeinsam unternommen. Jetzt wurden sie auch noch gleichzeitig Vater. Wie der Zufall es wollte, wurde ihren schwangeren Frauen der Gebärtag auf das selbe Datum ausgezählt. So beschlossen beide Elternpaare, ihre jeweiligen Nachkömmlinge im selben Krankenhaus zur Welt zu bringen. Zwar wohnen die Familien in verschiedenen Städten, doch einigte man sich auf Haifa, wo die Eltern von Idan und Koren leben. Und siehe da: Die beiden Cousins – ein Junge und ein Mädchen – erblickten im Abstand von nur wenigen Stunden das Licht der Welt. Künftig können nicht nur die beiden Väter, sondern auch Vetter und Base gemeinsam Geburtstag feiern.

Maus
Die Familie Suissa erlebte eine unliebsame Bereicherung ihres Einkaufs: In der Milchtüte befand sich eine Maus. Das wollten die Suissas nicht hinnehmen und verlangten von der Molkerei eine Entschädigung. Daraus aber wurde vorerst nichts. Laborbefunde an der Tüte, so das Unternehmen nach einer Untersuchung des vermeintlichen corpus delicti, habe ergeben, dass der »Fremdkörper« – gemeint war die Maus – erst nach dem Öffnen der Tüte dort hingelangt sei. Daher handele es sich wohl um versuchte Erpressung. Um den Streit dennoch beizulegen, sei die Firma bereit, die Klage im Wege der Kulanz mit 250 Schekel, umgerechnet 50 Euro, abzugelten. Das wiederum lehnte die Familie empört ab. Nun wird die Angelegenheit vor Gericht ausgefochten.

Methode
In der Innenstadt von Jerusalem treibt eine Diebesbande ihr Unwesen, die Geschäfte am helllichten Tage mithilfe eines Rollenspiels ausnimmt. Während einer der Kriminellen den Verkäufer oder die Verkäuferin ablenkt, räumt der andere ab. In anderen Fällen griffen die ungebetenen Kunden zu einem besonders dreisten Trick: Einer von ihnen zog sich vor den Augen der Verkäuferinnen bis auf die Unterhose aus, während sein Komplize derweil ungeniert in die Warenregale griff. Bevor die verschreckten Frauen begriffen, was passierte, waren die Diebe schon mit der Beute durch die Tür verschwunden.

Männerwirtschaft
Nachwuchsprobleme bei den Siamang‐Affen im Biblischen Tiergarten in Jerusalem: Das herrschende Affenpaar hat das Fruchtbarkeitsalter überschritten, aber ausschließlich männliche Nachfahren hinterlassen. Damit stand die kleine Affengruppe, die eine künstliche Insel am Eingang zum Zoo bewohnt und dank ihrer durch einen Kehlsack enorm lauten Schreie zum akustischen Wahrzeichen des Tiergartens wurde, vor großen Zukunftsproblemen. Um neuen Nachwuchs sicherzustellen, importierte die Zooleitung ein Siamang‐Weibchen aus Portugal und hofft, dass dieses einem der Männchen gefällt. Das in die Jahre gekommene Elternpaar wird für den Ruhestand in den Safari‐Wildpark von Ramat‐Gan gebracht

Israel

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