Wahlkampf

Likud auf der Warteliste

Wahlkampf: Anhänger von Likud an einem Info-Stand Foto: Flash 90

Eigentlich hätte bereits das Ergebnis feststehen sollen. Doch die internen Wahlen der Likudpartei in Israel mussten am ersten Tag der Woche unterbrochen werden. Technische Fehler im computerisierten System der Stimmabgabe in einigen Städten des Landes sorgten für Verwirrung. Um die Primaries nicht ungültig werden zu lassen, sind die Lokale nun zusätzlich am Montag geöffnet.

In Jerusalems Hauptstation, dem internationalen Messezentrum, fielen gleich 80 Computer auf einmal aus. Auch im Tel Aviver Stadtteil Yad Eliahu, Ramat Gan, Aschdod und anderen Orten brach das System zeitweise zusammen. Am Sonntag erfuhr Knessetsprecher Reuven Rivlin das Malheur am eigenen Leib. Als er kam um zu wählen, funktionierte nichts. Frustriert verließ er das Lokal, kehrte später aber zurück und machte seine Kreuzchen.

123.000 registrierte Likud-Mitglieder dürfen vor den vorgezogenen Knessetwahlen am 21. Januar bestimmen, wer welchen Platz auf der Parteiliste erhalten wird. Ältere Minister und Knessetabgeordnete hoffen, auch in dieser Runde im Rennen zu bleiben, während viele Neuankömmlinge darauf zählen, die »Alten« abzulösen.

Computer Doch dazu muss das Wählen möglich sein. Viele rufen bereits wieder nach den guten, alten Papierzetteln, die in eine Box geworfen werden. Denn es ist nicht das erste Mal in Israel, dass technische Schwierigkeiten beim Wählen auftreten. Bereits 2008 gab es Unstimmigkeiten sowohl beim Likud als auch der Arbeitspartei (Awoda). Die wird ihre parteiinterne Abstimmung in der kommenden Woche abhalten – mit demselben Computersystem. Auch bei den jüngsten Präsidentschaftswahlen in den USA hat es Computerhänger gegeben.

Einer der Kandidaten der Awoda, Jonathan Klinger, kritisierte das System in den Medien: »Natürlich gibt es Vorteile des Computers, die Schnelligkeit und Genauigkeit etwa. Doch ebenso ist es viel leichter zu manipulieren«, so der Anwalt. »Die Zettelmethode hat den entscheidenden Vorteil, dass drei Menschen die Stimmabgabe kontrollieren. Das ist zwar umständlich, kostet Zeit und Geld, aber es ist wirkliche Demokratie.«

Jerusalem

Ben-Gvir präsentiert israelische Fahne auf dem Tempelberg

Ausschreitungen und anti-arabische Gesänge während israelischen »Flaggenmarsches« – Polizei nimmt 13 Randalierer fest

 14.05.2026

Mittelmeer

Gaza-Hilfsflotte sticht von Türkei aus erneut in See

Israel wirft einigen Aktivisten Verbindungen mit der islamistischen Terrororganisation Hamas im Gazastreifen vor

 14.05.2026

Israel

Netanjahus Gesundheit vor Gericht

Der Premier erklärt sich in Verleumdungsprozess für »topfit« – doch Widersprüche bei Angaben zu seiner Krebsbehandlung werfen neue Fragen auf

von Sabine Brandes  14.05.2026

Nahost

Drei israelische Zivilisten durch Hisbollah-Sprengstoffdrohne verletzt

In der Mitteilung der israelischen Armee war die Rede von einem schweren Verstoß der Hisbollah gegen die Waffenruhe

 14.05.2026

Westjordanland

»Peace Now«: Friedensaktivist von Siedlern im Gesicht verletzt

Der Leiter von »Peace Now«, Lior Amichai, wurde nach Angaben der Organisation von gewalttätigen Siedlern geschlagen

 14.05.2026

Israel

Neue Hoffnung auf günstige Flugtickets

Nach monatelangen Flugausfällen kehren internationale Airlines zurück – Lufthansa und Wizz Air machen den Anfang

von Sabine Brandes  14.05.2026

Israel

Parlamentswahl könnte vorgezogen werden

Der Vorsitzende der Regierungskoalition, Ofir Katz, reichte einen entsprechenden Gesetzesentwurf zur Auflösung der Knesset ein

 14.05.2026

Nahost

Netanjahus Büro: Premier hat während Iran-Kriegs heimlich Emirate besucht – der Golfstaat dementiert

Laut dem Büro des Regierungschefs habe der Besuch zu »einem historischen Durchbruch in den Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten« geführt

 14.05.2026 Aktualisiert

Kommentar

Warum Dieter Nuhr den Leo-Baeck-Preis gerade jetzt verdient hat

Dass der Zentralrat der Juden den Kabarettisten ehrt, sendet ein wichtiges Signal weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus

von Ahmad Mansour  13.05.2026