Kurzmeldungen

Mail aus Jerusalem

Bar Refaeli Foto: promo

Kurzmeldungen

Mail aus Jerusalem

Serie, Studie und Schwindler

von Wladimir Struminski  25.05.2010 07:04 Uhr

Serie
Wenn alles gut geht, könnte Bar Refaeli auf dem Sprung ins Filmgeschäft sein. Berichten zufolge steht Israels Topmodel in engerer Auswahl für die Hauptrolle im nächsten Roboter-Action-Film der »Transformers«-Serie. Refaelis bisherige Leinwandkarriere ist eher bescheiden und umfasst einen
israelischen Kinofilm sowie eine Seifenoper. Für eine Performance an der Seite von einer Spielzeugserie nachempfundenen Killer-Maschinen wird es allemal reichen. Auch, dass sie sich vor dem Wehrdienst in der echten israelischen Armee gedrückt hat, würde bei Roboterkämpfen nicht weiter stören. Immerhin wäre die kühle Schöne für das internationale Image ihres Landes eine willkommene Abwechslung.

Stärken
Israel ist ein Land der Gegensätze. Wie das schweizerische International Institute for Management Development (IMD) in seinem jährlichen Bericht zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit ermittelt hat, hat Israel die vergangene Weltwirtschaftskrise besser als jedes andere der unter die Lupe genommenen 58 Länder gemeistert. Auch die Bank von Israel erhielt die beste Note unter den Zentralbanken. Dagegen hat Israel schwere Arbeitsmarktprobleme: Wegen der niedrigen Zahl der Arbeitskräfte muss ein beruflich aktiver Israeli mehr Unbeschäftigte unterstützen, als es in anderen Ländern der Fall ist. Bei dieser Kennziffer belegte der jüdische Staat in der IMD-Studie den letzten Rang. In der Gesamtwertung der Wettbewerbsfähigkeit kam Israel auf Platz 17 – einen Rang hinter Deutschland.

Studie
Jerusalem nachbauen: Das war im vergangenen Jahrtausend der Traum vieler europäischer Bauherren. Schätzungen zufolge wurden in Europa Zehntausende von Gebäuden und Stätten errichtet, die das eine oder andere Wahrzeichen Jerusalems nachahmten, darunter den Tempel, die Grabeskirche oder auch die goldene Omar-Moschee. Jetzt wird das Europa-Forum der Hebräischen Universität ein Projekt zur Erforschung der Nachbauten starten, das einen interessanten Aspekt des historischen Verhältnisses der Europäer zum Heiligen Land zeigt. Unterstützt wird die Studie mit Fördermitteln des Europäischen Forschungsrats (ERC).

Schwindler
Hat ein Israeli namens Schalom Sabag wiederholt seine Pässe an asiatische Fälscherbanden verkauft – und damit eine Nebenerwerbsquelle gefunden? Diesem Verdacht geht die israelische Polizei nach. Wie der Zufall es will, hat Herr Sabag in letzter Zeit seine Reisedokumente gleich dreimal als verloren gemeldet und die Neuausstellung beantragt. Gleichzeitig wurden in Fernost drei Reisende mit Pässen verhaftet, die Sabags Angaben zur Person trugen. Zwei als Sabag posierende Iraner wurden in Thailand festgenommen, während ein irakischer Sabag in Hongkong aufflog. Dort riefen Grenzpolizisten, denen der vermeintliche Israeli verdächtig vorkam, den israelischen Konsul an. Dieser fragte seinen »Landsmann« nach seinem Wohlbefinden – auf Hebräisch. Als die Antwort auf Arabisch erfolgte, führten die chinesischen Beamten den Betrüger in die Arrestzelle ab.

Schicksal
Wenn israelische Radfahrer unterwegs sind, fährt Angst stets mit: In Ermangelung asphaltierter Radwege müssen sie sich die Straße nämlich mit notorisch gefährlichen Autofahrern teilen. Der begeisterten Radsportlerin Sigalit Cohen aus Schoham bei Tel Aviv aber lauerte das Schicksal jenseits der Landesgrenzen auf. Die 39-jährige Mutter zweier Kinder, die sogar ihren Arbeitsplatz aufgegeben hatte, um sich ihrer Liebe zum Sport widmen zu können, war mit einer Gruppe befreundeter Radler nach Italien gereist, um dort eine Radtour zu absolvieren. Auf steiler Bergabfahrt jedoch versagten die Bremsen ihres Rennrads. Als Cohen in ein Gebüsch auswich, prallte sie gegen einen Baum und starb auf der Stelle. Am Freitag vergangener Woche endete Sigalits Reise auf dem Friedhof ihrer Heimatstadt.

Schmerzensgeld
Verschweigt der Bräutigam der Braut seine Impotenz, muss er sie entschädigen. Das geht aus dem Grundsatzurteil eines israelischen Familiengerichts hervor. Im vorliegenden Fall klagte eine junge Frau, weil der Mann ihr bereits während der Hochzeitsnacht eheliches Beisammensein verweigerte und auch im Laufe der darauf folgenden zehn Monate bei seinem Nein blieb. Vor Gericht gab er zu, wegen völliger Impotenz des Geschlechtsverkehrs gar nicht fähig zu sein. Dass er dies der Auserwählten nicht rechtzeitig mitgeteilt hatte, stuften die Richter als Täuschung und Vertrauensbruch an. Die theoretisch bestehende Möglichkeit, Kinder mit dem Samen des Gatten durch Retortenbefruchtung zu zeugen, sei für die Frau, die auf ein natürliches Eheleben gesetzt habe, kein annehmbarer Ersatz. Daher verurteilte das Gericht den Ehemann zur Zahlung eines Schmerzensgeldes von 120.000 Schekel (rund 25.000 Euro) und zur Rückerstattung der von der Familie getragenen Hochzeitskosten von 30.000 Schekel.

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