Israel

Lockdown geht in die vierte Woche

Geschlossene Läden überall: Der Lockdown in Israel geht weiter. Foto: Flash 90

Obwohl der Lockdown bei der Verringerung der Corona-Neuinfektionen »enttäuscht« habe, beschloss das israelische Kabinett in der Nacht zum Montag, ihn um weitere vier Tage zu verlängern. Israel befindet sich bereits in der vierten Woche einer kompletten landesweiten Abriegelung. Auch der Flughafen bleibt nach Angaben der Regierung für eine weitere Woche bis zum 7. Februar vollständig geschlossen.

EINIGKEIT Eigentlich hätte der Lockdown in der Nacht zum Montag enden sollen. Jetzt wird er vorerst bis Freitag, den 5. Januar, um sieben Uhr morgens andauern. In Sachen Schließung des Flughafens waren sich von Anfang an alle Koalitionsparteien einig gewesen.

»Es ist ein Rennen gegen den Tod«, warnte Premierminister Benjamin Netanjahu. »Die Welt wird von den britischen und südafrikanischen Varianten angegriffen. Die Gesundheitssysteme in vielen Ländern sind dem Zusammenbruch nahe.«

SPRITZE Innerhalb einer Woche wolle man eine weitere Million Menschen impfen. Mittlerweile haben nahezu 35 Prozent der Bevölkerung in Israel die erste Spritze erhalten, vollständig immunisiert sind fast 20 Prozent.

Nach Angaben des Fernsehkanals zwölf steht Israel nicht nur bei der Schnelligkeit der Impfungen an der Weltspitze, sondern auch bei der Anzahl der Tage im Lockdown. Bedingt sei dies durch die »schlimmste Infektionswelle« seit Beginn der Pandemie.

Zuvor hatte der Generaldirektor im Gesundheitsministerium, Chezy Levy, erklärt, dass die Maßnahme »effektiv, sich die Wirkung aber enttäuschend langsam zeige«. Soziale Distanz und Quarantäne seien dennoch die wirkungsvollsten Werkzeuge bei der Bekämpfung der Pandemie, so Levy. »Diese Beschränkungen sind schwer für alle.«

»Das Bildungssystem allein steht für rund 40 Prozent der Neuinfektionen.«

Sharon Alroy-Preis (Gesundheitsministerium)

Auch die Leiterin des Bereichs für öffentliche Gesundheit im Ministerium, Sharon Alroy-Preis, sprach sich für eine Verlängerung des Lockdowns aus. »Das Bildungssystem allein steht für rund 40 Prozent der Infektionen«, erläuterte sie.

INFEKTIONSRATE Politiker und Gesundheitsexperten machen vor allem die britische Mutation für die immer noch hohe Infektionsrate verantwortlich, die sich nach mehr als drei Wochen noch immer bei rund neun Prozent bewegt.

Am Sonntag lag sie bei 9,7 Prozent, gab das Gesundheitsministerium bekannt. Die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern ging um zwei Prozent herunter und steht jetzt bei 1839. Von ihnen werden 315 künstlich beatmet. Insgesamt sind in Israel bislang 4796 Menschen gestorben.

STRAFEN Der Entscheidung des Kabinetts waren tagelange kontroverse Diskussionen vorausgegangen, ob die Bußgelder für Regelbrecher erhöht werden sollen. Während sich der Vorsitzende der Zentrumspartei Blau-Weiß, Benny Gantz, dafür aussprach, waren die ultraorthodoxen Parteien strikt dagegen. Am Sonntag jedoch stimmte die Knesset für höhere Strafen.

Die Änderung war letztendlich in allen drei Lesungen angenommen worden. Statt 5000 Schekel müssen Institutionen, Geschäfte und Veranstaltungsorganisatoren, die die Corona-Regeln brechen, jetzt 10.000 Scheckel (umgerechnet etwa 2500 Euro) zahlen.

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