Israelfeindlichkeit

LGBTQ-Dachverband schließt israelische Gruppe aus

Eine Pride Parade in Tel Aviv (Archivfoto) Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Die ILGA World, ein weltweiter Dachverband von Organisationen für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- und Intersexuellen, hat die Mitgliedschaft des israelischen Verbandes Aguda suspendiert. Der Grund: Aguda hatte sich beim Dachverband darum beworben, eine Konferenz in Tel Aviv veranstalten zu dürfen.

Für ILGA (steht für International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association) war das wohl ein Affront. Kurz vor Beginn einer Verbandskonferenz im südafrikanischen Kapstadt - wo über den Vorschlag abgestimmt worden wäre - teilte die Organisation mit, sie habe »bedeutende und legitime Unruhe« über den Vorschlag vernommen.

Bei einem Krisentreffen habe der Vorstand in einer Abstimmung beschlossen, den Vorschlag nicht in Betracht zu ziehen. Vielmehr will der Vorstand prüfen, ob die Mitgliedschaft von Aguda mit den ILGA-Statuten vereinbar ist.

Besonders brisant: Die ILGA hat sich bei ihren Mitgliedern dafür entschuldigt, eine Konferenz in der israelischen Küstenmetropole überhaupt in Betracht gezogen zu haben.

Der Vorschlag habe »Wut und Schmerz in unseren Communities verursacht«, teilte der LGBTQ-Dachverband mit. »Wir erkennen die historischen Erfahrungen in Südafrika mit Apartheid und Kolonialismus an. Selbst die Aussicht, über so einen Vorschlag in ihrem Heimatland abzustimmen, stünde im Widerspruch mit der eindeutigen Solidarität mit dem palästinensischen Volk«, teilte die ILGA mit.

Wie israelische Medien berichten, sei Aguda hingegen »tief enttäuscht« über die Entscheidung von ILGA, »diejenigen zu boykottieren, die sich für LGBTQ-Rechte und eine gerechtere Gesellschaft zu kämpfen«. Der Verband kämpfe auch für die Rechte von schwulen, lesbischen und queeren Arabern, wie auch für palästinensische Asylbewerber, die wegen ihrer Sexualität oder Geschlechtsidentität verfolgt werden.

Im Gazastreifen kommt das Coming-out einer Todesstrafe gleich. Homosexualität ist verboten. Immer wieder werden Schwule, Lesben und Queere von den Terroristen der Hamas oder von Zivilisten ermordet. Auch im Westjordanland ist Homosexualität ein Tabu-Thema.

In Israel hingegen ist Homosexualität weitgehend akzeptiert. Gleichgeschlechtliche Paare dürfen Kinder adoptieren, im Ausland geschlossene Homo-Ehen werden anerkannt. Jährlich finden im ganzen Land außerdem Pride-Paraden statt. In den Palästinensischen Gebieten wäre das undenkbar. ja

Krieg

IDF greift Hisbollah-Ziele im Libanon an

Die Terror-Miliz hatte zuvor israelische Soldaten angegriffen

 27.04.2026

Berlin

»Ich will mich nicht verstecken«

Ron Dekel wurde angepöbelt, weil er eine Kippa trug. Ein Video davon ging viral, er wurde im Netz beleidigt, man lauerte ihm vor der Synagoge auf. Hier spricht der Präsident der Studierendenunion darüber, was ihm passiert, seitdem er sich sichtbar als Jude zeigt

von Mascha Malburg  27.04.2026

Jerusalem

Israel ernennt ersten Botschafter für Somaliland nach Anerkennung der Region

Einen Botschafter Somalilands in Israel gibt es bereits. Im Januar wurde Mohamed Hagi für den posten ernannt

 27.04.2026

Nord-Israel

Wieder Sicherheitsbeschränkungen in Nordisrael eingeführt

Das Lag-BaOmer-Fest auf dem Berg Meron kann in diesem Jahr nicht in gewohnter Form stattfinden

 27.04.2026

Nahost

Verdrehte Moral

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  27.04.2026 Aktualisiert

7. Oktober

Der Angriff auf den Kibbuz Holit: Erst Nachmittags kam Hilfe

IDF-Bericht: Rund 60 palästinensische Terroristen dringen am frühen Morgen in das Areal ein. Bei dem Massaker werden 13 Zivilisten ermordet. Neun Bewohner werden als Geiseln verschleppt

 27.04.2026

Studie

Kriege verändern Schlaf, Ernährung und Bewegung deutlich

Forscher der Hebräischen Universität Jerusalem warnen, dass Stress, Angst und Unsicherheit zu ungesunden Gewohnheiten führen

 27.04.2026

Reisen

Internationale Airlines bleiben weiter weg

Die Europäische Agentur für Flugsicherheit empfiehlt EU-Fluggesellschaften, den Luftraum über Israel zu meiden

von Sabine Brandes  27.04.2026

Essay

Eva Erben: Was es bedeutet, Israeli zu sein

Die tschechische Holocaust-Überlebende kam 1948 mit ihrem Mann Peter nach Israel

 27.04.2026