Nahost

Leichen weiterer Geiseln aus Gaza geborgen

Israel hat laut Berichten lokaler Medien die Leichen von sechs Geiseln der palästinensischen Terrorgruppe Hamas nach Hause gebracht.

Es handelt sich demnach um die sterblichen Überreste von Yagev Buchshtab, Alex Dancyg, Yoram Metzger, Avraham Munder, Haim Peri und Nadav Popplewell.

Zuvor hatte der Kibbuz Nir Oz erklärt, dass Avraham Munder in der Geiselhaft getötet wurde. Auch bei ihm hatte zunächst die Hoffnung bestanden, dass er noch lebt. Sein Neffe bestätigte die Bergung seiner Leiche.

»Größter Beweis«

Laut »Times of Israel« wurden die Leichen der Geiseln im Rahmen einer Militäroperation aus dem bisher von der Hamas regierten Gazastreifen geborgen.

Laut der Erklärung des Kibbuz Nir Oz sind diese jüngsten Entwicklungen der größte Beweis dafür, dass ein Abkommen über die Freilassung weiterer Geiseln schnell geschlossen werden muss, »bevor es zu spät ist«.

Palästinensische Terroristen hatten am 7. Oktober mehr als 250 Menschen aus Israel verschleppt. Mehr als 100 befinden sich weiterhin in der Gewalt der Hamas. Wie viele von ihnen noch leben, ist unbekannt.

»Entschlossenes Vorgehen«

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu drückte den Hinterbliebenen der sechs Geiseln sein Beileid aus. Auch dankte er den verantwortlichen IDF-Kommandeuren sowie den beteiligten Soldaten für ihr entschlossenes Vorgehen im Rahmen der Bergungsoperation.

Netanjahus Angaben zufolge befanden sich die Leichen in einem Tunnel in Khan Younis. »Der Staat Israel wird weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, um alle unsere Geiseln - sowohl die lebenden als auch die gefallenen - zurückzuholen«, sagte der Regierungschef.

Verteidigungsminister Joav Galant lobte die »waghalsige und gefährliche« Operation. Sie zeige, dass Israel im Gazastreifen volle Bewegungsfreiheit habe. Galant versprach, die IDF würden nicht ruhen, bis die Hamas gestürzt werde und alle Geiseln zurückgebracht worden seien. ja

Medien

Geglaubt und geteilt

»Antisemitismus«, definierte Adorno, sei »das Gerücht über Juden«. Was ist dann dessen Verbreitung? Die ARD muss sich einer längst fälligen Debatte stellen

von Esther Schapira  11.08.2026

Social Media

Shirin David, Bill Kaulitz und die Wassermelonen-Jünger

Bei der Rapperin reicht ein »Free Palestine« für die Verbündeten, bei dem Sänger ein »Tel Aviv! Love!« für die Gegner. Ein Kommentar

von Pola Sarah Nathusius  11.08.2026

Nahost

Israels Armee zerstört Haus im Westjordanland

Hintergrund ist eine tödliche Auseinandersetzung mit Siedlern und Soldaten im vergangenen Monat

 11.08.2026

Jerusalem

Netanjahu setzt umstrittenen Unternehmer auf Likud-Liste

Der neue Kandidat hatte US-Präsident Trump unlängst als »ein moralisch korrumpiertes Stück Scheiße« bezeichnet, revidierte seine Meinung jedoch nun. Derweil deutet sich im Likud ein Streit über Listenplätze an

 11.08.2026

Nahost

Israel erwartet Täuschung durch zwei arabische Staaten

Medienberichten zufolge soll der jüdische Staat mit scheinbaren diplomatischen Annäherungen in Sicherheit gewogen und dann angegriffen werden

 11.08.2026

Nordrhein-Westfalen

Medienminister übt scharfe Kritik an Georg Restle und dem WDR

Nathaniel Liminiski (CDU): »Israel und das Judentum sind kein Freiwild für jeden Vorwurf, auch nicht für Journalisten«

 11.08.2026 Aktualisiert

Archäologie

Die Fingerabdrücke von Qumran

Wie Wissenschaftler mithilfe von Künstlicher Intelligenz den Schriftrollen vom Toten Meer ihre letzten Geheimnisse entlocken wollen

von Sabine Brandes  11.08.2026

Diplomatie

Kolumbien erkennt Israels Souveränität über den Golan an

Die neue Regierung in Bogotá will auch die kolumbianische Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen. Unterdessen hat Israel Soforthilfe für die Opfer des schweren Erdbebens in Kolumbien zugesagt

 10.08.2026

Medien

Wo steckt die palästinensische Opposition?

Zwei taz-Essays erzählen eindringlich von palästinensischer und muslimischer Entfremdung in Deutschland. Sie lassen zugleich einen entscheidenden blinden Fleck im Nahostkonflikts unerwähnt

von Leeor Engländer  10.08.2026