Festtage

Lichter an!

Lichtinstallation in Jaffa Foto: Flash 90

Es ist groß angekündigt: jeden Abend ein weiteres Licht. Die Stadtverwaltungen in Israel laden dazu ein, während der Festwoche auf den Plätzen der Städte im ganzen Land die Kerzen an den Chanukkiot zu entzünden. Alle Feiern werden wegen der Corona-Pandemie nach draußen verlegt.

Anfang der Woche hatte die Regierung zunächst eine nächtliche Ausgangssperre wegen steigender Covid-19-Infektionszahlen für das ganze Land beschlossen. Allen Veranstaltungen drohte das Dunkel. Die Menschen hätten sich von abends bis zum folgenden Morgen nur noch in einem bestimmten Umkreis aus ihren Häusern bewegen dürfen. Die Maßnahme sollte über Chanukka bis zum 2. Januar gelten.

HÜRDEN Der Corona-Berater der Regierung, Nahman Ash, sprach sich gegen die Ausgangssperre aus, weil sie »keinen sofortigen Effekt zeigen wird. Sie verzögert nur das Unvermeidliche«. Als klar wurde, dass es bei der Umsetzung der Ausgangssperre große juristische Hürden geben würde, ruderte die Regierung zurück und erwägt nach eigenen Angaben jetzt andere Maßnahmen, um das Virus einzudämmen.

Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurde in den vergangenen Tagen der höchste Stand an Neuinfektionen seit einem Monat registriert. Die durchschnittliche Positivrate in sieben Tagen lag bei 2,6 Prozent. Die ersten Impfungen gegen Covid-19 sollen am 20. Dezember durchgeführt werden. Seit 18. September befindet sich Israel im zweiten nationalen Lockdown, Mitte Oktober begannen schrittweise Lockerungen.

KUNST Die Stadt Tel Aviv hatte sich seit Monaten auf die Festtage vorbereitet, um damit besonders die vielen notleidenden Künstler zu unterstützen. Hunderte waren an verschiedenen Aktionen beteiligt, die sich in der gesamten Stadt finden lassen. Darunter ist eine beleuchtete Installation aus acht riesigen Dreideln und Schneekugeln rund um den Uhrenturm in Jaffa. An den Abenden werden Aktivitäten für Familien und festliche Konzerte im Freien veranstaltet.

Auch in Jerusalem heißt es: dicke Jacken an und raus an die frische Luft, um das Leuchten zu bewundern. Im Museum Davidszitadelle wird an jedem der acht Chanukkaabende ein bekannter Musiker aufspielen. Wer möchte, kann dazu ein Paket aus Cocktails und Jerusalemer Köstlichkeiten bestellen – Sufganiot inklusive.

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