Covid-19

Läden dürfen öffnen

Noch sind die Läden im Jerusalemer Mamilla Einkaufszentrum geschlossen. Foto: Flash90

Ein Teil der Läden in Israel werden ab Sonntag wieder Kunden empfangen dürfen. Das entschied das Kabinett am Donnerstagabend. Außerdem dürfen Hotels unter bestimmten Voraussetzungen öffnen. Das Gesundheitsministerium hat sich gegen die Lockerungen ausgesprochen.

STRASSSENRAND Um 18 Uhr am Beginn der kommenden Woche werden Geschäfte, die sich »am Straßenrand befinden«, ihre Türen wieder aufschließen dürfen. Ausgenommen sind Läden in geschlossenen Einkaufszentren und solche, die sich in Open-Air-Malls mit mehr als 20 Geschäften befinden. Zu jeder Zeit sind nicht mehr als vier Kunden pro Laden erlaubt. Ein Verstoß dagegen wird als kriminelles Vergehen behandelt.

»Wenn wir müssen, werden wir die Lockerungen stoppen.«

Premier Benjamin Netanjahu

Gästehauser sollen ab nächster Woche pro Gebäude sechs Wohneinheiten betreiben dürfen. Dort dürfen ausschließlich Familien einchecken, die in einem Haushalt leben. Die Neuerungen gelten jedoch lediglich in sogenannten »grünen Gegenden«, in denen die Infektionsrate niedrig ist.

INFEKTIONEN »Wir haben entschieden, dass wir die Straßenläden ab Sonntag wieder öffnen«, sagte Premierminister Benjamin Netanjahu vor Journalisten nach der Sitzung. »Wir wollen den Geschäftsleuten helfen, zugleich wissen wir, dass es dadurch zu einer Steigerung der Infektionen kommen wird. Wenn wir öffnen, gehen die Infektionen in die Höhe.« Doch man habe vom ersten Lockdown gelernt. »Deshalb öffnen wir dieses Mal langsamer. Und wenn wir müssen, werden wir die Lockerungen stoppen.«

Die Vorsitzende der öffentlichen Gesundheitsdienste, Sharon Elrai-Price, warnte, dass der Betrieb von Läden Israel in einen dritten Lockdown bringen könnte. »Wenn die Geschäfte öffnen, wird es großen Druck geben, noch mehr zu lockern. Und wenn wir dabei nicht vorsichtig sind, wird es uns leid tun.« Auch Gesundheitsminister Yuli Edelstein sprach sich gegen den Schritt aus.

»Es ist das geringere Übel und sehr vernünftig, dass wir eine Balance finden.«

Corona-Berater Ronni Gamzu

Corona-Berater Ronni Gamzu bestätigte, dass es »schwierig werden wird, am 15. November weitere Lockerungen durchzusetzen«. Allerdings befürwortet er die jetzige Öffnung der Läden. »Es ist das geringere Übel und sehr vernünftig, dass wir eine Balance finden.« Israel befindet sich noch immer im zweiten nationalen Lockdown, der an Erew Rosch Haschana am 18. September begonnen hatte.

KLASSEN Seit vergangenem Sonntag bereits werden die Klassen eins bis vier wieder in den Schulen unterrichtet. Jedoch sind sie in Kapseln bis zu 18 Kindern unterteilt. Jetzt gab die Regierung an, dass diese Beschränkung in etwa zehn Tagen aufgehoben werden soll, damit Platz für die Klassen fünf und sechs in den Grundschulen geschaffen wird. Das Finanzministerium gab an, dass es Mehrkosten abdecken wolle.

Am Donnerstag hatte es 584 neue Bestätigungen von Covid-19 gegeben. Die Positivrate der Tests lag bei 2.3 Prozent. Insgesamt gibt es derzeit 8.958 aktive Fälle, erklärte das Gesundheitsministerium. 327 Patienten befinden sich in ernstem Zustand im Krankenhaus, 147 werden künstlich beatmet. In Israel sind insgesamt 2639 Menschen an einer Erkrankung mit Corona gestorben.

Teheran/Tel Aviv

Israel greift Chameneis unterirdischen Bunker an

Ein Bunker im Herzen Teherans, genutzt von Irans Elite - jetzt war er Ziel eines israelischen Angriffs. Damit will Israel laut eigenen Angaben Irans Führung und deren Fähigkeiten weiter schwächen

 06.03.2026

Jerusalem

Ministerin will Sanktionen gegen israelische Justiz von Trump

Die Leiterin des Umweltressorts, Idit Silman, wendet sich auf X an den US-Präsidenten

von Sabine Brandes  06.03.2026

Alltag

Die Sache mit dem Duschen im Krieg

Die Webseite »canishower.com« will berechnen, wann das Risiko eines Raketenalarms gering genug ist, das Wasser aufzudrehen

von Sabine Brandes  06.03.2026

Nord-Israel

»Wir lassen uns nicht unterkriegen«

Lior Shelef ist Tourguide im Norden Israels. Doch jetzt hat er wieder die Uniform angezogen und beschützt als Chef des Sicherheitsteams seinen Kibbuz und seine Familie

 06.03.2026

Interview

»Wir haben die Lufthoheit«

Oberstleutnant (Reserve) Oren Leshem über die Erfolge der israelischen Luftwaffe, die Herausforderung für die Piloten und die Ziele im Iran-Krieg

von Detlef David Kauschke  06.03.2026

Sicherheit

Israel sieht erhöhte Anschlagsgefahr für seine Bürger im Ausland

Tausende Israelis sind derzeit im Ausland gestrandet. In den vergangenen Tagen sollen bereits Anschläge auf israelische Staatsbürger verhindert worden sein. Das Land spricht deshalb nun Warnungen aus

 06.03.2026

Israel

Schulen bleiben geschlossen

Während Schüler online unterrichtet werden, dürfen Unternehmen wieder Präsenzarbeit zuzulassen – unter einer Bedingung

 06.03.2026

Tel Aviv

»Michelle«: Israel stellt seinen Eurovision-Song 2026 vor

Das von Noam Bettan gesungene Lied kann man nun auch hören

 06.03.2026

Jerusalem

Israel Katz: Entscheidung für Tötung Khameneis fiel im November

Der Zeitplan für die Operation sei beschleunigt worden, nachdem landesweite Anti-Regime-Proteste im Iran den strategischen Rahmen verändert hätten, sagt Israels Verteidigungsminister

 06.03.2026